mini|hochkant|Ferenc Mádl mini|Grabmal Ferenc Mádl Ferenc Mádl [], deutsch: Franz Madl (* 29. Januar 1931 in Bánd; † 29. Mai 2011 in Budapest) war ein ungarischer Staatspräsident (2000–2005) und Jura-Professor.
Karriere Universitätslaufbahn Mádl, ein deutschstämmiger Ungar, studierte in Pécs, Budapest und Straßburg Jura.
Er arbeitete anfangs als Mitarbeiter der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). Seit 1971 hatte er einen Lehrstuhl an der Loránd-Eötvös-Universität in Budapest inne (zuerst als Dozent, danach von 1973 bis 2000 als Professor). Sein Spezialgebiet war das internationale Zivilrecht. Zwischen 1985 und 2000 war er Lehrstuhlleiter. Er war auf vielen Universitäten als Gastprofessor tätig (u. a. in München). Er war seit 1987 Mitglied der MTA. 1989 wurde er Mitglied der Europäischen Akademie für Wissenschaften und Kunst. 1992 wurde er Mitglied der Academia Europaea.Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea
Politische Laufbahn Politisch wurde er erst 1990 aktiv. Der damalige Regierungschef József Antall ernannte ihn zum Minister ohne Geschäftsbereich. Seine Aufgabe war es, die Wissenschaftspolitik der Regierung zu führen. 1993 wurde er zum Minister für Kultur und Bildung ernannt (bis 1994). 1995 nominierten die damaligen Oppositionsparteien den parteilosen Rechtsprofessor zum Amt des Staatspräsidenten. Er verlor gegen das amtierende Staatsoberhaupt Árpád Göncz (den Staatspräsidenten wählt das Parlament). 2000 wurde er im dritten Wahlgang zum dritten Staatsoberhaupt Ungarns nach 1990 gewählt. Er wurde am 4. August in sein Amt eingeführt.
Mádl stand für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung. Für seine Nachfolge wurden die Parlamentspräsidentin Katalin Szili und der ehemalige Präsident des Ungarischen Verfassungsgerichtes, László Sólyom nominiert. Die Präsidentenwahl im Parlament fand am 6. Juni und 7. Juni statt, László Sólyom setzte sich mit knapper Mehrheit durch. Mádl übergab sein Amt am 5. August 2005.
Seitdem lehrte er wieder an der Loránd-Eötvös-Universität in Budapest.
Er hinterließ seine Frau, ihren gemeinsamen Sohn und drei Enkelkinder.
Der nach seinem Wahlsieg 2026 designierte Ministerpräsident Péter Magyar ist sein Großneffe. Mádl war dessen Patenonkel.
Literatur
Nachruf auf das ehemalige Staatsoberhaupt Ferenc Mádl, von Peter Bognar, Budapester Zeitung, 3. Juni 2011 (abgerufen am 20. Dezember 2014)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Minister (Ungarn) Kategorie:Bildungsminister (Ungarn) Kategorie:Staatspräsident (Ungarn) Kategorie:Privatrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Eötvös-Loránd-Universität) Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Sterns von Rumänien (Collane) Kategorie:Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (Collane) Kategorie:Träger des Ordens des weißen Sterns (Collane) Kategorie:Träger des Drei-Sterne-Ordens (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Finnischen Ordens der Weißen Rose (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn (Großkreuz mit Ordenskette) Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Collane) Kategorie:Träger des Weißen Adlerordens Kategorie:Träger des Orden de Isabel la Católica Kategorie:Honorary Knight Grand Cross des Order of St. Michael and St. George Kategorie:Ehrenbürger von Budapest Kategorie:Ungarndeutscher Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann