Max, der Zirkuskönig, auch Clown aus Liebe und Der Zirkuskönig, ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahre 1924 mit Max Linder in seiner letzten, abgeschlossenen Filmrolle. Einzelne Szenen werden in abgewandelter Form auch in Der Zirkus (1928) von und mit Charlie Chaplin sowie Der Mann, von dem man spricht (1937) mit Hans Moser, Heinz Rühmann und Theo Lingen verwendet.

Handlung Max Linder spielt den nonchalanten, adeligen Tunichtgut, Charmeur und Lebemann Graf Pompadour. Obwohl er von seinem bärbeißigen Onkel dazu verdonnert wird, sich zwecks Heirat nun endlich für eine von drei zur Wahl stehenden, recht wohlhabenden jungen Damen zu entscheiden, zeigt er vielmehr Interesse für jemand gänzlich anderen. Comte Max hat nämlich seit geraumer Zeit ein Auge auf Ketty, die hübsche Tochter eines Zirkusdirektors, geworfen. Da ihr Vater jedoch nur einen Mann aus dem Zirkusgewerbe als Schwiegersohn akzeptiert, muss sich Max fortan mächtig anstrengen, um sich ein artistisches Rüstzeug zuzulegen. Daraufhin durchläuft der Tausendsassa zunächst einen Akrobatenschnellkurs in sechs Lektionen und macht gleich en passant auch einen weiteren zum Löwenbändiger. Als beides nicht so recht von Erfolg gekrönt ist, versucht er sich beim Bändigen eines Flohzirkusses. Bei diesen circensischen Einlagen sorgt Graf Max erwartungsgemäß für ein großes Durcheinander und ebensolche Lacher.

So bringt der junge Graf einen andauernd unter Kopfschmerzen leidenden Hotelgast, der direkt unterhalb Maxens Übungszimmer residiert, mit seinen Proben sukzessive zum Wahnsinn, und die Flöhe, die Max leichtsinnigerweise in eine Schachtel verpackt hatte und anschließend in die Jackentasche steckte, machen sich während einer Zirkusvorstellung selbstständig und verursachen bei den Zuschauern eine handfeste Panik. Auch die Dressur mit den Großkatzen geht gründlich daneben. Ein befreundeter Clown hat sich, um Max einen Gefallen zu tun, in ein Löwenfell gezwängt und vollbringt während der Vorstellung eingeprobte Kunststückchen in der Manege. Dummerweise hat ein Rivale, um Max bloßzustellen, den Löwenzwinger geöffnet, und nun haben Max und sein Clown es mit einem waschechten König der Savanne zu tun. Schlussendlich kommt es jedoch Happy End, und Max erhält die Hand seiner Angebeteten.

Produktionsnotizen Max, der Zirkuskönig wurde im Frühjahr 1924 in Wien gedreht, am 10. April 1924 waren die Dreharbeiten abgeschlossen. Der Arbeitstitel war Clown aus Liebe. Die erste (Sonder-)Vorführung fand in Wien am 23. Mai 1924 statt. Am 12. Juni 1924 lief der Film (als Circusmania) erstmals in London an. Österreichischer Publikumsstart war am 26. September 1924 im Wiener Imperial-Kino, in Deutschland lief der Film bereits eine Woche zuvor, am 19. September 1924, unter dem Titel Der Zirkuskönig im Berliner Deulig-Palast Alhambra an. In Linders Heimat Frankreich wurde Max, der Zirkuskönig seit seiner Pariser Erstaufführung am 19. Februar 1925 unter dem Titel Le roi du cirque vertrieben.

Max, der Zirkuskönig war der letzte vollendete Kinofilm Linders, des einstigen Komödienstars aus der Frühzeit der Kinematographie.

Alexander Ferenczy und Franz Meschkan schufen die Filmbauten.

Neuverfilmungen 1937: Der Mann, von dem man spricht 1941: Il re del circo 1957: Das haut hin

Kritiken

Wiens Neue Freie Presse berichtete in ihrer Ausgabe vom 3. Oktober 1924:

Die Süddeutsche Filmzeitung schrieb: „Die hübsche und saubere Aufmachung des Filmes wird wesentlich unterstützt durch eine flotte, nie versagende Regie, gute Wiener Darsteller – in den Hauptrollen Max Linder und Vilma Banky – eine vorzügliche Innenausstattung und einer qualitativ hochwertigen Photographie. Der unversiegliche Humor dieses Lustspiels aber wird jedes Publikum im Sturm erobern.“Süddeutsche Filmzeitung, 12. September 1924.

Die amerikanische Fachzeitschrift Variety urteilte nach Ansicht des Films in London wie folgt:

In Frankreich beurteilte man Max, der Zirkuskönig schließlich so:

Weblinks Max, der Zirkuskönig bei maxlinder.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1924 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Zirkusfilm