Grande-Synthe [] () ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Dunkerque, zum Kanton Grande-Synthe und ist Mitglied im Gemeindeverband Communauté urbaine de Dunkerque.

Geographie Sie ist eine Hafenstadt an der südlichen Nordseeküste (am östlichen Ausgang des Ärmelkanals) im historischen westflämischen Sprachgebiet Französisch-Flandern. Grande-Synthe ist westlich und östlich von Stadtteilen Dünkirchens (Dunkerque) umgeben. Südwestlich liegen Loon-Plage und Craywick, südlich die Gemeinde Spycker und im Südosten Armbouts-Cappel.

Geschichte mini|Die Route de Calais vor 1910 Wie Dünkirchen kann Grande-Synthe ihre Erwähnung im 7. Jahrhundert vorweisen. 648 handelte es sich um ein kleines Dorf in der Nähe zum Meer. Die Benediktiner begannen früh mit der Trockenlegung des Gebiets.

Erst 1830 überschritt die Bevölkerung die Marke von 1000 Einwohnern. Mit den Kriegen 1870/71, dem ersten und Zweiten Weltkrieg ging die Einwohnerzahl jeweils erheblich zurück und sank wieder unter diese Grenze. Ab den 1950er Jahren begann die Bevölkerung dann aber zu steigen, bis sie Anfang der 1980er Jahre ihren Spitzenwert mit über 26.000 Einwohnern erreichte, was eine Verzehnfachung innerhalb von 30 Jahren bedeutete. Seitdem sinkt die Einwohnerzahl wieder. Grund des Ansteigens der Bevölkerungszahl war die Ansiedlung von Industriebetrieben an den Hafenanlagen.

Migranten 2016 errichteten die Organisation Ärzte ohne Grenzen und der Bürgermeister Damien Carême mit weiteren Gruppen, gegen den Widerstand der französischen Regierung, ein Flüchtlingslager mit Holzverschlägen für rund 2.500 Personen, um die Situation in einem wilden Lager von Flüchtlingen zu verbessern. Die Personen in dem Lager hatten sich im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 Zutritt nach Frankreich verschafft und versuchten seitdem nach England zu gelangen.Shafik Mandhai: "Refugee crisis: Cautious welcome to Grande-Synthe camp" aljazeera.com vom 9. März 2016 Das Camp wurde am 30. Mai 2016 zunächst geschlossen. Es sammelten sich aber weiter Personen und Anfang April 2017 galt das Lager bei Grande-Synthe als größte Ansammlung von Migranten in Frankreich, die sich Zugang ins Vereinigte Königreich erhoffen.May Bulman: "Surge in child refugees trying to reach UK creates 'terrifying new market' for people traffickers" The Independent vom 3. April 2017 Das Lager geriet am 10. April 2017 im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen Kurden und afghanischen Bewohnern in Brand und wurde zum großen Teil zerstört.Martin Farrer:"Blaze devastates Grand-Synthe migrant camp outside Dunkirk " Guardian vom 11. April 2017 Auch im September und Oktober 2018 wurden Gruppen vor allem von Kurden aus dem Irak in Unterkünfte umquartiert, um sie den Schleppern zu entziehen.Französische Polizei räumt "wildes" Migranten-Lager in der Deutsche Welle am 23. Oktober 2018

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2020Einwohner 2875 12.559 24.250 26.231 24.362 23.247 21.408 20.933 20.635

Verkehr mini|Bassin de Mardyck und Hafenanlagen von Grande-Synthe am meerseitigen Ende des Großschifffahrtswegs Dünkirchen-Schelde mini|Bahnsteige des Personenbahnhofs, links die Anlagen des Verschiebebahnhofs Durch das Stadtgebiet führt die Autobahn A 16 von Paris über Amiens und Abbeville nach Dunkerque und weiter nach Brügge in Belgien. Im Südosten der Gemeinde wird sie von der Nationalstraße N 225 niveaufrei gekreuzt, die zur A 25 führt.

Der Bahnhof von Grande-Synthe liegt an der Bahnstrecke von Calais nach Dunkerque. Nach umgeschlagenem Volumen ist er der bedeutendste Verschiebebahnhof Frankreichs. Im Personenverkehr wird er von Zügen des TER Hauts-de-France bedient.

Im Bassin de Mardyck am nördlichen Rand der Gemeinde endet der Großschifffahrtsweg Dünkirchen-Schelde. Dort befinden sich die Hafenanlagen der Stadt, die von Binnen- und Seeschiffen genutzt werden.

Wirtschaft In Grande-Synthe besteht seit den frühen 1960er-Jahren ein Stahlwerk, das heute zur ArcelorMittal-Gruppe gehört.https://www.viktormacha.com/galerie/arcelormittal-dunkerque-dunkerque-416/https://lesechosdutouquet.nordlittoral.fr/154504/article/2022-10-02/grande-synthe-plus-de-60-ans-de-vie-pour-arcelormittal-dunkerque Flankiert wird das Stahlwerk von zwei Erdölraffinerien.

Sehenswürdigkeiten Église Saint-Jacques (Jakobuskirche) Église Saint-Joseph (Josephuskirche) Verschiebebahnhof

Städtepartnerschaft Suwałki, Woiwodschaft Podlachien, Polen, seit 1978

Persönlichkeiten Rémy Vercoutre (* 1980), Fußballspieler Geoffrey Dernis (* 1980), Fußballspieler Clémence Beikes (* 1983), Basketballspielerin Lucas Pouille (* 1994), Tennisspieler Djamili-Dini Aboudou (* 1996), Boxsportler

Literatur Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-119-8, S. 763–764.

Weblinks

Einzelnachweise

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