mini|Linz am Rhein, Rheinstraße 1 Ecke Burgplatz (2013)
Das Gebäude Rheinstraße 1 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in Linz am Rhein, einer Stadt im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz, das 1913 errichtet wurde. Es liegt im Stadtzentrum an der Ecke Rheinstraße/Burgplatz. Das Gebäude steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.
Geschichte Das Gebäude entstand für den Bauherrn Hermann Hirsch, einen jüdischen Geschäftsmann, als Kaufhaus seiner Textilwarenhandlung („Textilhaus Hirsch“) an der Stelle des bisherigen Geschäfts nach einem Entwurf des Architekturbüros Mattar & Scheler. Den Auftrag hatten sie auf Empfehlung der „Rheinischen Bauberatungsstelle“ in Düsseldorf erhalten, an die Hirsch sich nach für ihn unzureichenden Planungen anderer Architekten gewendet hatte und die Mattar einen Entwurf mit der Bitte um Überarbeitung zuleitete. Es handelte sich um das erste Bauprojekt des Architekturbüros in Linz am Rhein. Das neu errichtete Kaufhaus war der erste Stahlbetonbau der Stadt.
Das Kaufhaus verfügte zeitweise über 16 Mitarbeiter, für die im Untergeschoss ein eigener Speisesaal bestand. Ab 1914 wurde es als „Manufakturen-, Kleider- und Pelzhandlung“ geführt und blieb noch bis 1931 im Besitz der Familie Hirsch.Textilhaus Hirsch auf myheimat.de, abgerufen am 3. Januar 2014 Das Gebäude ist heute im Detail gegenüber dem Ursprungszustand verändert und dient weiterhin als Modehaus.
Architektur mini|links|Linz am Rhein, Rheinstraße 1, Architektengravur, rechts vom Eingang Das Gebäude steht giebelständig zum Burgplatz und traufständig zu der zum Marktplatz hinaufführenden Rheinstraße. Es ist ein dreieinhalbgeschossiger Stahlbetonskelettbau, der in den unteren beiden Geschossen als filigraner Funktionsbau erscheint und insbesondere im Dachbereich in ländlichen, barockisierenden Formen ausgeführt istPaul-Georg Custodis: Der Architekt Heinrich Mattar. In: Kreisverwaltung Neuwied, Untere Denkmalschutzbehörde (Hrsg.): H. Mattar & E. Scheler. Architekten des „Heimatstils“ und ihre Bauten in Linz und in Neuwied. und sich der Reform- und Heimatschutzarchitektur zuordnen lässt. Das Dach beinhaltet Zwerchhäuser und besitzt ein verschiefertes Giebeldreieck mit einem Dreipassfenster. Das zur Rheinstraße gelegene Portal nimmt eine zweiflügelige Tür auf, deren Umrahmung ein Werksteingewände bildet, und wird nach oben hin vom Haupt eines Zwölfenders abgeschlossen.
Literatur Kreisverwaltung Neuwied, Untere Denkmalschutzbehörde (Hrsg.): H. Mattar & E. Scheler. Architekten des „Heimatstils“ und ihre Bauten in Linz und in Neuwied. Neuwied 2001, ISBN 3-920388-95-X, S. 6, 12.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Linz am Rhein Linz am Rhein Linz am Rhein Kategorie:Kulturdenkmal in Linz am Rhein Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Linz am Rhein