Der Bahnhof Schwäbisch Hall ist ein Personenbahnhof in der Stadt Schwäbisch Hall.

Lage Der Bahnhof Schwäbisch Hall liegt etwas südwestlich gegenüber der Haller Altstadt am beginnenden Abfall einer alten südwestlichen Talschlinge des Kochers („Bahnhofsbucht“) zum unteren Flusshang, rund 30 Meter über dem Flussniveau. Das Terrain wurde für den Bau der Bahnanlagen teilweise recht hoch aufgeschüttet, was am Anstieg von der Zollhüttengasse her etwa an der Verschüttung des ehemals für die Stadtbefestigung wichtigen und damals deshalb viel prominenteren Pulverturms am Westende der Zollhüttengasse noch gut zu erkennen ist.

Das Bahnhofsgebäude steht auf einem erhöhten Geländepodest mit starker Böschung zur parallel verlaufenden Steinbacher Straße. Aus Richtung Innenstadt und der Agentur für Arbeit ist der Bahnhof barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.

Typologie Der Bauform nach ist der Haller Bahnhof ein Durchgangsbahnhof an der ihn entlang der Talachse von ungefähr Tullau im Süden zum Haller Tunnel im Norden durchlaufenden Bahnstrecke. Wegen der verkehrsungünstigen Lage am linken mittleren Hang musste etwa für die Anschlussstrecke unmittelbar im Südwesten im anstehenden Oberen Muschelkalk für den Gleiskörper eine Stufe geschaffen werden, über der heute senkrecht der blanke Fels steht.

Geschichte mini|Bahnhofsgebäude um 1900 mini|Bahnhof um 1910, im Vordergrund der Güterbahnhof, dahinter das Stellwerk mini|Gleisanlagen 1989

Errichtung des Bahnhofs Der Bahnhof von Schwäbisch Hall liegt an der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn, die auf Wunsch der Bevölkerung und Beschluss der württembergischen Abgeordnetenkammer ab 1860 gebaut wurde und seinerzeit als „Kocherbahn“ bezeichnet wurde. Der Streckenabschnitt Heilbronn–Schwäbisch Hall wurde 1862 eröffnet, Schwäbisch Halls die Fortführung von dort nach Crailsheim im Dezember 1867. Der Bahnhof hatte ursprünglich drei Bahnsteige, die durch Gleisübergänge verbunden waren, eine Güterabfertigung, ein 1968 abgerissenes Stellwerk und mehrere Abstellgleise.

Bedeutungsverlust durch die Murrtalbahn Etwa 10 Jahre nach dem Bau des Bahnhofs Schwäbisch Hall wurde mit der Murrtalbahn eine weitere Verbindung von Stuttgart nach Crailsheim gebaut, über die Nürnberg auf kürzerem Weg als über Aalen erreicht werden konnte. Die Murrtalbahn mündete beim damals noch nicht nach Hall eingemeindeten Hessental auf der rechten Randhöhe des Kochertaleinschnitts in die Kocherbahn und mied den Schwäbisch Haller Bahnhof am linken Talhang ganz. Dadurch verlor dieser Stadtbahnhof trotz seiner zentraleren Lage gegenüber dem im späteren Ortsteil Hessental an Bedeutung.

Schäden im Zweiten Weltkrieg und Nachkriegszeit Am 23. Februar 1945 zerstörte ein Luftangriff das dreigeschossige Bahnhofsgebäude vollständig, dabei starben acht Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man zunächst Behelfsbauten. 1955 wurde der Neubau eröffnet. Bis 1964 trug der Bahnhof die Bezeichnung „Schwäb Hall“, anschließend „Schwäbisch Hall“.Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 17. Juli 1964, Nr. 32. Bekanntmachung Nr. 346, S. 170. Am 24. Mai 1965 reiste Königin Elisabeth II. hier mit einem Sonderzug an.

Heutige Nutzung Heute hat der Bahnhof nur noch einen Bahnsteig, die Abstellgleise wurden nach 1988 abgetragen. Seit 1997 wird das seit 1986 bestehende Stellwerk von Schwäbisch Hall-Hessental aus ferngesteuert.Holger Kötting: Stellwerksliste, abgerufen am 19. August 2016. 2013 wurde der Bahnsteig 1 modernisiert.. In: Haller Tagblatt vom 14. März 2013. Das Bahnhofsgebäude wird heute nicht mehr betrieben und ist verschlossen. Gelegentlich wird es jedoch für temporäre Kunstausstellungen geöffnet.. In: Haller Tagblatt vom 26. Juni 2013.. In: Haller Tagblatt vom 16. März 2016.

2019 stellte die Deutsche Bahn beim Eisenbahn-Bundesamt den Antrag, am Bahnhof eine Personenunterführung zu errichten und dabei ein Bahnsteiggleis zu verlegen. 2025 wurde bekannt, dass das Projekt nicht wie geplant 2026 umgesetzt werden kann und nun eine Realisierung im Jahr 2028 vorgesehen ist.

Betrieb Der Bahnhof Schwäbisch Hall wird von den RE-Zügen der Relation Crailsheim–Heilbronn (RE 80) sowie den RB-Zügen der Relation Hessental–Heilbronn (RB 83) bedient, die jeweils in einem versetzten Zweistundentakt verkehren. Insgesamt ergibt sich dadurch ein angenäherter Stundentakt im Regionalverkehr. Schienengüterverkehr wird hier nicht mehr abgewickelt. (Stand 2023)

Literatur Rene Hoffmann: Schwäbisch Hall. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 86. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2009, (1 Bl., 6 S.).

Weblinks

Website zur Hohenlohebahn Heilbronn - Schwäbisch Hall - Crailsheim

Einzelnachweise

Schwabisch Hall Kategorie:Bauwerk in Schwäbisch Hall Kategorie:Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn Schwabisch Hall