Die Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) im niedersächsischen Munster ist eine bundeseigene Gesellschaft im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung.

Unternehmen Unternehmensgegenstand ist die Entsorgung chemischer Kampfstoffe und durch Rüstungsaltlasten kontaminierter Böden. Hauptauftraggeber ist ihr Alleingesellschafter, die Bundesrepublik Deutschland. Sie bietet im Rahmen freier Kapazitäten ihre Entsorgungsdienstleistungen auch den Ländern und der Privatwirtschaft an. Die GEKA ist in Deutschland das einzige Unternehmen, dem die Behandlung chemischer Munition mit dem Ziel der Vernichtung gestattet ist.

Die Gesellschaft wurde 1997 gegründet, um die Hinterlassenschaften beider Weltkriege zu entsorgen. Auf 67 ha Betriebsgelände, das an den Truppenübungsplatz Munster-Nord angrenzt, betreibt sie drei Verbrennungsanlagen, eine Bodenwaschanlage sowie Delaborieranlagen für konventionelle und chemische Munition bis zu zwei Tonnen TNT-Äquivalent.

Deutschland hat sich auf Anfrage der Organisation für das Verbot chemischer Waffen bereit erklärt, Reststoffe syrischer Chemiewaffen (Bürgerkrieg in Syrien) in Deutschland zu vernichten. Dabei handelt es sich um sogenanntes Hydrolysat, das im Zuge der irreversiblen Neutralisierung chemischer Kampfstoffe entsteht und Industrieabfällen ähnelt. 340 Tonnen Hydrolysat und 30 Tonnen sonstige kontaminierte Abfälle wurden ab September 2014 bei der GEKA vernichtet.Bundeswehr vernichtet Teile syrischer Chemiewaffen. Zeit online, abgerufen am 11. Januar 2014. NDR, abgerufen am 19. August 2014.Carolin George: Munster verbrennt Syriens Senfgas. Die Welt, 24. Oktober 2014. Im Jahr 2018 wurden zudem 500 Tonnen der giftigen Chemikalien 2-Chlorethanol, Tributylamin, Thionylchlorid und Phosphortrichlorid aus Libyen entsorgt.

Im Jahr 2025 wurde mit Beschaffungskosten von 17 Mio. Euro bei der GEKA ein zweiter Sprengofen in Betrieb genommen, der die Entsorgungskapazitäten pro Jahr auf bis zu 1.500 Tonnen jährlich erweitern soll.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat zu Altlasten eine umfangreiche Darstellung der vorhandenen Kampfstoffe vorgelegt.Bestandsaufnahme von Rüstungsaltlasten. In: umweltbundesamt.de, abgerufen am 30. Dezember 2022.

Siehe auch Liste privatrechtlicher Unternehmen mit Bundesbeteiligung in Deutschland Aufsichtsgremien des BMVg

Einzelnachweise

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