Der Deutsche Cricket Bund (DCB) ist der nationale Dachverband für Cricket in Deutschland mit Sitz in Essen. Er wurde Ende 1988 in Hanau gegründet und war von 2007 bis 2019 in Passausiehe noch vom 11. November 2017 (PDF) und danach in BuxtehudeAmtsgericht Tostedt VR 201267 (2007–2019 Amtsgericht Passau VR 200096, davor Amtsgericht Hanau VR 1263) ansässig. Seit 1999 vertritt er Deutschland beim Weltverband International Cricket Council (ICC) als Associate Member und seit 1997 beim Kontinentalverband European Cricket Council (ECC).

Geschichte Zuvor gab es bereits als ersten Verband den im Jahr 1891 in Berlin gegründeten Deutschen Fußball- und Cricket Bund (DFCB). Diesem folgte dann der im Jahr 1912 ebenfalls in Berlin gegründete erste Deutsche Cricket Bund, der seine Aktivitäten aber während des Ersten Weltkrieges einstellte. Während beim DFCB nur Berliner Vereine an den Meisterschaften teilnahmen, waren es beim zweiten Verband bereits Vereine aus Berlin, Nürnberg, Fürth, Düsseldorf, Frankfurt, Mannheim und Hamburg. Nur vereinzelt gab es nach dem Zweiten Weltkrieg noch Möglichkeiten für den Spielbetrieb. Vor allem in der britischen Besatzungszone hatte Cricket aber noch seinen Platz.

Erst in den 1980er Jahren waren wieder genügend Vereine entstanden, um einen neuen Anlauf wagen zu können. Der Verband ist Mitglied des European Cricket Council (ECC), der Nachfolgeorganisation der European Cricket Federation.

Im Jahr 1991 wurde der DCB als Affiliate Member im International Cricket Council aufgenommen. Das wichtigste Ereignis der bisherigen Verbandsgeschichte war sicherlich die Zulassung als Associate Member 1999, die zweithöchste Mitgliedskategorie, durch die der deutsche Verband formal auf die gleiche Stufe gestellt wurde wie beispielsweise der schottische oder niederländische Cricketverband, Länder mit langer Crickettradition.

Die Flüchtlingskrise in Deutschland 2015/2016 brachte den Vereinen zahlreiche neue Spieler. = Cricket Dank der Flüchtlinge ein großes Ding, auf www.zeit.de (9. Juli 2017) Seit 2015 gibt es neben dem DCB auch noch die Deutsche Cricket Union (DCU) Cricketsport, auf deutsche-cricket-union.de, abgerufen am 15. Dezember 2023 mit Sitz in Engelskirchen.Amtsgericht Köln VR 18806

Ende 2016 entstand German Cricket TV (GCTV; Qwickets GmbH, München) mit den Übertragungsrechten für alle DCB-Turniere in den nächsten Jahren.

In den letzten Jahren wird die kürzere Spielform Twenty20 stärker gefördert. Die Deutsche Meisterschaft wird weiterhin über 50 Overs, also im One-Day Cricket ausgetragen, seit 2020 heißt der Wettbewerb um die beste T20-Meisterschaft aber nicht mehr Vereinspokal, sondern T20 Deutsche Meisterschaft. In der Saison 2022 wurde die T20-Bundesliga mit 12 Mannschaften in zwei Staffeln, Nord und Süd, ausgetragen, statt wie zuvor in sechs regionalen Staffeln. In der Saison 2023 gab es erstmals eine eingleisige Bundesliga mit 12 Mannschaften. Die 50-Over-Meisterschaft wird wie bisher in sechs regionalen Ligen und nationalen Playoffs ausgetragen.

Nach der Aufnahme von Cricket in das Wettkampfprogramm der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles erfolgt zum 1. Januar 2024 die Aufnahme des Deutschen Cricket Bundes in den Deutschen Olympischen Sportbund DOSB. Der DOSB hatte sich bereits zuvor für Cricket als olympische Sportart ausgesprochen.

Aufgabe Der Deutsche Cricket Bund stellt die Deutschland vertretenden Cricket-Nationalmannschaften, einschließlich der für die Männer, Frauen und Jugend, zusammen. Der Verband ist außerdem verantwortlich für die Durchführung von T20I-Serien gegen andere Nationalmannschaften sowie die Organisation von Heimspielen und -turnieren. Neben der Aufstellung des Teams ist er verantwortlich für den Kartenverkauf, der Gewinnung von Sponsoren und der Vermarktung der Medienrechte.

Logo Das Logo des Deutschen Cricket Bundes zeigt einen Bundesadler in Schwarz auf roten Hintergrund, umrahmt vom Schriftzug Deutscher Cricket Bund.

Regional- und Landesverbände Unterhalb des DCB gibt es acht Regional- und Landesverbände: Cricket Hamburg e.V., HamburgAmtsgericht Hamburg VR 24668; cricket-hh.de; cricclubs.com (für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein; ehemals Norddeutscher Cricket Verband, gegründet 2001)Amtsgericht Tostedt VR 120344 Cricket Niedersachsen e.V., HannoverAmtsgericht Hannover VR 203602; cricket-niedersachsen.de; cricclubs.com (für Niedersachsen und Bremen, gegründet 2020) Ostdeutscher Cricket Verband e.V. (ODCV), BerlinAmtsgericht Berlin (Charlottenburg) VR 35862; cricclubs.com (für Berlin und Brandenburg, gegründet 2016) Vor der Gründung des ODCV fungierte das beim Berliner Fußball-Verband angesiedelte Berliner Cricket Komitee als Landesverband. Sächsischer Cricket Verband e.V. (SCV), DresdenAmtsgericht Dresden VR 11502; cricket-sachsen.de; cricclubs.com (für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, gegründet 2019) Westdeutscher Cricket Verband e.V. (WDCV), BonnAmtsgericht Bonn VR 9895; wdcvcricket.de; cricclubs.com (für Nordrhein-Westfalen, gegründet 2014) Hessischer Cricket Verband e.V. (HCV), WiesbadenAmtsgericht Wiesbaden VR 6224; hcvcric.de; cricclubs.com (für Hessen und Teile von Rheinland-Pfalz, gegründet 2008) Baden-Württembergischer Cricketverband e.V. (BWCV), KetschAmtsgericht Mannheim VR 420799; bwcvcricket.com; cricclubs.com (für Baden-Württemberg, das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz, gegründet 2009) Bayerischer Cricket Verband e.V. (BCV), MünchenAmtsgericht München VR 18063; cricket.bayern; cricclubs.com (für Bayern, gegründet 2002)

Mitgliedschaften Der DCB ist Mitglied: der Weltorganisation International Cricket Council seit 1999, des europäischen Kontinentalverbandes European Cricket Council seit 1997, des Deutschen Olympischen Sportbundes seit 2024.

Wettbewerbe Wettbewerbe unter dem Dach des DCB sind:DCB-Spielordnung 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026 Deutsche Cricketmeisterschaft (Ein-Tages-Cricket); Spielklassen: sechs-/seit 2022 achtgliedrige Bundesliga mit nationalen Playoffs, darunter sechs-/seit 2023 achtgliedrige Regionalliga und ggf. Verbandsliga. DCB T20 Bundesliga (Twenty20); eingleisige Bundesliga seit 2023, der T20-Meister ist zur Teilnahme an der European Cricket League (ECL)Die „Einheitliche T20 Bundesliga“ ab 2022, auf cricket.de, abgerufen am 15. Dezember 2023 im Folgejahr qualifiziert. Bis 2021 wurde die DCB T20 Deutsche Meisterschaft in sechs regionalen Ligen, 2022 in zwei Ligen, mit anschließenden Playoffs ermittelt. Bis zum Jahr 2019 hieß der Wettbewerb DCB Vereinspokal. Unterhalb der Bundesliga bestehen acht Regionalligen und ggf. Verbandsligen. T20-Bundesliga der Frauen (Twenty20); ab 2026 eingleisige Bundesliga und viergliedrige Regionalliga, bis 2025 Deutsche Cricketmeisterschaft der Damen als drei- oder viergliedrige Bundesliga mit nationalen Playoffs. German Super League (Ten10); 2026 nur in Berlincricclubs.com, cricketlounge.tv und Hamburg.cricclubs.com, cricketlounge.tv

Nicht mehr ausgetragen werden die Super Series zwischen Auswahlteams. Bei den Männern gab es sechs Mannschaften (Northern Seals, Eastern Bears, Western Eagles, BW Sharks, Bavarian Lions, Hessen Thunders), bei den Frauen zwei (Northern Thunderbirds, Southern Stormers).

Dem DCB obliegt die Leitung von Bundesspielen. Bundesspiele sind die Meisterschaftsendrunden, die T20-Bundesliga und die ehemaligen Super Series. Alle weiteren Meisterschaftsspiele werden von den jeweiligen Regional- und Landesverbänden organisiert.

Die Endrunden der Deutschen Cricketmeisterschaft und bis 2021 auch der T20-Meisterschaft bestehen jeweils aus fünf Spielen. Zuerst treten in zwei Viertelfinalspielen, getrennt nach Nord und Süd, die Tabellenführer derjenigen Verbände gegeneinander an, die im Vorjahr keinen Finalteilnehmer gestellt haben. Die Sieger daraus spielen in zwei Halbfinalspielen gegen die Tabellenführer der Verbände, aus denen die Finalteilnehmer des Vorjahres stammen (Halbfinale-Nord und -Süd). Die Sieger daraus tragen schließlich das Finalspiel aus.

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