Jacques Krauss, geboren als Jacques Lucien Kraus (* 21. Oktober 1900 in Paris; † 8. Juni 1957 ebenda) war ein französischer Filmarchitekt.
Leben und Wirken Der Sohn des Schauspielers Henry Krauss besuchte von 1918 bis 1923 die École des Beaux-Arts in seiner Heimatstadt Paris und ließ sich dort in der Malerei ausbilden. Anschließend wurde Krauss von mehreren Filmgesellschaften als Zeichner eingestellt und assistierte dem Filmarchitekten Lucien Aguettand. 1933 begann er mit seiner Tätigkeit als Chefarchitekt.
Bedeutung besitzen seine Entwürfe für mehrere wichtige Vorkriegsinszenierungen Julien Duviviers. Es waren „Filme des ‘poetischen Realismus’, die durch Krauss’ Dekos einen Hauch von Melancholie erhielten.“Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 483.
Nach Duviviers Flucht in die USA 1940 entwarf Krauss nur noch Bauten für Filme, die selten überdurchschnittliche Qualität besaßen. Erwähnenswert sind jedoch Inszenierungen von Claude Autant-Lara („Irrwege des Herzens“), Richard Pottier (der wegen allerlei Bett- und Nacktszenen skandalträchtige Revolutions- und Liebesfilm Im Anfang war nur Liebe) und diverse Kostümstoffe („Madame Sans-Gêne“, „Casanova“, „Ritter seines Königs“).
Filmografie 1933: Les deux canards 1934: Le paquebot ‚Tenacity‘ 1934: Menschen im Norden (Maria Chapdelaine) 1935: Escale 1935: Monsieur Sans-Gêne 1935: Die Liebesgasse von Marokko (La Bandéra) 1936: Zünftige Bande (La Belle Équipe) 1936: L’homme du jour 1936: Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier 1936: Darf ein Mann so dumm sein? (Mademoiselle ma mère) 1937: La dame de Malacca 1937: Claudine à l’école 1937: Altitude 3200 1938: Café de Paris 1938: Theaterliebe (Entrée des artistes) 1939: Die Zehnte soll es sein (Accord final) 1939: Lebensabend (La fin du jour) 1939: La charrette fantôme 1941: Madame Sans-Gêne 1941: Le mariage de Chiffon 1942: Lettres d’amour 1942: Das Geheimnis der blauen Limousine (Monsieur la souris) 1943: Irrwege des Herzens (Douce) 1943: Le voyageur sans bagages 1944: La fiancée des ténèbres 1945: Sylvia und das Gespenst (Sylvie et la fantôme) 1946: Flüchtig (Le fugitif) 1946: Casanova (Les aventures de Casanova) 1947: Capitaine Blomet 1948: Tous les deux 1948: Ritter seines Königs (Du Guesclin) 1949: Monseigneur 1950: Im Anfang war nur Liebe 1951: Die Hexe von Montmartre (Gibie de Potence) 1952: Mein Leben für die Liebe (Un caprice de Caroline chérie) 1954: Dunkelroter Venusstern (Le fils de Caroline chérie) 1956: Elisa – eine Gefallene (Elisa)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 483.
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