Die Steyr-Daimler-Puch AG entstand 1934 durch die Fusion der Steyr-Werke mit den Austro-Daimler-Puchwerken und war ein bedeutender Mischkonzern der metallverarbeitenden Industrie sowie einer der größten Arbeitgeber in Österreich. Die Aktien waren mehrheitlich im Eigentum der verstaatlichten Creditanstalt. Von 1987 bis 1998 wurde der Konzern aufgeteilt und verkauft.
Geschichte Steyr-Werke mini|Steyr-Logo Keimzelle des Unternehmens war die 1830 von Leopold Werndl in Oberletten nahe Steyr eröffnete Gewehrfabrik.
Josef Werndl, Sohn des Unternehmensgründers, gründete am 16. April 1864 die Josef und Franz Werndl & Comp., Waffenfabrik und Sägemühle. Dieses Datum wurde 1964 zum Anlass genommen, 100 Jahre Steyr-Daimler-Puch AG zu zelebrieren.Steyr 1964 – Die Steyr-Daimler-Puch AG im Jahre ihres hundertjährigen Bestandes. 1869 wurde das Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft mit dem Namen Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft (ÖWG). 1926 firmierte die ÖWG in Steyr-Werke AG um.
Austro-Daimler-Puchwerke Die Austro-Daimler-Puchwerke AG war 1928 durch den Zusammenschluss von Austro-Daimler, der Oesterreichischen Flugzeugfabrik (Oeffag) und der Puch-Werke AG entstanden.
1934 bis 1938 Die Fusion zur Steyr-Daimler-Puch AG war mit tiefgreifenden Veränderungen verbunden. Die Zweiradproduktion wurde in Graz und die Automobilfertigung in Steyr konzentriert. Die Produktion von Schienenfahrzeugen wurde eingestellt und das Austro-Daimler-Werk in Wiener Neustadt geschlossen.
Ab 1934 wurden die modernen Stromlinienfahrzeug-Typen Steyr 100 und 200 mit Vierzylindermotoren gut verkauft. Ebenso erfolgreich war der 1936 präsentierte Kleinwagen Steyr 50/55 („Steyr-Baby“). Zugleich wurden auch 6-Zylinder-Modelle auf den Typen 200 aufbauend gefertigt, die Typen 120, 125 und 220. Luxuriöse Cabriolets auf Basis des Typs 220 wurden in Kleinserie bei der renommierten Gläser-Karosserie GmbH in Dresden mit Karosserien versehen. Selten kamen auch österreichische Unternehmen wie Keibl oder Armbruster zu Einzelaufträgen. Es wurden auch Lastkraftwagen und von einzelnen Personenwagentypen abgeleitete Lieferwagen, Kleinlastwagen, Taxis, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge in kleinen Stückzahlen gebaut.
In dieser Zeit wurden außerdem z. B. „Eislaufschuhe“ bzw. Kufen für den Profi-Sport (die man damals noch auf normale Schuhe montierte), mit dem Namen „Styria Olympic“ produziert. Diese Kufen sind heutzutage unter Sammlern gesuchte Raritäten.
Komponenten für Fahrräder wie Rücktrittbremsen, Sättel und Lichtanlagen wurden nicht mehr zugekauft, sondern in großer Stückzahl im eigenen Werk produziert.
1938 bis 1945 mini|Hans-Jürgen von Arnims Steyr Typ 1500A bei der Festung in Eastbourne Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden die Steyr-Daimler-Puch-Werke unter dem neuernannten Generaldirektor Georg Meindl rasch wieder zu einem Rüstungskonzern umgeformt, im Kfz-Bereich erwirkt durch den Schell-Plan.
In der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich dominierte die Rüstungsproduktion mit etwa 32.000 Beschäftigten das den Reichswerken Hermann Göring angeschlossene Unternehmen. Neue Fabriken wurden in Graz-Thondorf (Zweier-Werk) und in St. Valentin (Nibelungenwerk) errichtet.
Hervorzuheben ist auch eine umfangreiche Zusammenarbeit mit der DEST in den Granitwerken Mauthausen.Rudolf A. Haunschmied, Jan-Ruth Mills, Siegi Witzany-Durda: St. Georgen-Gusen-Mauthausen – Concentration Camp Mauthausen Reconsidered. BoD, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8334-7440-8, S. 120ff.
In mehreren Nebenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen mussten Häftlinge Zwangsarbeit für die Steyrwerke leisten. Im KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz und in Melk wurden Kugellager erzeugt.Hans Maršálek: Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen. 4. Auflage 2006, ISBN 3-7035-1235-0, S. 80f. Auch im besetzten Polen wurde produziert, etwa in einem Außenlager des KZ Majdanek in Radom.Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 7: Niederhagen/Wewelsburg, Lublin-Majdanek, Arbeitsdorf, Herzogenbusch (Vught), Bergen-Belsen, Mittelbau-Dora. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-52967-2, S. 96 ff. Nach Bombenangriffen auf das Werk Graz-Thondorf wurde Teile der Fertigung im Rahmen der sogenannten U-Verlagerung in Stollen in der Peggauer Wand verlegt.
Die Produktionspalette wurde umgehend auf die Produktion des deutschen Standardgewehres, des Karabiners 98k, ausgeweitet, und die Entwicklung und Produktion des Maschinengewehrs MG 42 und des Sturmgewehrs StG 44 wurde aufgenommen.
Die für das österreichische Heer entwickelten Typen 250 und 640 wurden in geringem Umfang weitergebaut. Die Produktion von Pkw – wie den Cabriolets, Limousinen und Behördenfahrzeugen der Typen Steyr 200 und Steyr 220 – wurde 1940 beendet. Die Produktion von Personenwagen wurde nicht mehr aufgenommen. 1941 wurde die Erzeugung des Typs 1500 A, einer kompletten Porsche-Neukonstruktion eines leichten Lastkraftwagens, mit luftgekühltem V8-Motor, begonnen. Auf dieser Konstruktion, die auch Basis für den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg war, wurde auch 1942 der Raupenschlepper Ost entwickelt, der von verschiedenen Unternehmen in Lizenz gebaut wurde.
Nach 1945 Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestand ein großer Bedarf an Nutzfahrzeugen und Traktoren. Die Produktion von Lastwagen der Type 370 mit V8-Ottomotor wurde 1946 aufgenommen. Im Jahr 1948 wurde der erste Lastwagen Steyr-Diesel 380 vorgestellt. Auf derselben Motorenentwicklung fußt auch die Produktion der Steyr-Traktoren. Da auch der Bedarf an Personenwagen stieg, wurde mit Fiat ein Kooperationsvertrag geschlossen, und die Fiat-Modelle kamen als Steyr-Fiat auf den österreichischen Markt.
Mitte der 1960er Jahre umfasste das Produktionssortiment Pkw, Lkw, Geländewagen, Traktoren, Landmaschinen, Wälzlager, Jagdwaffen, Panzer, Motorräder, Fahrräder und Werkzeuge. Etwa ein Drittel der Produktion ging in den Export. Bekannte Fahrzeuge waren der Haflinger und der Pinzgauer, die vor allem beim österreichischen Bundesheer, aber auch bei zahlreichen ausländischen Armeen jahrelang eingesetzt waren.
Der Puch G ist baugleich mit dem Mercedes-Benz G, der auch in Graz gebaut wird. Nur das wesentlich kleinere Vertriebsnetz von Steyr-Daimler-Puch führte dazu, dass das Fahrzeug auch unter der Marke Mercedes-Benz vertrieben wurde.
Berühmte Steyr-Panzer sind der in zahlreichen Versionen produzierte Schützenpanzer Saurer, der in vielen Ländern verwendet wurde (Österreich, Griechenland, Zypern, Afrika usw.), Kürassier (Österreich, Brasilien, Marokko, Botswana, Tunesien, Argentinien usw.), Pandur (Österreich, Belgien, Slowenien, USA, Kuwait usw.) und ASCOD-Ulan (Österreich, Spanien).
1972 wurde unter Generaldirektor Dipl. Ing. Karl Rabus ein Zweigwerk in Thessaloniki, Griechenland eröffnet.Bericht in Zeitschrift "Spiegel" Zweigwerk in Thessaloniki
Ab 1980 war die Steyr-Daimler-Puch AG das drittgrößte Industrieunternehmen Österreichs mit etwa 17.000 Beschäftigten. Umstrukturierungen sowie die Auslagerung von Teilen der Produktion auf mehrere Nachfolgeunternehmen ließen diese Zahl bis auf 8900 im Jahr 1991 sinken.
Ausgliederung der Produktionssparten ab 1987 mini|Ein Steyr-Autobus, der sogenannte „Österreich-Bus“ mini|Ein Steyr-Oberleitungsbus 1987 begann die Filetierung des Unternehmens. Nach und nach wurden die einzelnen Produktionssparten verkauft bzw. ausgegliedert: 1987, Verkauf des Werks in Griechenland (seitdem als ELBO eigenständig) 1987, Ausgliederung der Waffenproduktion in eine eigenständige und unabhängige Gesellschaft, die Steyr Mannlicher GmbH & Co KG 1987, Verkauf der Fahrradsparte in Form der Marke Puch an die italienische Bianchi, die ihrerseits von Cycleurope AB gekauft wurde. 1987, Verkauf der Mopedsparte in Form der Marke Puch an Piaggio. 1988, Verkauf der Wälzlagersparte an SKF 1990, Verkauf der LKW-Sparte in Form der Marke Steyr an MAN. 1990er Jahre, Ausgliederung der Traktoren-Produktion in Form der Marke Steyr an die US-amerikanische Case Corporation (später CNH Global), Case schloss das Werk in Neuss und verkaufte das in Doncaster an Landini, seitdem ist St. Valentin der Hauptproduktionsort von Case IH in Europa. 1990er Jahre, Ausgliederung der Busproduktion in Form der Marke Steyr an den schwedischen Volvo-Konzern. 1998, Verkauf der Produktion schwerer Waffen (Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug GmbH) durch ein Management-Buy-out an eine österreichische Investorengruppe, die sie 2003 an den US-amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics weiterverkaufte. 1998, Verkauf der zwei restlichen Sparten Fahrzeugtechnik und Antriebstechnik an den kanadischen Magna-Konzern von Frank Stronach, wobei die Sparte Antriebstechnik an die deutsche ZF Friedrichshafen AG weiterverkauft wurde.
Die verbliebene Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik AG & Co. KG (SFT) in Graz wurde 2001 mit der Magna Europa AG zu Magna Steyr verschmolzen und als eigenständiger Teilkonzern von Magna International positioniert.
Von diesem spaltete sich 2001 die Steyr Motors durch Management Buy-Out ab. Im September 2012 verkaufte diese wiederum alle Anteile an die chinesische Investorengruppe Phoenix Tree HSC Investmentnews.at „Steyr Motors“ kehrt in Heimatstadt zurück, 4. Juli 2003
Modelle PKW (1920–1959) mini|Steyr VII 1926 mini|Steyr XX 1930 mini|Steyr 220 1939 mini|Steyr-Puch 500 D Typ Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung Vmax II (12/40 PS) 1920–1924 6 Reihe 3325 cm³ 40 PS (29 kW) 100 km/h IV (7/23 PS) 1922–1924 4 Reihe 1814 cm³ 23 PS (17 kW) 80 km/h VI Klausen Sport (19/145 PS) 6 Reihe 4900 cm³ 145 PS (107 kW) über 150 km/h 60 / VI (12/60 PS) 1922–1926 3325 cm³ 60 PS (44 kW) 120 km/h V (12/40 PS) 1924–1925 40 PS (29 kW) 110 km/h VII (12/50 PS) 1925–1929 50 PS (37 kW) 100 km/h XII (6/30 PS) 1926–1929 1568 cm³ 30 PS (22 kW) 85 km/h VI Sport (15/80 PS) 1928 4014 cm³ 80 PS (59 kW) 130 km/h VI Sport (17/100 PS) 4400 cm³ 100 PS (74 kW) 135 km/h XVI (15/70 PS) 1928–1929 4014 cm³ 70 PS (51 kW) 110 km/h Austria (21/100 PS) 1929 5295 cm³ 100 PS (74 kW) 120 km/h XX (8/40 PS) 2070 cm³ 40 PS (29 kW) 90 km/h 30 / XXX / 130 (8/40 PS) 1930–1932 2078 cm³ 30 Typ 45 Taxameter (8/40 PS) 1930–1933 30 S / 230 (8/45 PS) 1932 45 PS (33 kW) 110 km/h Steyr-Opel (“Stoppel”)(4,5/22 PS) 4 Reihe 1169 cm³ 22 PS (16,2 kW) 30 SL / 330 (8/45 PS) 1932–1933 6 Reihe 2078 cm³ 45 PS (33 kW) 95 km/h 430 1933–1935 110 km/h 100 1934–1936 4 Reihe 1385 cm³ 32 PS (23,5 kW) 100 km/h 120 Super 1935–1936 6 Reihe 1990 cm³ 50 PS (37 kW) 120 km/h 530 2260 cm³ 55 PS (40 kW) 105 km/h 125 Super 1936–1937 2078 cm³ 50 PS (37 kW) 120 km/h 50 („Steyr-Baby“) 1936–1938 4 Boxer 984 cm³ 22 PS (16,2 kW) 90 km/h 200 1936–1940 4 Reihe 1498 cm³ 35 PS (25,7 kW) 100 km/h 630 1937–1939 6 Reihe 2260 cm³ 55 PS (40 kW) 220 1937–1941 120 km/h 55 („Steyr-Baby“) 1938–1940 4 Boxer 1158 cm³ 25,5 PS (18,8 kW) 95 km/h 2000 1953–1959 4 Reihe 1997 cm³ 65–86 PS (48–63 kW) 135 km/h 2300 Sport 1956–1959 2260 cm³ 95 PS (70 kW) 160 km/h Steyr-Puch 500 1957–1973 2 Boxer 493 cm³ 16 PS (11,8 kW) 100 km/h
Im Automobilmuseum Aspang in Aspang-Markt in Niederösterreich sind Fahrzeuge der Modelle Steyr XX, Steyr 30/Typ 45, Steyr 50, Steyr 100, Steyr 200, Steyr 220 und Steyr 530 sowie ein Steyr-Opel aus 1932, ein Steyr-Puch 500 DL aus 1959 und ein LKW der Type Steyr 40 aus dem Jahr 1931 ausgestellt. mini|Steyr Typ III mini|Steyr 680M (Militärfahrzeug)
LKW Typ III, erstes LKW-Fahrgestell ab 1920 erzeugt Typ XII Typ XVII Typ 40 Typ 6x4 Haflinger Pinzgauer Noriker (ging nicht in Serienproduktion) Typ 270 Typ 260 Typ 370 Typ 380 Typ 480 Typ 580 Typ 586 680–880 Serie Typ 680M Steyr 90-Plus Serie 590–690 Serie Typ 91 591–691 Serie Typ 92 Typ 12M18