Lenindenkmale in den ehemaligen sozialistischen Ländern ist eine Übersicht der seit 1924 errichteten Lenindenkmäler. Gedenktafeln sind hier nicht aufgenommen.
Überblick
Das genannte Territorium entstand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dominiert von der Sowjetunion. Die übrigen sozialistischen Länder in Europa, Asien und Mittelamerika bildeten den sogenannten Ostblock, sie umfassten daher neben der DDR, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien auch die Volksrepubliken China, Mongolei, Vietnam und Kuba. Zu den sozialistischen Ländern zählte auch Albanien, das ab 1970 einen eigenständigen Weg in Ablehnung der sowjetischen und chinesischen Varianten verfolgte. Die Ideologie des Sozialismus/Kommunismus beherrschte die Staatspolitik. Gleichzeitig wurde in diesen Ländern ein Personenkult um die Theoretiker dieser Gesellschaftsordnung Karl Marx, Friedrich Engels, (bis 1960) Josef Stalin und Lenin betrieben. Für die genannten Personen errichteten die Stadt- und Landgemeinden zahlreiche Denkmale, teils als Büsten, teils als Standbilder.
Mit dem Ende des Sozialismus um 1990 wurden etliche Skulpturen abgebaut – zerschlagen und recycelt, eingeschmolzen, in Sümpfe gebracht oder in Sandgruben vergraben, in Denkmalparks neu aufgestellt oder an Interessenten weiterverkauft.
Übersicht nach Ländern, Städten und Standorten
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Ehemalige Sowjetrepubliken: Diese sind mit ihren seit der Auflösung der UdSSR gültigen Namen alphabetisch eingeordnet.
Ehemaliges Jugoslawien: Die Föderation gehörte keinem Block an. Daher werden eventuell vorhanden gewesene Skulpturen in dem Artikel Lenindenkmale in den nicht-sozialistischen Ländern unter ihren Nachfolgerepubliken dargestellt.
Ehemalige Tschechoslowakei: Die Lenindenkmale in diesem früheren sozialistischen Staat sind unter den neu gebildeten Ländern Tschechien und Slowakei aufgenommen worden.
Abchasien
Gudauta: Statue auf hohem Steinpostament (erhalten, Zustand 2019). Dorf Blabyrchua nahe Sochumi: metallisch gestrichene Statue auf Betonsockel
Albanien
TiranaFoto (von Helmut Appelt) des Lenindenkmals in Albanien; abgerufen am 29. September 2010.. (1991 entfernt) Shkodra
Armenien
Jerewan, Leninplatz (), jetzt Hanrapetutyan hraparak (Platz der Republik), Statue, 1940 errichtet, 1991 beseitigt.
Aserbaidschan
Baku; am 27. August 1991 beseitigt. weitere Lenindenkmäler in Baku und Ələt (russisch ).
Äthiopien
Addis Abeba: überlebensgroße Kupfer-Statue,Foto auf Panoramio: . circa 10 Meter hoch, 1983 errichtet, am 23. Mai 1991 gestürzt, in einen Garagenkomplex der Straßenbehörde gebracht.
Belarus mini|hochkant|Statue in Aschmjany
Aus der Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von der neu gebildeten Regierung Lehren gezogen: Damals hatte die Sowjetrepublik Kirchen und religiöse Einrichtungen schleifen lassen. Das Parlament hat den Abbau der kommunistischen Denkmale nunmehr per Gesetz verhindert. Im November 1992 erhielten alle Objekte Denkmalschutz, die Historiker als geistig, ästhetisch und dokumentarisch wertvoll eingestuft hatten.Annette Tietenberg: Bildersturm in Osteuropa. Tagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS und des Instituts für Auslandsbeziehungen (18.–20. Februar 1993) in: Kritische Berichte 2(1994), Seite 74 ff. (),
Bulgarien
Hauptstadt Sofia, stand bis 1991 auf dem Leninplatz; die Statue wurde abgebaut und im Park des Museums für sozialistische Kunst aufgestellt. Dort befinden sich jedoch zwei Skulpturen – eine stehende mit wehendem Mantel aus Sandstein, eine sitzende sowie ein großer Kopf aus Bronze.Bulgaria’s socialist museum coming – but not today, The other Europe – Bulgaria, 9. September 2011 (englisch); abgerufen am 16. Januar 2014. Der Platz heißt nun wie früher nach der dortigen Kirche Sweta-Nedelja-Platz und anstelle des Denkmals steht eine Säule mit der Figur der Heiligen Sophia, Schutzpatronin der Stadt.Sebastian Kempgen: Vom Umgang mit Erlösern – Bulgarien und sein ‘Befreier-Zar’ (PDF; 6,2 MB), April 2013; abgerufen am 12. Februar 2016. General Toschewo: Die hier vorhanden gewesene Leninstatue wurde umgearbeitet zu einer „weißen Schwalbe“.Arnold Bartetzky: Neue Staaten – neue Bilder?. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2005, ISBN 978-3-412-14704-4, S. 216 (). Plowdiw: wurde entfernt.
Quelle und Fotos:
China
Peking: auf dem Tiananmen-Platz,Reproduktion/Text historischer Berichte der Beijing-Rundschau: Vorsitzender Mao und Stellvertretender Vorsitzender Lin Biao feiern gemeinsam mit den Massen Pekings und den Vertretern aus allen Teilen Chinas den 20. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China (unter dem Demofoto von 1969); abgerufen am 29. September 2010. nach 1990 ersetzt durch Denkmale chinesischer Führer.
DDR
Auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurden zahlreiche Lenindenkmäler errichtet. Die bekanntesten waren die Denkmäler in Berlin, Dresden, Eisleben und Merseburg. Es gab sie in fast jeder großen Stadt, aber auch in kleineren Orten. Dabei kam es zu ganz unterschiedlichen Ausführungen. So befanden sich in Halle-Neustadt oder Weimar Leninbüsten, in Leipzig, wo sich Lenin mehrfach aufhielt, gab es eine ganze Reihe von Gedenktafeln, in Saßnitz findet sich noch heute eine Gedenktafel an einem Stein, in Dresden oder Merseburg standen überlebensgroße Statuen, die teils mit anderen Kontexten verknüpft wurden. So steht die Leninplastik in der Hamburger Allee in Schwerin auf einem Bodenreformdenkmal. Das Berliner Lenindenkmal war 19 Meter hoch und damit das größte in der DDR und war auf den 20-Pfennig-Ausgaben der Briefmarkenreihe Aufbau in der DDR abgebildet. Während das Lenindenkmal in Eisleben als das erste in Deutschland gilt und bereits vor der Gründung der DDR aufgestellt wurde, blieb die Errichtung weiterer Denkmäler für alle Jahrzehnte der Geschichte der DDR üblich.
(Die hier zur Unterteilung gewählten Bundesländer wurden erst 1990 eingeführt. In der DDR gehörten die Städte zu einem der 15 Bezirke.)
Estland mini|hochkant|Lenin in Maarjamäe
Estland besaß mehrere Dutzend Lenindenkmäler, aber nur diejenigen in Tallinn, Tartu und Narva waren größere Exemplare.
Georgien
Tiflis: Eine Statue befand sich auf dem Freiheitsplatz. Diese wurde 1990 nach der Unabhängigkeit beseitigt und an ihre Stelle kam ein Springbrunnen.Tiflis, Reisebericht, 29. August 2013; abgerufen am 15. Januar 2014.
Kasachstan mini|hochkant|Statue in Almaty
Kirgisistan
Bischkek: 1984 auf dem Ala-Too-Platz errichtet, im August 2003 versetzt an den Alten Platz (kirgisisch , russisch ) an der Rückseite des Historischen Nationalmuseums, östlich des Kirgisischen Dramentheaters. Die Statue blickt seitdem auf das nördlich gelegene Gebäude der Regierung Kirgisistans.Anderswo.kakiarts.de, 2. September 2013: .Direktlink zum Bild bei Anderswo.kakiarts.de: Leninstatue Balyktschy, vergoldet, vor einem Regierungsgebäude (Foto siehe hier). Kotschkorata im Oblus Dschalal-Abad (Foto siehe hier) Osch: Bronze auf rotem Granit-Postament, gegenüber der Stadthalle auf der anderen Seite der Leninstraße gelegen.2 Fotos bei Anderswo.kakiarts.de, Zitat: „Die allgegenwärtige Lenin Statue“: Bild 1 – Bild 2.
Kuba mini|Hügel mit Porträt in Havanna
Hauptstadt Havanna: Colina Lenin, bereits seit 1924 vorhandenes Porträt (siehe nebenstehendes Foto) Havanna: Im Lenin-Park, eine Büste aus weißem Marmor, als Monolith mit einer stark vereinfachten eckigen Fahne verbunden; der Stil gilt als Neokubismus, 1984 eingeweiht; Bildhauer Lew Kerbel.Ingeborg Ruthe: Lew Kerbels Monumente. In: Berliner Zeitung, 2. November 2018, S. 24.
Lettland
Daugavpils Riga: Der Bildhauer war Karlis Jansons. Das Denkmal stand an der Kirowstraße und wurde am 17. Oktober 1990 abgebaut. Im Burgmuseum Wenden ist eine Leninstatue symbolisch beerdigt: Die Figur wurde in eine offene Kiste gelegt.
Bis 1990 fertigte die Fabrik Sarkanā zvaigzne („Roter Stern“) in Riga in Massenproduktion monumentale, vergleichsweise erschwingliche Lenindenkmale aus Beton.Sergei Kruk: Profit rather than politics: the production of Lenin monuments in Soviet Latvia. In: Social Semiotics, Jahrgang 20 (2010), S. 247–276, hier S. 248.
Litauen
Alle Statuen wurden 1991 oder bald danach abgebaut und einige davon später im Grutas-Park neu aufgestellt. Sie waren alle während der Zeit der Sowjetunion errichtet worden und standen unter anderem in Vilnius (in der Hauptstadt gab es mindestens zwei Statuen, von denen eine neben einer Statue des Vorsitzenden der Litauischen Kommunistischen Partei Kapsukas stand). Eine öffentliche Aufstellung der kommunistischen Denkmale wird seit den späten 1990er Jahren von Staats wegen bestraft. In folgenden Orten gab es Lenin-Denkmale:
Moldau mini|hochkant|Statue in Tiraspol
Mongolei
Polen mini|hochkant|Statue in Poronin
Rumänien mini|Gestürzte Statue auf dem Schlossgelände von Mogoșoaia
Bukarest, aufgestellt vor der Casa Presei Libere auf dem Scintela-Platz im April 1960, abgerissen im März 1990, danach in gröbere Teile gebrochen und 1994 mit einem Schiff auf der Donau fortgebracht. Der Denkmalsockel ist stehen geblieben, auf ihm wurde im Jahr 2012 eine Skulptur Hydra aufgestellt. Diese formt den Körper Lenins nach, aber oben auf befindet sich die legendäre Hydra mit sieben Schlangenköpfen. Nach Meinung eines Fotografen symbolisiert das „die fehlende Moral der rumänischen politischen Klasse der Vergangenheit und von heute“. Zitat: Quelle der Hydra-Abbildungen: Flickr, Fotograf Carpathianland, Fotos hochgeladen am 29. September 2012: Hydra Statue and House of Free Press, Bucharest 1 – Hydra Statue and House of Free Press, Bucharest 2 – Kiseleff Boulevard, Bucharest. Schloss Mogoșoaia: Eine aus Stein und Kupfer gefertigte Statue wurde auf dem Gelände des Schlossparks abgelegt (siehe nebenstehendes Foto). Ihre Herkunft ist nicht bekannt.
Russland
Slowakei mini|hochkant|Leninstatue in Galanta
Tadschikistan
Duschanbe Chudschand ChorughZitat von Anderswo.kakiarts.de: „Auch in Khorugh gibt es ein Lenin Denkmal“ („Khorugh“ ist englisch aus dem Kyrillischen transkribiert) – Direktlink zum Foto der Statue.
Tschechien mini|hochkant|Prager Statue, jetzt im Museum
Siehe auch Quelle mit Fotos der tschechischen Lenin-Denkmäler.Quelle und Fotos der tschechischen Lenin-Denkmäler
Ukraine mini|hochkant|Statue in Tschornomorsk, Ukraine
Ungarn
Es gab mindestens 50 Lenindenkmäler in Ungarn. Hier sollten nach der Wende keine Denkmale niedergerissen oder zerstört, sondern abgebaut und in einem extra dafür geschaffenen Park der gestürzten Helden aufgestellt werden. Eine solche Einrichtung ist die nach Einweihung im Jahr 1993 Memento Park genannte Anlage, eine weitere der Neue öffentliche Friedhof, wohin aber vor allem andere sozialistische Denkmäler gebracht wurden.
Usbekistan
Taschkent: 1936, Granit, Boris Koroljow
Vietnam
Hauptstadt Hanoi
Literatur Vasile Dumbrava: Was machen wir mit Lenin? Denkmal im multiethnischen Raum: Republik Moldova. In: Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst (Hrsg.): Zwischen Nostalgie und Amnesie: Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa. Köln, Weimar, Wien 2007 (= Visuelle Geschichtskultur, 2).
Weblinks
Der Umgang mit den Denkmälern. Eine Recherche in Brandenburg (Regina Scheer)
Einzelnachweise