Karl Moeser (* 2. September 1837 in Staab, Böhmen; † 18. Juni 1888 in Meran) war ein österreichischer Architekt. Seine Gebäude prägen das Gesicht der Stadt Meran bis heute und stehen teilweise unter Denkmal- oder Ensembleschutz.

Leben Nach Besuch des Benediktinergymnasiums in Meran studierte Moeser zunächst Rechtswissenschaften in Wien. Kurz darauf wechselte er ans k.u.k Polytechnikum und studierte Architektur, gleichzeitig an der Wiener Kunstakademie. Während seiner Wiener Zeit war er auch Eleve an der Dombauhütte des Stephansdoms. Schon während seines Studiums baute er für seinen Vater das Deutsche Haus in Meran.

Moeser plante um die 100 Gebäude und größere Umbauten in Meran.Zum 100. Geburtstag, in: Dolomiten vom 20. September 1937 Digitalisat der Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“

Die Baumeister Cölestin Recla und Tobias Brenner arbeiteten zunächst in Moesers Auftrag, später planten sie eigene Gebäude.

Karl Moesers gleichnamiger Sohn war Staatsarchivdirektor in Innsbruck.Franz Huter: Hofrat Dr. Karl Moeser, in: Der Schlern 19, 1938, 1. und 2. Heft, S. 13 f. (online)

Gebäude (Auswahl)

Bild Name Erbaut Adresse Sonstiges 150px Deutsches Haus 1862/63 Steinachplatz 16 Bereits während des Studiums baute Moeser das Haus für seinen Vater. Hier befand sich auch der Firmensitz der Baufirma Karl Moeser.Adressbuch des Kurortes Meran 1884 S. 41 150px Villa Rathgeb 1868 Steinachplatz 8 150px Moserhaus 1868 Freiheitsstraße 126 150px Villa Erkerhaus 1868 Vergilstraße 11 Unter EnsembleschutzES_21_Via_Virgilio Vergilstraße (PDF; 7,0 MB). Villa Wieser 1869 Goethestraße 6 Villa Schillerhof vor 1870 Cavourstraße 97–99 150px Villa Fanny um 1870 Winterpromenade 2–4 Bauherr war Viktor Weber von Webenau. Die Villa ist nach dessen Schwiegermutter, Fanny Elßler, benannt.Anna Pixner Pertoll: Ins Licht gebaut. Die Meraner Villen, ihre Gärten und die Entwicklung der Stadt (1869–1920). Bozen 2009, ISBN 978-88-7283-355-1Als Bertha (Wilhelmine Emilie) Blauert, gegen Ende 1891 verlobte sie sich mit Behrens, im März 1891 als Gast nach Meran kam, bezog sie in der „Villa Fanny“ Quartier. Ferdinand Behrens, der Stadtportraitist Merans, verlegte sein Atelier im Oktober 1900 von der „Villa Waltershof“ in die angemietete „Villa Fanny“. 150px Villa Gufler 1875 Passerpromenade 88–90 Unter EnsembleschutzEnsemble 12 19.Jh. 12.04 (PDF; 18 MB). 150px Villa Karl’s RuheVilla Oberkofler 1876 Petrarcastraße 1 150px Ansitz Maur 1876 Cavourstraße 46 Umbau eines bestehenden Hofes 150px Villa Lindenburg 1876 Grabmayrstraße 9 . Bauherr war Hugo von Goldegg. 150px Villa Winkler 1877Kornprobst S. 46 f. Gemeinde Tirol, Burgweg 7 . 150px Villa Lugeck 1877Gadner, Schmidt S. 117. Magnus-Ortwein-Straße 1–3 Unter EnsembleschutzEnsemble 15 Maiastraße 15.05 (PDF; 17 MB). 150px Ehemalige Knabenschule 1877Gadner, Schmidt S. 117. Galileistraße 33 150px Baumgartnerhaus 1877Gadner, Schmidt S. 112. Sparkassenstraße 19–22 150px Passerschlößl 1878 Zenobergstraße 5 150px Villa Johannes 1883 St.-Georgen-Straße 22–24 150px Haus Kleißl 1883 Freiheitsstraße 168 Bauherr Konditormeister Johann Kleißl.150px Villa Schenk 1885 Freiheitsstraße 137 150px Villa Bruckmüller 1885 Carduccistraße 22–26 Filipinum 1885 Parinistraße 2 Heute Hotel Villa Bregenz 1886 Ruprechtstraße 1–3 Praderhof 1886 Ifinger Straße 6 150px Villa Saxonia Villa Thornton 1886 Winkelweg 20–24 150px Villa Moeser 1886 Freiheitsstraße 192 150px Villa Dr. Kuhn 1887 Ortensteingasse 1 150px Villa Stoddard 1887 Grabmayrstraße 11–13 Alterswohnsitz von John L. Stoddard 150px Mädchenschule 1887 Cavourstraße 1–3 Als MädchenschuleEnsemble 16 Grabmayrstraße/St.-Katharina-Straße 16.02 (PDF; 49 MB). erbaut, heute Sitz des Centro per la culturaKunstmühle Pobitzer1885SparkassenstraßeDas Gebäude wurde 1975 abgerissen

Literatur Rudolf Kornprobst: Karl Moeser – Architekt und Baumeister in Meran, Diplomarbeit, Innsbruck 2003, eine Kopie befindet sich im Stadtarchiv Meran Häuserplan des Kurortes Meran: Verzeichnis der Straßen, Plätze und Promenaden, Villen, Häuser und Gehöfte im Kurbezirke Meran. Meran: Pötzelberger 1922. Anna Pixner Pertoll: Meraner Villenbau um die Jahrhundertwende. Innsbruck 1990. (Dissertation) Anna Pixner Pertoll: Ins Licht gebaut. Die Meraner Villen, ihre Gärten und die Entwicklung der Stadt (1860–1920). Edition Raetia, Bozen 2009, ISBN 978-88-7283-355-1. Walter Gadner, Magdalena Schmidt: Auf gerader Linie. Städtebau und Architektur in Meran 1860–1960. Edition Raetia, Bozen 2017, ISBN 978-88-7283-574-6

Weblinks

Nachruf in der Meraner Zeitung vom 19. Juni 1888 Digitalisat der Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“

Einzelnachweise

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