mini|Schillerbank im Park an der Ilm Die Schiller-Bank im Park an der Ilm in Weimar gilt als der Ort, an dem sich der Dichter Friedrich Schiller am liebsten zum Ausruhen aufgehalten haben soll. Diese befindet sich an einer Stelle, die einen freien Blick zu Goethes Gartenhaus gewährt; auf dem Weg zwischen dem Shakespeare-Denkmal und dem Römischen Haus unweit vom Schlangenstein.Klassik-Stiftung Weimar: .Francis A. Gerard: A Grand Duchess: The Life Of Anna Amalia, Duchess Of Saxe-weimar-eisenach And The Classical Circle Of Weimar, Band 1. 1902, Abbildung vor S. 251 (). Schiller versuchte wohl 1797, von Goethe das Gartenhaus anzumieten, wovon dieser ihm jedoch abriet.Schiller-Biographie.de: Rüdiger Safranski: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft, München 2009, S. 220. ISBN 978-3-446-23326-3.
Ob die Bank an dieser Stelle genau stand bzw. welche genaue Gestalt sie einst hatte, wird gegenüber ihrer symbolischen Stellvertreterfunktion für den Dichter als nachrangig bedeutsam angesehen.Eckart Rüsch: Das Denkmal zwischen Originalsubstanz und immateriellen Werten. Ein Vorschlag für die Praktische Denkmalpflege. Hundisburg, 16. November 2002, In: kunsttexte.de Nr. 1, 2003, 9 S., .Alf Rößner: Die Schillerbank im Weimarer Ilmpark. Zur Geschichte einer Memorialstätte. In: Thesis. Wissenschaftliche Zeitschrift der Bauhaus-Universität Weimar. Jg. 45, Nr. 6, 2000, , S. 98–110. Einen eigenständigen konzeptionellen Bestandteil bei der Gestaltung des Ilmparks hatte sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dargestellt.Susanne Müller-Wolff: Ein Landschaftsgarten im Ilmpark: Die Geschichte des herzoglichen Gartens in Weimar. Köln-Weimar-Wien 2007. ISBN 978-3-412-20057-2. In dieser Geschichte des Ilmparks wird die Schiller-Bank gar nicht erwähnt, was wiederum darauf schließen lässt, dass die Bank keine besondere Bedeutung hatte. Seit 1799 ist dort eine Knüppelbank überliefert, die dann den Namen des Dichters erhielt.Carl August Hugo Burkhardt: Die Entstehung des Parks in Weimar. H. Böhlaus Nachfolger, Weimar 1907, S. 23 (). Die Symbolhaftigkeit der Schiller-Bank ist sogar so groß, dass ein Gartenmöbel auch noch heute so bezeichnet wird. Es ist damit dasselbe circa 1,90 m lange Möbel gemeint, wie es sich auch im Ilmpark an der bezeichneten Stelle befindet.Beispiel: Karl Große gab anlässlich von Schillers Todestag im 100. Jahr seiner Geburt 1859 eine Beschreibung der Bank und ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung heraus.Karl Große: Die Schillerbank im Großherzoglichen Park zu Weimar: (Zu Schillers Todtestag im hundertsten Jahr seiner Geburt.) den 9. Mai 1859, Weimar 1859 (Digitalisat, Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek). Im Jahre 1907 kam auch eine Postkarte mit der Darstellung der Schillerbank heraus.
Nachwirkungen Die Tatsache, dass sich ein nach ihm benanntes Gartenmöbel bis heute erhalten hat und 1907 eine Ansichtskarte mit der Schillerbank zum Motiv verlegt wurde, zuzüglich der genannten Publikationen, macht klar: Es gibt verschiedene Formen ihrer Rezeption. Die Schiller-Bank im Park an der Ilm blieb auch als Parkgestaltungselement nicht ohne Nachwirkungen, ohne dass diese immer vorrangig als Sitzgelegenheit Verwendung fand. Sie ist in die Gedächtniskultur des 19. Jahrhunderts eingegangen, so dass sie auch anderenorts als Vorlage des Gedenkens an den Dichter diente. So gibt es sie unter anderem in Weißwasser in der Lausitz, in Pößneck und in Aschersleben, wenn auch in Stein, mit der hauptsächlichen Funktion eines Denkmals an den Dichter. Diese entstanden anlässlich des 100. Todestages des Dichters am 9. Mai 1905 in Weißwasser und Pößneck, während die Bank in Aschersleben zu dessen 151. Geburtstag 1910 errichtet wurde.Foto vom 4. Februar 2012 auf Panoramio: Auch in der polnischen Stadt Toruń ist eine solche vorhanden; sie wurde 1909 in der damals deutschen Stadt anlässlich des 150. Geburtstags von Friedrich Schiller eingeweiht.
Die Schiller-Bank war auch Motiv von Karl Buchholz, einem wichtigen Vertreter der Weimarer Malerschule und damit des Impressionismus. Er malte die Schillerbank im Park von Weimar 1884.Walther Scheidig: Die Geschichte der Weimarer Malerschule 1860–1900. Böhlau, Weimar 1971 (Neuauflage hrsg. von Renate Müller-Krumbach, Seemann, Leipzig 1991), ISBN 3-363-00538-5, S. 241.
Einzelnachweise
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