Leipnitz ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Grimma im sächsischen Landkreis Leipzig. Gleichzeitig ist er der Name der Ortschaft Leipnitz. Die einstige Gemeinde Leipnitz mit ihren Ortsteilen Frauendorf, Keiselwitz, Kuckeland, Papsdorf und Zeunitz vereinigte sich am 1. März 1994 durch den freiwilligen Zusammenschluss mit den Gemeinden Böhlen, Dürrweitzschen, Ragewitz und Zschoppach zur Großgemeinde Thümmlitzwalde. Seit der Eingemeindung von Thümmlitzwalde in die Stadt Grimma am 1. Januar 2011 bilden die Orte Leipnitz, Frauendorf, Keiselwitz, Kuckeland, Papsdorf und Zeunitz die Ortschaft Leipnitz. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geographie Geographische Lage Leipnitz befindet sich südöstlich von Grimma zwischen Böhlen und Zeunitz. Nördlich des Orts fließt der Thümmlitzbach, südlich von Leipnitz liegt der Thümmlitzwald.
Nachbarorte
Geschichte mini|Kirche in Leipnitz mini|Schloss Leipnitz
Urkundlich wurde das Platzdorf Leipnitz 1259/66 das erste Mal als „Albertus plebanus de Lipeniz“ genannt. als Zeuge für den Bischof von Meißen. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 594. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 54. Weitere Nennungen des Orts, dessen Übersetzung des Namens Lindenort ist, waren: 1340: Lipenicz 1488: Leipnitz 1495: Leipenitcz 1497: Hans von Hawbitz zu Leipnitz gesessen 1533: Leipnitz
Im Jahr 1277 übertrugen die Herren von Colditz dem Kloster Buch zwei Hufen in Lipnitz auf Bitten von Peter Ritter von Horwat und seiner Ehefrau, die Peter zu Lehen und seine Ehefrau als Leibgedinge hatten, den Brüdern der Kirche in Buch mit allen Rechten, nachdem Petrus und seine Ehefrau das in ihre Hände aufgelassen hatten (S/K 66).Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 892. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 66. Dadurch gehörte Leipnitz im Jahr 1548 bezüglich der Grundherrschaft anteilig zum Rittergut Leipnitz, zur Pfarre Leipnitz (beide zum Amt Colditz) und zum säkularisierten Besitz des 1525 im Zuge der Reformation aufgelösten Klosters Buch, dessen Besitz durch das Amt Leisnig verwaltet wurde. Im Jahr 1764 gehörte Leipnitz vollständig zur Grundherrschaft des örtlichen Ritterguts. Besitzer des Anwesens waren die Familien von Haugwitz, von von Erdmannsdorff, von der Schulenburg, Jahn und von der Becke.Das Rittergut Leipnitz auf www.sachsens-schloesser.de Oberforstjägermeister Wolf Dietrich von Erdmannsdorff, welcher das Jagdhaus Kössern bewohnte, ließ um 1700 die Leipnitzer Kirche umbauen. Um 1880 wurde das heutige Rittergutsgebäude errichtet. Leipnitz gehörte bis 1856 zum kurfürstlich-sächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Colditz.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 58 f. Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch kam Leipnitz im Jahr 1856 unter die Verwaltung des Gerichtsamts Leisnig und 1875 an die neu gegründete Amtshauptmannschaft Döbeln.
Zwischen 1820 und 1958 wurde im nördlichen Teil des Thümmlitzwaldes mit Unterbrechung von 1894 bis 1901 Braunkohle gefördert, dabei bis 1894 nur im Tagebau. In den Jahren 1923 bis 1958 wurden durchgehend Briketts erzeugt. Am nordwestlichen Waldrand fand von 1845 bis 1875 von Keiselwitz aus Kohlenabbau statt. Im südlichen Teil des Thümmlitzwalds erfolgte der Braunkohlenabbau bei Seidewitz von 1873 bis 1922 und von 1947 bis 1956. Heute befindet sich in der ehemaligen Grundschule eine Ausstellung über das Königlich-Sächsische Braunkohlewerk im Thümmlitzwald.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde die Gemeinde Leipnitz dem Kreis Grimma im Bezirk Leipzig angegliedert. Bereits am 1. Juli 1950 wurde Keiselwitz eingemeindet. Am 1. Januar 1968 wurde Zeunitz von Schkortitz nach Leipnitz umgegliedert. Die Eingliederung der Gemeinde Kuckeland mit ihren Ortsteilen Frauendorf und Papsdorf nach Leipnitz erfolgte am 1. Januar 1973.
Die Gemeinde Leipnitz mit ihren Ortsteilen kam im Jahr 1990 zum sächsischen Landkreis Grimma, der 1994 im Muldentalkreis bzw. 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Böhlen, Dürrweitzschen, Leipnitz, Ragewitz und Zschoppach wurden Leipnitz und seine fünf eingemeindeten Orte am 1. März 1994 Ortsteile der Gemeinde Thümmlitzwalde. Am 1. Januar 2011 fusionierte diese mit der Großen Kreisstadt Grimma.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011 Seitdem ist Leipnitz einer von sechs Ortsteilen der Grimmaer Ortschaft Leipnitz. Nachdem das Rittergut Leipnitz in den Jahren 1994 bis 1996 modernisiert und saniert wurde, zog 1994 eine Außenwohngruppe des Kinder- und Jugendheims ein. Das Herrenhaus steht seit 2005 leer.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr EinwohnerzahlVgl. 1548/51 12 besessene Mann, 8 Häusler, 13 Inwohner, Hufen1764 12 besessene Mann, 19 Häusler, Hufen1834 2731871 3171890 285 Jahr Einwohnerzahl1910 2761925 3021939 2781946 4421950 879 Jahr Einwohnerzahl1964 5571990 5942007 2382011 2242019 195
Sehenswürdigkeiten
die barocke Kirche Leipnitz stammt aus dem Jahr 1702
Weblinks
Die Ortschaft Leipnitz mit Frauendorf, Keiselwitz, Kuckeland, Papsdorf, Zeunitz auf der Website der Stadt Grimma Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch Colditz: Leipnitz
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Geographie (Grimma)