Godzilla ist ein US-amerikanischer Monsterfilm des Regisseurs Gareth Edwards aus dem Jahr 2014. In der Hauptrolle spielt Aaron Taylor-Johnson, in weiteren Rollen Elizabeth Olsen, Bryan Cranston, Sally Hawkins, Juliette Binoche und Ken Watanabe. Es ist die zweite US-amerikanische Verfilmung (nach Roland Emmerichs Godzilla von 1998) des gleichnamigen Monsters aus der japanischen Filmreihe, die erstmals 1954 produziert wurde. Er ist Auftaktfilm des MonsterVerse.
Handlung Im Jahr 1999 reisen die Wissenschaftler Dr. Ishiro Serizawa und Dr. Vivienne Graham von der Geheimorganisation Monarch auf die Philippinen, um ein gigantisches versteinertes Skelett zu untersuchen, das bei Minenarbeiten entdeckt wurde. Daraus ist ein prähistorisches Riesenmonster geschlüpft, das wenig später ein Atomkraftwerk in Japan zerstört. Hierbei stirbt Sandra Brody, die Frau des Ingenieurs Joe Brody, die beide im Kraftwerk arbeiten. Ihr Sohn Ford Brody muss den Einsturz des Kraftwerks aus der Ferne mit ansehen. Die Katastrophe wird als Erdbebenunglück vertuscht und das Kraftwerk samt der angrenzenden Stadt zum Sperrgebiet erklärt.
15 Jahre später dient der mittlerweile erwachsene Ford Brody als Soldat in der US-Armee und hat eine Familie in San Francisco gegründet. Er wird nach Japan gerufen, nachdem sein Vater illegal in das Sperrgebiet eingedrungen ist. Joe Brody, der den offiziellen Unglückshergang nie geglaubt hat und die Wahrheit herausfinden will, überredet seinen Sohn, mit ihm die Sperrzone erneut zu betreten. Sie werden aber erwischt und zum ehemaligen Kraftwerk, mittlerweile ein großer Forschungskomplex, gebracht. In der Ruine des Kernkraftwerks hat sich das Monster verpuppt und sich von der Radioaktivität ernährt, doch nun ist es bereit zum Schlüpfen. Es bricht aus der Sperrzone aus und fliegt Richtung Osten davon. Dabei wird Joe schwer verletzt und stirbt später. Ford Brody wird von Dr. Serizawa um Hilfe gebeten. Sein Vater habe eine Art „Rufen“ des Monsters, das von nun an „Muto“ („Massiver unbekannter terrestrischer Organismus“) genannt wird, aufgezeichnet; ein Paarungsruf, wie sich herausstellt. Aus einer zweiten Puppe, die in einer Atommülldeponie in Nevada lagerte und für tot gehalten wurde, schlüpft das Weibchen. Dr. Serizawa klärt Ford über die Organisation Monarch auf, die der Erforschung der Riesenmonster dient, und er erfährt von der Existenz eines noch mächtigeren Monsters, das zugleich der natürliche Feind der Mutos ist: Godzilla. Alsbald taucht Godzilla aus dem Meer auf. In Honolulu kommt es zwischen Godzilla und dem männlichen Muto zum ersten Kampf; danach verfolgt Godzilla seinen Kontrahenten.
Die Monster sind mit konventionellen Waffen nicht zu töten; das US-Militär plant – entgegen Dr. Serizawas Protest – den Einsatz von Atombomben. Da die Mutos elektromagnetische Pulse freisetzen können, sind die Bomben mit mechanischen Zeitzündern versehen, doch eine mittlerweile tickende Bombe wird vom Muto-Männchen geschnappt. In San Francisco treffen beide Monster aufeinander und paaren sich. Das Weibchen baut ein Nest, in dem es seine Eier ablegt. Die Bombe dient als Nahrung für den Nachwuchs und bedroht mit ihrer Explosion nun die ganze Stadt. Sie kann nur vor Ort entschärft werden. Als Kampfmittelbeseitiger soll Ford dabei helfen. Ford wird mit einem kleinen Soldatentrupp per Fallschirmsprung über San Francisco abgesetzt. Seit vielen Stunden tobt zwischen Godzilla und den Mutos ein erbitterter Kampf. Das Entschärfungsteam erreicht das Nest, doch die Bombe kann nicht entschärft werden. Der Sprengkopf wird deshalb zu einem Boot im Hafen getragen und soll von dort aus aufs offene Meer gebracht werden. Ford gelingt es auch, einen havarierten Tanklastwagen zu öffnen und so das Nest in Brand zu stecken und den Muto-Nachwuchs zu töten. Er kann das Boot starten und von der Stadt wegsteuern, bricht dann aber verletzt und erschöpft zusammen. Er wird in letzter Sekunde von einem Militärhubschrauber gerettet, bevor die Atombombe auf dem offenen Meer, fern der Stadt, detoniert. Godzilla besiegt am Ende beide Mutos, doch kollabiert er nach seinem Kampf.
Am nächsten Tag findet Ford mit seiner Frau Elle und seinem Sohn Sam wieder zusammen. Godzilla erwacht und wird von den Menschen als „Retter der Stadt“ angesehen. Er verschwindet wieder in den Tiefen des Ozeans.
Produktion Vorgeschichte Bereits 1998 erschien ein US-amerikanischer Godzilla-Film in den Kinos, der unter der Regie von Roland Emmerich entstand und von TriStar Pictures, einer Tochterfirma der Sony Pictures Entertainment, produziert wurde. Der Film sollte den Grundstein einer neuen Godzilla-Filmreihe legen, doch die Fortsetzungen kamen nie zustande und man ließ die von Tōhō erworbene Lizenz im Jahr 2003 ungenutzt auslaufen.Keith Aiken: (englisch). In: Scifijapan. Abgerufen am 12. April 2019.
Im August 2004 verkündete Yoshimitsu Banno, seinerzeit Regisseur des Godzilla-Films Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (1971), seine Pläne, Godzilla als 3D-IMAX-Kurzfilm erneut in die Kinos bringen zu wollen. Als Produzent wurde Kenji Okuhira genannt.Keith Aiken, Ed Godziszewski: (englisch). In: Scifijapan. Abgerufen am 12. April 2019. Banno besaß die notwendigen Rechte und das japanische Team kam mit dem US-amerikanischen Produzenten Brian Rogers in Kontakt. Ab 2007 plante man nach Neuverhandlungen mit Tōhō, dem Rechteinhaber Godzillas, die Produktion eines abendfüllenden 3D-Spielfilms. Bei der Suche nach einer Filmproduktionsgesellschaft kam man schließlich zu Legendary Pictures, wo man den Stoff als Reboot umsetzen wollte.Godzilla 2014: Exec Producer Brian Rogers On Legendary Pictures Film Plans (Video, englisch). YouTube. 19. September 2010, abgerufen am 12. April 2019.
Projektentwicklung Am 29. März 2010 gab Legendary Pictures bekannt, dass man von Tōhō die erforderlichen Rechte zur Produktion eines Godzilla-Films in Form eines Reboots erworben hatte.Bill Graham: Legendary Pictures Nabs GODZILLA Rights; Sets Sights for a Destructive 2012 (englisch). In: Collider. 29. März 2010, abgerufen am 15. Oktober 2019. Der Film solle als Koproduktion mit Warner Bros. Pictures entstehen, deren Veröffentlichung man für das Jahr 2012 anstrebe. Neben Legendary Pictures würden Dan Lin, Roy Lee und Brian Rogers als Produzenten und Yoshimitsu Banno, Kenji Okuhira und Doug Davison als ausführende Produzenten fungieren.Dave McNary: ‘Godzilla’ stomps back to screen (englisch). In: Variety. 29. März 2010, abgerufen am 12. April 2019. Im Januar 2011 wurde Gareth Edwards als Regisseur bekannt. Für Legendary Pictures übernahmen Thomas Tull und Jon Jashni die Produzentenrolle.Borys Kit: EXCLUSIVE: ‘Monsters’ Director Stomps to ‘Godzilla’ (englisch). In: The Hollywood Reporter. 4. Januar 2011, abgerufen am 12. April 2019. Ende 2011 wurde klar, dass der Kinostart für das Jahr 2012 nicht eingehalten werden konnte. Laut Edwards gab es zwar viele lose Ideen, die Produktion hatte aber immer noch keine klare Form angenommen und auch die völlige Einstellung schien ihm möglich.Robbie Collin: Gareth Edwards interview: ‘I wanted Godzilla to reflect the questions raised by Fukushima’ (englisch). In: The Telegraph. 13. Mai 2014, abgerufen am 12. April 2019. Erst als ein rund eineinhalbminütiger Teaser bei der San Diego Comic-Con International 2012 vorgeführt wurde und dieser begeisterte Reaktionen erntete, erhielt das Filmprojekt, so Edwards, den nötigen Vorwärtsschub.Marc Graser: How ‘Godzilla’ Roared Again with Director Gareth Edwards, Legendary’s Thomas Tull (englisch). In: Variety. 6. Mai 2014, abgerufen am 12. April 2019.Katharina Franke: . und . In: Filmstarts.de. 12. März 2014, abgerufen am 12. April 2019. Im September 2012 kündigte Legendary Pictures den US-Kinostart für den 16. Mai 2014 an und gab ferner bekannt, den Film auch in 3D in die Kinos zu bringen. Warner Bros. Pictures werde den weltweiten Verleih übernehmen, ausgenommen Japan, wo Tōhō für den Verleih zuständig sein werde. Als ausführende Produzenten kamen Alex Garcia und Patricia Whitcher hinzu.Godzilla Release Date Announcement (englisch). 13. September 2012, abgerufen am 12. April 2019. Pressemeldung von Legendary Pictures. Etwa zwei Monate später gab die IMAX Corporation bekannt, Godzilla auch im IMAX-Format zu veröffentlichen.Martin Minke: 20 weitere Warner-Filme im IMAX-Format: u. a. „Gravity“, „Tarzan“ und „Jupiter Ascending“. In: Filmstarts.de. 16. November 2012, abgerufen am 12. April 2019. Das Filmbudget von 160 Millionen US-Dollar trug Legendary Pictures zu 75 Prozent.Gregg Kilday: Legendary’s Thomas Tull Talks ‘Godzilla,’ Universal Move, China Plans in Rare Interview (englisch). In: The Hollywood Reporter. 30. April 2014, abgerufen am 12. April 2019.
Im Januar 2013 trat Mary Parent als Produzentin seitens der Firma Disruption Entertainment in die Produktion ein, während die ursprünglichen Produzenten Dan Lin, Roy Lee und Doug Davison entlassen wurden. Dies sollte einen Rechtsstreit nach sich ziehen, da Legendary Pictures nur einen Bruchteil der ursprünglichen Vergütung, die laut den drei Produzenten mündlich vereinbart worden war, an diese auszahlen wollte.Mike Fleming Jr: UPDATE: Mary Parent Boarding ‘Godzilla’, Which Is Getting A Frank Darabont Rewrite And Losing Roy Lee And Dan Lin (englisch). In: Deadline.com. 7. Januar 2013, abgerufen am 12. April 2019.Dominic Patten: ‘Godzilla’ Producers Bite Legendary Back In Legal Battle (englisch). In: Deadline.com. 17. Januar 2013, abgerufen am 12. April 2019.
Drehbuch Die Handlung und den ersten Drehbuchentwurf verfasste Dave Callaham.SCREENWRITER PROFILE: DAVE CALLAHAM (englisch). In: Fresh Voices. Abgerufen am 12. April 2019. Der Entwurf wurde später von David S. Goyer innerhalb von drei bis vier Wochen in der Funktion eines Script Doctors überarbeitet.Adam Chitwood: David S. Goyer Talks His Involvement with GODZILLA and THE COUNT OF MONTE CRISTO (englisch). In: Collider. 4. März 2013, abgerufen am 12. April 2019. Im November 2011 wurde bekannt, dass Max Borenstein das eigentliche Drehbuch zu Godzilla schreiben werde.Borys Kit: Legendary’s ‘Godzilla’ Remake to Be Written By Max Borenstein (Exclusive) (englisch). In: The Hollywood Reporter. 9. November 2011, abgerufen am 12. April 2019. Borenstein stand dabei in engem Austausch mit Edwards und man wählte einen realistischen, geerdeten Ansatz. Es sollte ein ernsthafter Film werden, gemäß dem Motto, was passieren würde, sollte Godzilla tatsächlich in der realen Welt auftauchen. Damit entschied man sich bewusst gegen einen allzu witzigen oder (selbst-)ironischen Tonfall (siehe auch Abschnitt Themen und Motive).Christina Radish: Screenwriter Max Borenstein Talks GODZILLA, Criticisms About the Lack of Godzilla in the Film, SEVENTH SON, PALADIN, His Jimi Hendrix Script, More (englisch). In: Collider. 22. Mai 2014, abgerufen am 12. April 2019. Ende 2012 beauftragte man Drew Pearce mit der Vornahme kleinerer Korrekturen, um das Alter der Figuren an den Cast anzupassen.Justin Kroll: Pearce to pen ‘Godzilla’ re-write (englisch). In: Variety. 4. Oktober 2012, abgerufen am 12. April 2019. Im Januar 2013 – zwei Monate vor Drehbeginn – wurde Frank Darabont mit der Erstellung der finalen Drehbuchfassung betraut. Laut Darabont werde Godzilla als „riesige, erschreckende Naturgewalt“ in Erscheinung treten.Meredith Woerner: How Frank Darabont will return Godzilla to his rightful place as a terrifying force of nature (englisch). In: io9. 22. Januar 2013, abgerufen am 12. April 2019.
Regie und Besetzung mini|Von links nach rechts: Gareth Edwards, Elizabeth Olsen, Aaron Taylor-Johnson und Bryan Cranston (San Diego Comic-Con International 2013).