mini|Weißes Schloss in Heringsdorf mini|Weißes Schloss von der Ecke Kulmstraße aus mini|Gedenktafel an der Außenwand Das Weiße Schloss ist das älteste Gebäude in Heringsdorf auf Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Das heute als Hotel und Restaurant genutzte Haus befindet sich in der Rudolf-Breitscheid-Straße 3 und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte Georg Bernhard von Bülow war zusammen mit seinem Bruder Ernst Gottfried Besitzer des Rittergutes Gothen, dass sich bis an die Ostsee über das Gebiet des späteren Ortes Heringsdorf erstreckte. Er ließ 1825 auf dem Kulm, einem 34 m hohen sandigen Hügel, das erste Gästehaus für den beginnenden Bädertourismus errichten.

1861 erwarb die Reichsgräfin Charlotte zu Stolberg-Wernigerode aus dem Hause Peterswaldau Gothen mit Heringsdorf und somit auch das Logierhaus.Neue Stettiner Zeitung, 24. Dezember 1861 1866 wohnte hier Kronprinzessin Victoria von Preußen mit ihren Söhnen Wilhelm und Heinrich sowie den Töchtern Charlotte und Victoria.Die Korrespondenz des preußischen Kronprinzenpaares Friedrich Wilhelm und Victoria in Kriegszeiten 1866, 2025, ISBN 978-3-7319-1453-2 Der preußische Kronprinz Friedrich kam nach dem Ende des Deutschen Krieges dazu. Ab 1867 bewohnte die Reichsgräfin das später so genannte Weiße Schloss selbst.

In den Jahren 1920 und 1921 bewohnte Kurt Tucholsky mit dem Ensemble „Le Chat Noir“ das Haus. Zu DDR-Zeiten war das Haus zeitweise Ferienheim des ZK der SED und wurde bis 1989 von der SED-KreisparteischuleRolf Goetz: Usedom: Wollin, Festlandsküste. ADAC Verlag, 2006, ISBN 978-3-8990-5523-8, S. 28. genutzt. Nach der Wiedervereinigung wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt und saniert. Seitdem dient es wieder als Hotel.

Gebäude Das eingeschossige, neunachsige Gebäude mit Satteldach besitzt ein ausgebautes Dachgeschoss mit Drempel. Ein zweigeschossiger, nur leicht vorstehender Mittelrisalit geht über drei Achsen, von denen der korbbogige Eingang die mittlere bildet. In seinem Obergeschoss befinden sich zwei rundbogige Fenster. Das Erdgeschoss besitzt eine Putzquaderung, während der Drempel und die obere Etage des Risaliten glatt geputzt sind. Dem Namen entsprechend ist die gesamte Fassade weiß gestrichen.

Das Haus war von einem Park mit Eichen und Buchen umgeben. In den 2010/20er Jahren wurde ein Großteil des Baumbestandes auf der Nordwestseite für zwei fünfgeschossige große Neubauten gefällt. Von der Terrasse blickt man statt auf Wald und Baumgalerie nun auf diese Neubauten.

Literatur Eckhard Oberdörfer: Vorpommern-Greifswald. Ein Reise- und Lesebuch. Edition Temmen, Bremen 2013, ISBN 978-3-8378-3002-6, S. 207–208.

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