mini|Illustration zur Biografie von Johann Albrecht von Anweil in Pantaleons „Teutscher Nation Heldenbuch“ Hans Albrecht von Anweil (* vor 1509 in Bischofszell; † 1568 in Röttelnsiehe Eintrag Anweil, Johann Albrecht; von auf Landeskunde entdecken online - leobw) war Bürgermeister von Freiburg im Breisgau und Landvogt des baden-durlachischen Oberamts Rötteln.
Herkunft und Familie Hans Albrecht von Anweil aus dem Thurgauer Niederadelsgeschlecht von Andwil, das sich in Deutschland Anweil nannte. Er war ein Sohn von Fritz (Friedrich) Jacob von Anweil († 1532) und seiner Frau Anna von Klingenberg.
Hans Albrecht von Anweil schloss am 19. August 1532 den Heiratsvertrag, der ihn mit Anna Agathe Stürtzel von Buchheim († vor 1543), einer Tochter von Konrad Stürtzel von Buchheim d. J. und Enkelin des kaiserlichen Kanzlers Konrad Stürtzel verband. Aus dieser Ehe hatte er sechs Kinder:siehe Ludwig S. 16–17 Hans (Johann) Burkhard, Eitel Konrad Fritz JakobHermelink, Heinrich (Hrsg.): Die Matrikeln der Universität Tübingen 1477-1817 (1): 1477 - 1600, Stuttgart, 1906, S. 418 Esther (1533–1574) ⚭ Nikolaus Sigelmann Maria († 1586) ⚭ Johann Heinrich Höcklin von Steineck Anne
Spätestens 1544/45 heiratete er Dorothea von Bernhausen. Aus der zweiten Ehe hatte er weitere Kinder:siehe Ludwig S. 17 Johann Caspar (1544–1575)siehe Carl Friedrich Schilling von Canstatt: Geschlechts Beschreibung derer Familien von Schilling, S. 335 Digitalisat Johann Wolfgang (1545–1613) ⚭ Felicitas von Münchingensiehe Carl Friedrich Schilling von Canstatt: Geschlechts Beschreibung derer Familien von Schilling, S. 335 Digitalisat Eva (1553–1608) Karl
Leben Hans Albrecht wurde zusammen mit seinem Bruder Fritz Jakob von Anweil d.J. am 11. Oktober 1521 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg immatrikuliert.siehe Hermann Mayer: Die Matrikel der Universität Freiburg im Breisgau von 1460-1656. S. 254 im Internet Archive Durch seinen Heiratsvertrag von 1532 mit der Familie der Stürzel von Buchheim kam er in den Kreis der angesehensten Adelsfamilien des Breisgaus. 1535 wurde er Bürger von Freiburg und noch im gleichen Jahr in den Rat der Stadt gewählt. 1536 ernannte ihn Markgraf Ernst von Baden-Durlach zu seinem Rat und Landvogt im Oberamt Rötteln, ein Amt das zuvor sein älterer Bruder Fritz Jakob wahrgenommen hatte.siehe Ludwig S. 9; Fritz Jakob war noch am 22. August 1535 im Amt, der genaue Amtsantritt von Hans Albrecht ist nicht belegt.
Johanna von Longueville versuchte immer wieder ihre Ansprüche auf Rötteln und Sausenberg durchzusetzen oder in irgendeiner Weise zu versilbern. So nahm sie auch Kontakt mit der Stadt Basel auf, um dieser allenfalls ihre Ansprüche zu verkaufen, da sie davon ausging, dass diese große Handelsstadt als unmittelbarer Nachbar der Markgrafschaft eher Mittel und Wege finden würde, um sich durchzusetzen. Um 1538 zog Basel diese Option auch in Erwägung. Nach diplomatischen Schritten des damaligen Röttler Landvogts, Hans Albrecht von Anweil, nahm man aber davon Abstand, nutzte die Option aber immerhin als Druckmittel in den Verhandlungen mit der Markgrafschaft um Rechte in Klein-Hüningen und Riehen.
Aufgrund einer Auseinandersetzung zwischen Christoph von Venningen und Markgraf Ernst über Rechte in Königsbach wurde Hans Albrecht 1539/40 zusammen mit anderen Räten des Markgrafen 45 Wochen festgehalten.siehe Ludwig S. 10 Bald nach seiner Freilassung zog Hans Albrecht wieder nach Freiburg und im November 1540 wurde Johann Jakob von Rotberg als sein Nachfolger im Amt des Landvogts von Rötteln genannt. Rotberg wurde auch Vormund der Kinder Hans Albrechts, nachdem dessen Ehefrau (vor 1543) starb.
1543 wurde er wieder in den Rat der Stadt Freiburg und für die Amtsperiode 1544/45 zum Bürgermeister gewählt. Anschließend wurde er 1546 Schultheiß der Stadt. Für die Amtsperiode 1547/48 wurde er wieder als Bürgermeister und 1548 nochmals als Schultheiß gewählt.
1549 verkaufte er den Stürzelhof in Freiburg, den er aus dem Nachlass seiner ersten Ehefrau besaß, an den kaiserlichen Vizekanzler Matthias von Held. In der Folge kam es zu langwierigen Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer. Hans Albrecht wurde 1550 zum dritten Mal als Bürgermeister gewählt. 1553 verweigerte er – wie auch andere Standesgenossen – eine weitere Mitarbeit im Rat der Stadt, nahm aber schließlich doch eine weitere Wahl als Schultheiß an. Ende des Jahres legte er dieses Amt jedoch nieder und teilte die Absicht mit Freiburg zu verlassen. Bereits am 8. Januar 1554 wurde er Bürger von Basel und 1555 war sein Haus in Freiburg schon verkauft. Stattdessen kaufte er das Wasserschloss Hiltelingen in der Nähe von Basel, aber im Oberamt Rötteln gelegen. 1565 erhielt er diesen Adelssitz vom Markgrafen auch als Erblehen.
Im Dezember 1556 trat er nochmals das Amt des Landvogt im Oberamt Rötteln an und wurde der Nachfolger seines damaligen Nachfolgers Johann Jakob von Rotberg. Markgraf Ernst – sein ehemaliger Dienstherr – war 1553 gestorben und dessen Sohn Karl hatte im Juni 1556 in seinen Landen die Reformation eingeführt (siehe Geschichte der Reformation im Markgräflerland). Nach einer Mitteilung in der Wickiana kam es 1561 in seinem Amtsbezirk zu einer Hexenverbrennung.Johann Jakob Wick: Sammlung von Nachrichten zur Zeitgeschichte aus den Jahren 1560-87 (mit älteren Stücken). Zürich, 1560 oder 1561. Zentralbibliothek Zürich, Ms F 12, S. 251v doi:10.7891/e-manuscripta-27
Hans Albrecht litt seit 1564 stark unter Podagra übte aber sein Amt zumindest bis Mai 1566 aus28. Mai 1566: Hans Albrecht von Anweyl, Markgräfl. Landvogt zu Rötteln, stellt dem Johann Albrecht Gebweiler, wohnhaft zu Lörrach, einen Geburtsbrief aus, der seine eheliche Geburt als Sohn von Peter Gebweiler J.U.D., gewesenem Stadt und Landschreiber zu Rötteln, und der Helena Klettin selig von Rufach bezeugt. Online-Archivkatalog des Staatsarchivs Basel-Stadt und starb 1568. Er wurde in der Röttler Kirche beigesetzt.Es ist kein Epitaph vorhanden, aber auf der Gedenktafel für seine Tochter Eva in der Röttler Kirche steht „allhier bei ihrem lieben Junker und Vater begraben“
Literatur Albert Ludwig: Landvogt Johann Albrecht (Albert) von Anweil. In: Das Markgräflerland, Heft 1/1939, S. 1–17 Digitalisat der UB Freiburg Hansmartin Decker-Hauff: Das Anweiler-Porträt des Württembergischen Landesmuseum. In: Beiträge zur Schwäbischen Kunstgeschichte. Festschrift zum 60. Geburtstag von Werner Fleischhauer, Konstanz : Jan Thorbecke Verlag 1964, S. 147–157 Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch, Heidelberg 1894, Band 1, S. 15–17 Digitalisat Heinrich Pantaleon: Johanns Albrecht von Anwil. In: Der dritte und letste Theil Teutscher Nation Heldenbuch. Basel 1570, S. 401 Digitalisat
Weblinks
Eintrag Anweil, Johann Albrecht; von auf Landeskunde entdecken online - leobw
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Adliger Kategorie:Bürgermeister (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Politiker (16. Jahrhundert) Kategorie:Person (Baden-Durlach) Kategorie:Geboren im 15. oder 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1568 Kategorie:Mann