Arnd Wittig (* 13. Oktober 1921 in Großbauchlitz bei Döbeln, Sachsen; † 7. Juni 1999 in Schwedt/Oder) war ein deutscher Bildhauer
Leben Wittig absolvierte von 1936 bis 1939 eine Lehre als Handlungsgehilfe. In dieser Zeit nahm er in Dresden ersten bildkünstlerischen Unterricht bei Ewald Schönberg. 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, und er nahm als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Bei Kriegsende war er kurzzeitig in Gefangenschaft. Von 1945 bis 1947 machte er eine Lehre als Steinbildhauer. Danach studierte er in Dresden bis 1951 Plastik bei Eugen Hoffmann an der Hochschule für Bildende Künste. Als sein Lehrer im „Formalismusstreit“ diskreditiert wurde und keine Schüler mehr annehmen durfte, verließ Wittig die Hochschule und arbeitete ab 1952 als freischaffender Bildhauer, bis 1967 in Dresden und danach in Frankfurt (Oder). 1971 zog Wittig nach Schwedt um. Ab 1970 war er Dozent an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und dann von 1979 bis 1986 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten u. a. Emerita Pansowowá und Werner Löwe.
Wittig war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Ehrungen (Auswahl) mini|„Widerstandskämpfer“ Gedenkstätte Münchner Platz Dresden mini|Stele „Kraft der sozialistischen Kultur“ in Schwedt
1963: Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden, 1969: Kleist-Kunstpreis des Rates des Bezirks Frankfurt/Oder 1972: Nationalpreis der DDR III. Klasse und Kavalierskreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens 1981: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
Werke (Auswahl)
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)
1950: Relief am Sockel der Justitia zusammen mit dem Bildhauer Wilhelm Landgraf in der Eingangshalle der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden. 1962: „Widerstandskämpfer“ (Bronzeplastik, Gedenkstätte Münchner Platz Dresden) „Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten“ (Mitwirkung am Entwurf, bis 1972; Berlin, Volkspark Friedrichshain) 1984: Stele „Kraft der sozialistischen Kultur“ vor den Uckermärkischen Bühnen in Schwedt 1986: Denkmal „Antifaschistischer Widerstand“ in Frankfurt (Oder)
Skulpturen (Auswahl)
Stehender männlicher Akt (Bronze, um 1966) Stehende (Gips, getönt, 1966) Kugelstoßerin (Bronze, 1966/1967) Müttergruppe (Dreifigurengruppe, Bronze, 1969; Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
1951: Berlin („Internationale Kunstausstellung“ zu den 3. Weltfestspielen der Jugend und Studenten) 1967/1968, 1972/1973 und 1987/1988: Dresden, Deutsche Kunstausstellung bzw. Kunstausstellungen der DDR 1969, 1976, 1979 und 1985; Frankfurt/Oder, Bezirkskunstausstellungen 1969: Leipzig („Kunst und Sport“) 1970: Berlin, Altes Museum („Auferstanden aus Ruinen. Druckgraphik und Zeichnungen 1945–1970“) 1971: Berlin, Altes Museum („Das Antlitz der Arbeiterklasse in der bildenden Kunst der DDR“) 1975: Wanderausstellung „Kleinplastik und Grafik“ 1979: Berlin, Altes Museum („Weggefährden – Zeitgenossen. Bildende Kunst aus 3 Jahrzehnten “) 1979: Berlin, Altes Museum („Jugend in der Kunst“)
Literatur
Wittig, Arnd. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1038
Weblinks
Ausstellung in Schwedt
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Bildhauer (Dresden) Kategorie:Hochschullehrer (HfBK Dresden) Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ritter) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Mann