Die Basketball-Südamerikameisterschaft () war ein in der Regel zweijährlich ausgetragener Basketballwettbewerb zwischen Auswahlmannschaften der nationalen südamerikanischen Basketballverbände. Der Wettbewerb wurde 2016 zum letzten Mal ausgetragen und weitgehend durch die Basketball-Amerikameisterschaft ersetzt.
Seit 2008 steht der Wettbewerb in der Organisation der ABaSu, dem zehn nationale Verbände angehören, die geographisch bis auf die ehemaligen Kolonien Guayanas an der Nordostküste Südamerikas den südamerikanischen Subkontinent abdecken. Die Südamerikameisterschaft wurde erstmals 1930 zwischen Nationalmannschaften der Teilnehmerländer ohne Geschlechts- oder Altersbeschränkung ausgetragen; faktisch waren die einzelnen Spieler erwachsene Männer. In der Folge wurde der Wettbewerb in die später eingeführten Wettbewerbe des Weltverbands FIBA und des Kontinentalverbands FIBA Amerika integriert und eigene Meisterschaften getrennt nach Geschlechtern und für Jugend- und Juniorenauswahlmannschaften eingeführt. Die Südamerikameisterschaft dient heutzutage der Qualifikation für die Meisterschaften des Kontinentalverbands FIBA Amerika.
Geschichte Die Südamerikameisterschaft ist der langlebigste und traditionsreichste offizielle Nationalmannschaftswettbewerb im Basketball. Während die fünf Jahre später 1935 erstmals ausgetragenen Basketball-Europameisterschaften durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurden, wurden die Südamerikameisterschaften kontinuierlich ausgetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die südamerikanischen Verbände federführend bei der Einrichtung globaler Titelkämpfe im 1935 gegründeten Weltverband FIBA. So wurden die ersten fünf Basketball-Weltmeisterschaften ab 1950 allesamt auf dem südamerikanischen Subkontinent ausgetragen und erst die sechste WM 1970 fand außerhalb Südamerikas in Jugoslawien statt.
Mit der Gründung des Kontinentalverbands FIBA Amerika 1975 wurden ab 1980 eigene Qualifikationsrunden, die später eigene Meisterschaften wurden, für globale Endrunden für Auswahlmannschaften der Mitgliedsverbände dieses Kontinentalverbands eingeführt. Zudem wurden die besten südamerikanischen Spieler zunehmend Profis in Ligen außerhalb Südamerikas in den Vereinigten Staaten und Europa sowie später in asiatischen Profiligen. Bedingt durch die Zunahme der Wettbewerbe ließen sich die Südamerikameisterschaften immer schwieriger in den Wettbewerbskalender integrieren, so dass heutzutage fast nur noch Spieler an den Meisterschaften teilnehmen, die auch in den Vereinswettbewerben Lateinamerikas aktiv sind. Demzufolge sank die sportliche Bedeutung des Wettbewerbs. Obwohl die führenden südamerikanischen Basketballnationen Argentinien und Brasilien die meisten Spieler stellen, die in professionellen Ligen außerhalb Südamerikas aktiv sind, hinderte dies die Herren-Auswahlmannschaften dieser Nationen in der Vergangenheit nicht, zusammen mit Uruguay in 29 der bis 2012 ausgetragenen 45 Herren-Wettbewerbe die ersten beiden Plätze zu belegen. Brasilien ist mit 18 Titelerfolgen Rekordsieger bei den Herren; Argentinien folgt mit 13 Titeln bei der gleichen Anzahl von 37 Medaillen. Uruguay holte bis einschließlich 2012 bei 35 Medaillen elf Titelerfolge.
Südamerikameisterschaften der Herren
Modus Bis Anfang der 1990er Jahre wurde fast ausschließlich im Rundenturnier-Modus () gespielt. Nur bei der Meisterschaft 1942 gab es nochmal ein separates Entscheidungsspiel über die Vergabe der Goldmedaille zwischen den gleichplatzierten Mannschaften von Argentinien und Uruguay. Bei der Meisterschaft 1991 gab es dann die Neuauflage eines Finalspiels. In einem der Spiele mit der höchsten Punktausbeute in der Geschichte des Turniers überhaupt siegte Gastgeber Venezuela dramatisch über Titelverteidiger Brasilien mit 122:121. Anschließend wurde eine Medaillenrunde zwischen den besten vier Mannschaften der Vorrunde eingeführt, die zunächst noch in Gruppenspielen und dann ab der Meisterschaft 1999 in einem K.-o.-System über die Medaillenvergabe entschied.
Wettbewerbsübersicht Jahr Austragungsort Finale Spiel um Platz 3 Teilnehmer-anzahl Meister Ergebnis Zweiter Platz Dritter Platz Ergebnis Vierter Platz 1930 Uruguay 26:19* Argentinien Brasilien 19:13* Chile 4 1932 Uruguay 21:19* Chile Argentinien 3 1934 Argentinien 43:26 35:20* Chile Brasilien 22:31 2:0* Uruguay 1 4 1935 Argentinien 28:23 20:30* Brasilien Uruguay 3 1937 Chile 19:13 34:27* Uruguay Brasilien 12:29 18:15* Peru 5 1938 Peru 61:55* Argentinien Uruguay 45:30 * Brasilien 5 1939 Brasilien 34:32* Uruguay Argentinien 38:33* Peru 5 1940 Uruguay 25:23* Argentinien Brasilien 36:31* Chile 6 1941 Argentinien 32:17* Peru Uruguay 48:27* Chile 6 1942 Argentinien 52:47 Uruguay Chile 53:48* Brasilien 5 1943 Argentinien 32:29* Uruguay Peru 44:23* Chile 6 1945 Brasilien 31:26* Uruguay Argentinien 41:37* Chile 6 1947 Uruguay 37:27* Brasilien Chile 52:31* Ecuador 6 1949 Uruguay 34:26* Brasilien Chile 41:35* Peru 6 1953 Uruguay 48:32* Brasilien Chile 40:46* Paraguay 7 1955 Uruguay 69:62* Paraguay Brasilien 63:35* Argentinien 9 1958 Brasilien 66:56* Uruguay Paraguay 67:53* Argentinien 8 1960 Brasilien 71:64* Paraguay Argentinien 67:65* Uruguay 7 1961 Brasilien 66:47* Uruguay Argentinien 69:61* Paraguay 8 1963 Brasilien 73:65* Peru Uruguay 73:65* Argentinien 9 1966 Argentinien 54:52* Brasilien Peru 75:69* Uruguay 8 1968 Brasilien 59:50* Uruguay Peru 62:57* Argentinien 8 1969 Uruguay 65:42* Brasilien Argentinien 67:46* Peru 7 1971 Brasilien 79:55* Uruguay Argentinien 76:69* Peru 8 1973 Brasilien 81:74* Argentinien Peru 58:53* Uruguay 8 1976 Argentinien 82:80* Brasilien Uruguay 90:62* Paraguay 7 1977 Brasilien 89:55* Uruguay Argentinien 75:60* Venezuela 9 1979 Argentinien 90:85* Brasilien Uruguay 77:65* Chile 7 1981 Uruguay 66:65* Brasilien Argentinien 126:71* Chile 6 1983 Brasilien 88:80* Argentinien Uruguay 84:64* Venezuela 7 1985 Brasilien 89:86* Uruguay Argentinien 97:83* Venezuela 8 1987 Argentinien * Venezuela Brasilien * Uruguay 7 1989 Brasilien 84:74* Argentinien Uruguay 110:104* Venezuela 9 1991 Venezuela 122:121 Brasilien Argentinien 95:83* Uruguay 8 1993 Brasilien Argentinien Venezuela Uruguay 7 1995 Uruguay 89:74 Argentinien Brasilien 85:63 Venezuela 6 1997 Uruguay 96:89* Venezuela Argentinien 91:87* Brasilien 10 1999 Brasilien 73:67 Argentinien Venezuela 99:77 Uruguay 10 2001 Argentinien 76:69 Brasilien Venezuela 94:90 Uruguay 10 2003 Brasilien 83:80 Argentinien Uruguay 88:82 Venezuela 6 2004 Argentinien 95:78 Brasilien Venezuela 76:74 Uruguay 6 2006 Brasilien 92:61 Uruguay Argentinien 95:78 Venezuela 6 2008 Argentinien 100:95 Uruguay Venezuela 87:72 Brasilien 6 2010 Brasilien 87:77 Argentinien Uruguay 76:70 Venezuela 8 2012 Argentinien 79:56 Venezuela Uruguay 80:68 Brasilien 8 2014 Venezuela 74:65 Argentinien Brasilien 66:61 Uruguay 8 2016 Venezuela 64:58 Brasilien Uruguay 87:83 Argentinien 10 * Platzierungen wurden in Gruppenspielen entschieden. Der angegebene direkte Vergleich entschied nur im Einzelfall über die Vergabe der Platzierungen. 1 Uruguay wurde zurückgestuft, nachdem es in zwei Spielen nicht angetreten beziehungsweise diese nicht beendet hatte.
Statistiken Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt erste Teilnahme Teilnahmen Gastgeber Titelquote Medaillenquote 1 18 13 8 39 1930 45 7 41 % 86 % 2 13 12 13 38 1930 46 7 29 % 84 % 3 11 13 13 36 1930 47 8 24 % 76 % 4 3 3 5 11 1955 21 5 10 % 50 % 5 1 2 4 7 1930 43 7 2,4 % 17 % 6 1 2 4 7 1937 31 3 3,3 % 23 % 7 0 2 1 3 1940 32 3 0 % 9 % 8 0 0 0 0 1945 26 5 0 % 0 % 9 0 0 0 0 1938 23 2 0 % 0 % 10 0 0 0 0 1943 9 0 0 % 0 % Gesamt 47 47 47 138 - 313 (⌀ 6,8) 47 - -
Auszeichnung zum wertvollsten Spieler des Turniers Jahr Gewinner201020122014
Weblinks archive.fiba.com: Events – South American Championship for Men – Wettbewerbsseite im FIBA-Archiv (; unvollständig)
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