mini|Rudolphs Garten um 1825 mini|„Das Hufeisen“ um 1890, erbaut in Rudolphs Garten 1846–1848 Rudolphs Garten (später auch Riedels Garten) war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beliebter Kaffeegarten der Leipziger.

Lage und Gestalt Er lag der Pleißenburg gegenüber jenseits des Pleißemühlgrabens und schloss sich nach Norden dem vorderen Teil von Reichels Garten an. Nach Süden lag die feuchte Schlosswiese. In heutiger Situation ist es der Bereich um die Rudolphstraße. Der Garten gehörte zu den Kleineren der Leipziger Gärten.

In der Gartenlaube von 1856 wird er wie folgt beschrieben:

Geschichte Rudolphs Garten war noch im 18. Jahrhundert von den Erben Andreas Dietrich Apels aus Apels Garten durch Verkauf ausgegliedert worden. Der neue Besitzer machte daraus die in dieser Zeit beliebte Form des gastronomisch bewirtschafteten Gartens. Sein Schwiegersohn Franz Albert Riedel (1798–1847) führte den Garten weiter.

Der Garten wurde offenbar gern auch von den gehobeneren gesellschaftlichen Kreisen besucht. Für Robert Schumann sind mehrere Besuche dokumentiert.Georg Eismann (Hrsg.): Robert Schumann. Tagebücher Band 1, 1827–1838. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1971 () Goethe beschloss seinen 14-tägigen Leipzig-Besuch im Mai 1808 mit einer Gesellschaft in Rudolphs Garten.Goethe-Tagebücher bei Zeno Jean Paul benennt in seinem Roman Flegeljahre Rudolphs Garten, der ihm aus seiner Leipziger Zeit bekannt war, als Platz der feinen Sitten.Jean Paul: Flegeljahre. Band 1. Tübingen, 1804. S. 239 im Deutschen Textarchiv

1844 kaufte Carl Heine im Rahmen seiner Bemühungen zur Entwicklung der Leipziger Westvorstadt den Garten vom Besitzerehepaar Riedel und errichtete 1846–1848 darauf eine moderne vierstöckige Wohnanlage in Form eines nach der Promenade „An der Pleiße“ geöffneten Hufeisens, allgemein nur „Das Hufeisen“ genannt.Karl Heine in Leipzig-Lese Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute befindet sich hier die Grünfläche an Lurgensteins Steg.

Literatur Innere Westvorstadt – Eine historische und städtebauliche Studie. Hrsg. von PROLeipzig 1998 Ferdinand Stolle: Sachsens Hauptstädte. Das neue Leipzig nebst einer Kreuzthurminspiration über Dresden. Verlag Otto Wigand Leipzig, 1834, S. 76

Einzelnachweise

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