Rudolf Alfons Scholl (* 10. Mai 1931 in Köln; † 20. August 2018 ebenda) war ein deutscher Maler und Bildhauer. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt sowie vom Museum Ludwig in Köln, dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn, dem Stadtmuseum Siegburg sowie dem Museum Baden (Kunstmuseum Solingen) angekauft.
Werdegang Scholl wurde 1931 in Köln geboren und studierte zwischen 1956 und 1962 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller und den Kölner Werkschulen bei Otto Gerster. 1961 gründete er zusammen mit Hans-Joachim Block, Ben Granzer, Peter Ohlow und Jürgen Hans Grümmer die Gruppe „mal fünf“.
1963 wurde er mit dem Förderpreis für Malerei der Stadt Köln ausgezeichnet. Er lebte und arbeitete in Köln.
Arbeiten In Scholls frühen Arbeiten – Zeichnungen, Aquarellen und Ölbildern der späten 50er Jahre – erkannte der Kunsthistoriker Karl Ruhrberg Einflüsse des „Tachismus“ bzw. Informel. zitiert auf kunstmuseum-solingen.de, abgerufen am 5. Januar 2014 Scholl stellte in dieser Zeit u. a. im Kölnischen Kunstverein in Gruppenausstellungen Kölner Künstler sowie mit Einzelausstellungen der Galerie Boisserée aus.
mini|Solinger Fenstersturz, Installation am Kunstmuseum Solingen 2004Seit 1966 entstanden auch plastische Arbeiten. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen der 60er Jahre experimentierte er nicht mit neuen Materialien und Medien, sondern konzentrierte sich in seinen Arbeiten mit Holz, Stein und Metall auf die Form und „eigene Lösungen im Schnittpunkt von Skulptur und Bewegung, Statik und Dynamik.“, zitiert auf kunstmuseum-solingen.de, abgerufen am 5. Januar 2014 Seit 1978, abgerufen am 5. Januar 2014 entstand die Serie Der Sockel und sein Objekt. alt=Eine Grabstätte. auf dem kiesbedeckten Untergrund stehen vier etwa kniehohe Dreiecksäulen aus schwarzem Stein, deren Deckflächen in verschiedenen Richtungen abgeschräng sind. Links daneben eine etwa 2,50 m moderne Plastik aus zwei sehr schmalen Quadern und diese chaotisch durchbrechenden dicken Metalldrähten. Beschriftung auf zwei Prismen: Mona Scholl 1966 1981, Rudolf Scholl, 1931 2018|mini|Grab auf dem Melaten-Friedhof (Mai 2023) Viele seiner abstrakten Skulpturen, in denen schnelle Bewegungsabläufe statisch, wie „eingefroren“ zitiert auf kunstmuseum-solingen.de, abgerufen am 5. Januar 2014 sichtbar gemacht werden, finden sich als Kunst am Bau oder im öffentlichen Raum, darunter als frühes Werk 1985 die aufgerollte Treppe am Amtsgericht Wipperfürth und als eine der jüngeren Arbeiten 2004 die zweigeschossige Installation Solinger Fenstersturz am Museum Baden in Solingen.
Rudolf Alfons Scholl erhielt mehrfach öffentliche Aufträge; seine Arbeiten wurden u. a. vom Museum Ludwig in Köln, dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn, dem Stadtmuseum Siegburg sowie dem Museum Baden in Solingen aufgekauft. Er gründete die Scholl Stiftung, welche sich, im Zentrum der Stadt Köln im Friesenviertel gelegen, zur Aufgabe gesetzt hat, zum einen das künstlerische Werk von Scholl zu pflegen und zu würdigen, zum anderen durch Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte generell Kunst, Fotografie und Musik zu fördern und einen Raum für interdisziplinären, künstlerischen Dialog zu bieten.
Scholl starb 2018 im Alter von 87 Jahren. Beigesetzt wurde er im Familiengrab auf dem Kölner Friedhof Melaten (Flur 2 in M, Nr. 138–140a).
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1960/1962 Galerie Boisserée, Köln 1963 Wasserturm, Hamburg 1992 Stadtmuseum, Siegburg 1992 Kunstverein Erftstadt, Lechenich 1998 Museum Siegburg, Feueraktion 2004 Museum Baden, Solingen – Arbeiten 1962–2004 2006 Stadthaus, Erftstadt – Schwarze Löcher 2008 Galerie Golkar, Berlin 2017 Antoniterkirche, Köln
Gruppenausstellungen 1959 Kölner Künstler im Kölnischen Kunstverein 1960 Winterausstellung, Düsseldorf 1961 Gruppe “mal fünf”, Kunstverein Utrecht 1961 IV. Internationale Grafikausstellung, Ljubljana 1962 Stadthalle, Viersen, Gruppe “mal fünf” 1963 Rathaus, Berlin-Spandau, Gruppe “mal fünf”, 1963 Galleria San Fidele, Mailand 1964 Gruppe “mal fünf”, Galerie Schütze, Bonn-Bad Godesberg 1965 Rhein-Tiber-Preis, 12 Kölner Maler in Rom 1967 Förderpreis in der Mülheimer Stadthalle 1973 Internationale Informations- und Kunstmesse, Düsseldorf 1974/1975/1976 Internationale Kunstmesse, Basel 1986 3. Triennale der Kleinplastik, Fellnbach 1991 Große Kunstausstellung NRW, Düsseldorf 1998 Standpunkte, Sieben Künstler aus Europa, Foyer der Oper, Leipzig 2008 Galerie Skala, In Memoriam, Köln
Literatur und Kataloge Block Granzer Grümmer Ohlow Scholl. Gruppe `mal fünf`. Katalog Nr. 1/Herbst 1962, Kölnischer Kunstverein 1963 R. A. Scholl, Sockelobjekte und Zeitraffer 30. Juli – 6. September 1992, Stadtmuseum Siegburg, Rheinlandia-Verlag, Siegburg 1992 Katalog Rudolf A. Scholl, Arbeiten 1962-2004, von den frühen Bildern zum Solinger Fenstersturz, Solingen/Köln 2004
Weblinks
https://www.scholl-stiftung.de/ Solinger Fenstersturz – Ausstellung Kunstmuseum Solingen 2004 (Ausführliches Dossier mit Auszügen aus Katalogaufsätzen) Pressespiegel zu einer Ausstellung im Jahr 2011 in Brühler Kunstverein
Einzelnachweise
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