Priwolnoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Slawsk im Rajon Slawsk.
Geographische Lage Priwolnoje liegt fünf Kilometer nördlich von Bolschakowo an einer Nebenstraße, die die russische Fernstraße A 216 (einstige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) nördlich von Krasnosnamenskoje (Klein Girratischken, 1938 bis 1946 Gronwalde) mit Ochotnoje (Liedemeiten, 1938 bis 1946 Gerhardsweide) verbindet. Entlang der östliche Ortsgrenze verläuft die Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit), deren nächster Halt bis 1945 Wilhelmsbruch (russisch: Koschedubowo, nicht mehr existent) war und heute der Bahnhof in Bolschakowo ist.
Geschichte Das einst DemmenenD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Demmen genannte Dorf bestand vor 1945 aus sehr verstreuten kleinen Höfen. Am 26. März 1874 wurde Demmenen Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Demmenen/Demmen, der – am 18. April 1939 in „Amtsbezirk Demmen“ umbenannt – bis 1945 zum Kreis Niederung (ab 1938: Kreis Elchniederung) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Das Dorf wurde am 3. Juni 1938 in „Demmen“ umbenannt.
In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Er erhielt im Jahr 1950 die russische Bezeichnung „Priwolnoje“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Bolschakowski selski Sowet im Rajon Bolschakowo zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Seit 1963 gehört Priwolnoje zum Rajon Slawsk. Vor 1975 wechselte der Ort in den Gastellowski selski Sowet.Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf http://www.soldat.ru/ (rar-Datei) Von 2008 bis 2015 gehörte Priwolnoje zur Landgemeinde Bolschakowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Slawsk.
Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 230 1933 178 1939 150 2002 44 2010 57
Amtsbezirk Demmenen/Demmen (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 war Demmenen resp. Demmen Amtsdorf für einen Bezirk in den anfangs neun Landgemeinde bezw. Gutsbezirke eingegliedert waren: Name Änderungsname1938 bis 1946 RussischerName Bemerkungen Demmenen Demmen Priwolnoje Groß Gerhardswalde 1895 in die Landgemeinde Gerhardswalde eingegliedert Klein Gerhardswalde 1895 in die Landgemeinde Gerhardswalde eingegliedert Lasdehnen 1895 in die Landgemeinde Gerhardswalde eingegliedert Lepienen Gerhardsheim Meszehnen 1895 in die Landgemeinde Berkeln eingegliedert Plauschinnen 1895 in die Landgemeinde Berkeln eingegliedert Skroblienen 1895 in die Landgemeinde Gerhardswalde eingegliedert Willohnen 1895 in die Landgemeinde Berkeln eingegliedert
Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Demmen noch vier Gemeinden: Berkeln, Demmen, Gerhardsheim und Gerhardswalde. Von all den Orten des Amtsbezirks existiert heute lediglich noch Priwolnoje, alle anderen sind erloschen.
Kirche In Demmenen resp. Demmen lebte vor 1945 eine fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Skaisgirren mit Pfarrsitz in Groß Skaisgirren (1938 bis 1946: Kreuzingen, heute russisch: Bolschakowo) eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Niederung (Elchniederung) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Priwolnoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bolschakowo, einer Filialgemeinde in der Kirchenregion der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) in der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Priwolnoje bei bankgorodov.ru Priwolnoje bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Slawsk