Hans Christoph von Gemmingen (* 1544; † 1596 in Liebenfels) war Grundherr in Liebenfels.

Leben Er war ein Sohn des Hans Dietrich von Gemmingen (1516–1566) und der Magdalena Mundpratt von Spiegelberg († 1566) aus der Linie Steinegg der Freiherren von Gemmingen. Der Vater hatte aus dem Besitz der Mundpratt von 1551 bis 1555 mit der Herrschaft Weinfelden bereits Besitz im Thurgau gehabt. Hans Christoph erwarb 1572, 1574 oder 1578Johann Adam Pupikofer: Geschichte des Thurgaus 1499-1829, mit Urkunden und Nachweisungen, Band 2, 1830, S. 131.Geographisches Lexikon der Schweiz, 1902, S. 135. die Burg Liebenfels und versuchte anschließend durch Zukäufe, seinen Thurgauer Besitz abzurunden. Mit der Herrschaft Liebenfels blieb die Kollatur der Schlosskapelle im vor dem Verkauf an die Gemmingen aus der Herrschaft herausgelösten Gündelhart verbunden.Arnold Nüscheler: Alle Gotteshäuser der Schweiz bis zum Jahre 1860, Zürich 1864, S. 57.

Zu seiner Zeit als Burgherr auf Liebenfels ließ er verschiedene Baumaßnahmen durchführen. So ließ er den gegen das Vorwerk gewandten Vorhof teilweise überbauen und den massiven Anbau nach Süden mit seinen gewölbten Kellern aufrichten.Emil Reisser: Burgen und Schlösser am Untersee, in: Badische Heimat 13 (1926), S. 178. Er starb in Liebenfels und wurde in Ermatingen begraben.

Hans Christophs Engagement im Bodenseeraum steht innerhalb der Familie nicht singulär. Seine entfernten Verwandten aus der Linie Gemmingen-Bürg haben 1575 auch wieder die Herrschaft Weinfelden erworben, ein näherer Verwandter aus der Linie Steinegg, Georg von Gemmingen, war ab 1584 Deutschordenskomtur auf der Mainau. Der Thurgauer Besitz der Gemmingens blieb jedoch Episode. Die Herrschaft Weinfelden kam bereits 1614 an die Stadt Zürich, Hans Christophs Besitz in Liebenfels kam an den einzigen weltlichen und zu Jahren gekommenen Sohn Johann, Obervogt in Rötteln.Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Ellwangen, Stuttgart 1886, S. 688. Dieser blieb ohne Nachkommen, seinen Besitz haben die Erben 1654 an das Kloster St. Urban verkauft.

Familie Er war in erster Ehe verheiratet mit Anna Maria von Ow († 1582) und ging nach deren Tod eine zweite Ehe mit Margaretha von Jahrsdorf († 1591) ein.

Nachkommen: Georg (1569–1584), Johanniter, starb vor Antwerpen Otto (1570–1609), Johanniter, fiel in Malta Christoph (1571–1616), Dompropst in Augsburg Eberhard (1573–1591), zog als Soldat nach Frankreich und starb dort Maria Magdalena (1575–1587) Maria Jakobe (1577–1616) ⚭ Christoph von Bayern Sebastian (*/† 1579), mit zwei ungetauften Schwestern in der Pfarrkirche von Ermatingen bestattet Johann (1590–1652/54) ⚭ Johanna von Hornstein zu Grüningen

Literatur Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker: Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen, Heidelberg 1895, S. 342.

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