mini|Kirche St. Katharina von Siena Fällanden bei Nacht mini|Ansicht von Süden mini|Ansicht von Osten mini|Luftbild mini|Das Schöpfungsfenster mini|Das Kirchenportal mini|Grosses Fenster hinter dem Altar Die Kirche St. Katharina von Siena ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Fällanden im Kanton Zürich in der Schweiz. Das dazugehörige Pfarreivikariat ist zuständig für das Dorf Fällanden und die beiden ehemaligen Hofsiedlungen Benglen und Pfaffhausen. Es handelt sich um die einzige Kirche, die im Bistum Chur der Mystikerin und Kirchenlehrerin Katharina von Siena (* 25. März 1347 in Siena; † 29. April 1380 in Rom) geweiht wurde.
Geschichte Vorgeschichte Das Fraumünster, das zusammen mit dem Grossmünster die beiden grossen, in der Stadt Zürich gelegenen geistlichen Stifte darstellte, war in Fällanden im 9. und 10. Jahrhundert zu grossem Besitz an hörigen Leuten, grundherrlichen Rechten sowie Grund und Boden gekommen. Dem Grossmünsterstift standen in dieser Zeit in Fällanden zwar nur einige kleinere Güter, dafür aber umso grössere Teile des Zehnten zu.Geschichte. Fällanden. Website der politischen Gemeinde Fällanden, abgerufen am 2. Januar 2014. Archäologische Grabungen belegen in Fällanden um das Jahr 810 den Bau einer ersten Feldkapelle, welche im Jahr 1271 erstmals urkundliche Erwähnung fand. Diese Kirche wurde im Jahr 1371 gegen den Westen um eine Eingangspartie erweitert und im Jahr 1428 gegen Osten mit einem neuen Chor ergänzt. Im Jahr 1488 fand eine umfangreiche Sanierung mit dem Einbau des Chorgestühls statt. Seit dieser Zeit prägte die Kirche mit dem rotgeschindelten Dachreiter das Dorfbild. Im Rahmen der Reformation in Zürich wurde im Zürichbiet nach 1523 der katholische Gottesdienst verboten und die Kirche Fällanden für reformierte Gottesdienste verwendet. Aus diesem mittelalterlichen Kirchenbau ist die heutige reformierte Kirche von Fällanden hervorgegangen.Baugeschichte unserer Kirche / Kirche heute. Website der reformierten Kirchgemeinde Fällanden, abgerufen am 19. Juli 2022.
Als im Jahr 1807 in Zürich die Tagsatzung stattfand, kam es zum sogenannten Toleranzedikt, das erstmals wieder katholische Gottesdienste gestattete, allerdings örtlich beschränkt. Ab 1833 durften im Fraumünster Zürich katholische Gottesdienste gefeiert werden. 1842 wurde den in Zürich lebenden Katholiken die Augustinerkirche zur Verfügung gestellt. Als am 8. Juni 1873 die Zürcher Katholiken gegen das Unfehlbarkeitsdogma protestierten, traten sie mehrheitlich zur neu gegründeten christkatholischen Kirche über, wodurch die in der römisch-katholischen Kirche Verbliebenen eine neue Kirche bauen mussten. So entstand im Jahr 1874 die Kirche St. Peter und Paul in Zürich-Aussersihl, welche zur römisch-katholischen Mutterpfarrei der Stadt und Region Zürich wurde, zu der auch Fällanden mit Pfaffhausen und Benglen gehören.Josef Hürlimann: Chilebuech Wangen-Brüttisellen. S. 169. Von St. Peter und Paul Zürich-Aussersihl aus entstand die Pfarrei Herz Jesu Zürich-Oerlikon im Jahr 1894, von der die spätere Pfarrei Maria Frieden in Dübendorf gegründet wurde. Im Jahr 1897 fand in Dübendorf der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation statt, zunächst im Tanzsaal des Restaurants Kreuz. 1902 erwarb die katholische Pfarrei eine an der Wilstrasse gelegene ehemalige Sennhütte, die 50 Jahre lang als Pfarrhaus und Notkapelle diente.Alois Ender, in: Katholische Pfarrei Dübendorf. 1977, S. 27. Die Kapelle wurde am 21. Dezember 1902 geweiht. Im Jahr 1904 wurde Dübendorf zum Pfarrrektorat und am 7. Dezember 1926 zur Pfarrei erhoben und von Herz Jesu Zürich-Oerlikon abgetrennt. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Einwohner- und Katholikenzahl weiter anstieg, wurde ein Neubau in Dübendorf nötig. Die Grundsteinlegung der Kirche fand am 27. August 1950 statt, und am 27. April 1952 weihte der Bischof von Chur Christian Caminada die Kirche zu Ehren Marias, der Königin des Friedens.
Entstehungs- und Baugeschichte Seit der Errichtung der Seelsorgestation in Dübendorf im Jahr 1902 wurden die Katholiken von Fällanden wie auch diejenigen von Schwerzenbach von Dübendorf aus betreut. Pfaffhausen dagegen gehörte zunächst zur Pfarrei St. Anton in Zürich-Hottingen und ab 1957 zur neu gegründeten Pfarrei Maria Krönung in Zürich-Witikon. Als in den 1960er und 1970er Jahren in der Region Zürich eine rege Bautätigkeit einsetzte, stieg auch die Anzahl der Katholiken in Fällanden und Pfaffhausen. In Benglen, das nur aus wenigen Bauernhöfen bestand, wurden ab den 1970er Jahren Wohnhäuser und Einfamilienhaussiedlungen errichtet, wodurch auch dort etliche Katholiken zuzogen. Diese baulichen Aktivitäten veranlassten die Kirchgemeinde Dübendorf, im Jahr 1966 Land für den Bau der heutigen Kirche in Fällanden zu erwerben. Die Realisierung der Kirche liess jedoch noch 25 Jahre auf sich warten. Dafür kaufte die Kirchgemeinde Dübendorf im Jahr 1973 in Benglen Räumlichkeiten im dortigen Quartierzentrum, welche fortan für kirchliche Zwecke benutzt wurden. Insgesamt jedoch empfanden die Katholiken von Fällanden, Benglen und Pfaffhausen die Situation als unbefriedigend, weshalb in den 1970er Jahren engagierte Katholiken dieser drei Orte eine Gruppierung bildeten, welche sich für eine Verbesserung der pastoralen Situation einsetzte. Eine Kontaktgruppe erstellte einen erläuternden Bericht über die Pastoration der drei Orte und nahm in Rücksprache mit den Pfarreien Maria Krönung Zürich-Witikon und Maria Frieden Dübendorf mit dem Generalvikariat Zürich und der Leitung des Bistums Chur Kontakt auf. Am 13. März 1975 sprach die Kontaktgruppe bei Bischof Johannes Vonderach vor und deponierte den Wunsch nach einer eigenen Pfarrei. Der Bischof reagierte rasch und ernannte Fällanden bereits per 1. September 1975 zum Pfarrvikariat, zugehörig zur Pfarrei Maria Frieden Dübendorf. Dem Pfarrvikariat Fällanden wurden auch Benglen und Pfaffhausen zugeteilt, womit Pfaffhausen von der Pfarrei Maria Krönung Witikon abgetrennt wurde. Der Bischof setzte einen Seelsorger für das neu gegründete Pfarrvikariat ein, welcher vor Ort Wohnsitz nahm und in Rücksprache mit der Pfarrei Maria Frieden die Seelsorge für Fällanden, Benglen und Pfaffhausen aufbaute. Da in Fällanden zu dieser Zeit noch keine eigene Kirche vorhanden war, wurden die Gottesdienste in Fällanden in der Friedhofskapelle Zil abgehalten. In Pfaffhausen fanden in den ersten Jahren Gottesdienste im Schulhaus Bommern statt, in Benglen im Mehrzweckraum des Schulhauses Buechwis. Um die Entwicklung des Pfarrvikariates voranzubringen, wurde in den Jahren 1990–1992 in Fällanden durch die Architekten Peter Brader & Urs Nüesch die Kirche St. Katharina von Siena samt Pfarreizentrum errichtet.Die drei ausgezeichneten Schweizer Objekte. In: Schweizer Ingenieur und Architekt. 28. Februar 1991, S. 204, abgerufen am 3. September 2014 (archiviert auf E-Periodica der ETH Zürich). Am 12. Mai 1991 wurde die Kirche von Abt Dominikus Löpfe aus dem Kloster Muri-Gries geweiht. Im Jahr 2011 verkaufte die Kirchgemeinde die Räume in Benglen, da diese wegen des Pfarreizentrums und der Kirche in Fällanden nicht mehr gebraucht wurden.Archiv der katholischen Kirchgemeinde Dübendorf. In den Jahren 2022–23 wurde die Kirche energetisch saniert.Website der Kirchgemeinde. Abgerufen am 30. Mai 2024.
Die Kirchgemeinde Dübendorf, zu der Fällanden, Benglen und Pfaffhausen staatsrechtlich gehören, ist nach Winterthur und Uster mit 11'360 Mitgliedern (Stand 2021) die drittgrösste katholische Kirchgemeinde des Kantons Zürich.Katholische Kirche im Kanton Zürich: Jahresbericht 2021. S. 104.
Namensgebung Das Patrozinium der Kirche in Fällanden wurde basisdemokratisch bestimmt. Der Pfarreirat von Fällanden entschloss sich an der Sitzung vom 18. April 1985, der Bevölkerung vier Vorschläge zu unterbreiten und sie darüber abstimmen zu lassen. Hierzu wurden 1000 Karten zusammen mit dem Pfarrblatt versandt, wovon 112 Karten zurückkamen, die 252 Stimmen enthielten. Von den abgegebenen Stimmen entfielen 33 Stimmen auf den hl. Dominikus, 38 Stimmen auf Erlöser, 52 Stimmen auf den hl. Don Bosco und 122 Stimmen auf die hl. Katharina von Siena.Archiv des Pfarreivikariats.
Baubeschreibung Äusseres Die Kirche befindet sich am östlichen Ortsrand von Fällanden und grenzt an das regional bedeutende, kantonale Naturschutzgebiet am Greifensee. Von der Sunnetalstrasse her kommend, führt ein gerader Weg von der Strasse hin zur Kirche St. Katharina von Siena. Das Kirchengebäude wird von Sattel- und Giebeldächern abgeschlossen und ist als Übergang zum Naturschutzgebiet bewusst niedrig gehalten. Der Glockenturm überragt das Kirchengebäude und gibt der Breite des Gebäudes ein vertikales Gegengewicht.Kirchgemeinde Dübendorf-Fällanden-Schwerzenbach (Hrsg.): Das Pfarreizentrum St. Katharina von Siena, Fällanden. 1991, S. 2.
Die drei Kirchtürme mini|Offener Glockenturm 1992–2012 Die Kirche steht auf der historischen Achse Orient – Okzident, was mit den beiden O im Symbol gekennzeichnet ist. Neben dem gut sichtbaren Glockenturm besitzt die Kirche zwei weitere den Kirchenraum fassende pfeilerartige Türme, welche in ihrer Gestaltung die Bauphilosophie der Architekten Peter Brader (Projektleitung) und Urs Nüesch aufnehmen. Die Türme liegen auf der Ost-West-Bahn der Sonne und versinnbildlichen die Zusammenhänge von Mass, Ton, Farbe und Zeit. Der mittlere Turm weist eine Höhe von 7,24 m auf, welche der Architekt Peter Brader vom Tagesrhythmus ableitete: 1 Tag = 86'400 Sekunden, diese Grundlage als Schwingung 25-mal oktaviert, ergibt den Ton G mit 388 Hertz. 65-mal oktaviert erscheint eine orangerote Farbe. Das Höhenmass errechnet sich vom Grundraster (2,56 mal 2,56 m) über die Diagonale 2,56 m mal Wurzel 2 × 2 = 7,24 m. Der Altarturm wurde vom Jahresrhythmus abgeleitet: 1 Jahr = 31'556'925,9747 Sekunden, diese Grundlage als Schwingung 32-mal oktaviert, ergibt den Ton Cis mit 136 Hertz. 74-mal oktaviert erscheint eine grüne Farbe. Das Höhenmass errechnet sich mit dem Tagesturm: G : Cis = Tritonus. Höhe Tagesturm von 7,24 mal = 10,18 m. Der Glockenturm schliesslich wird vom platonischen Jahr abgeleitet. 1 platonisches Jahr = 25'920 Jahre, diese Grundlage als Schwingung 47-mal oktaviert, ergibt den Ton F mit 127 Hertz. 89-mal oktaviert erscheint Ultraviolett. Das Höhenmass errechnet sich im Zusammenhang mit dem Tagesturm: G : f = Kleine Septime. Höhe Tagesturm von 7,24 mal = 13,03 m.Kirchgemeinde Dübendorf-Fällanden-Schwerzenbach (Hrsg.): Das Pfarreizentrum St. Katharina von Siena, Fällanden. 1991, S. 8–9.
Im Jahr 2012 wurde der ursprünglich offene Glockenturm eingehaust. Die Holzverkleidung besitzt eine LED-Beleuchtung, die nachts je nach Phase des Kirchenjahres in den liturgischen Farben Grün, Rot, Violett, Rosa und Gelb den transparenten Turm dezent ausleuchtet.
Nummer Gewicht Durchmesser Ton Widmung Inschrift 1 688 kg 108 cm g Jesus Christus «PAX DOMINI SIT SEMPER VOBISCUM» = «Der Friede sei mit euch» 2 499 kg 96 cm a Muttergottes «SANCTA MARIA, MATER DEI, ORA PRO NOBIS PECCATORIBUS» = «Heilige Maria, bitte für uns Sünder» 3 279 kg 80 cm c2 Katharina von Siena «SANCTA KATHARINA, PATRONA ECCLESIAE, ORA PRO NOBIS» = «Heilige Katharina, Patronin der Kirche, bitte für uns» 4 211 kg 72 cm d2 Bruder Klaus «NICOLAUS DE FLUE PATER PATRIEAE PROMOTOR PACIS» = «Nikolaus von Flüe, Vater der Heimat, Förderer des Friedens»
Innenraum und künstlerische Ausstattung mini|Innenansicht mini|Innenansicht bei Nacht mini|Der Altar mini|Kapelle