mini|Ansicht der Kirche von Süden mini|Ansicht von Norden mini|Brunnen auf dem Kirchplatz mini|Kirchturm Die Kirche Hl. Dreifaltigkeit ist die römisch-katholische Pfarrkirche in der Gemeinde Zollikon im Kanton Zürich. Zur Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon gehören drei Kirchen, neben der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Zollikon auch die Pfarrkirche St. Michael in Zollikerberg und die Bruder-Klaus-Kapelle in Zumikon. Die beiden Pfarreien Hl. Dreifaltigkeit Zollikon und St. Michael Zollikerberg-Zumikon bilden seit 2013 den Seelsorgeraum Zollikon, Zollikerberg-Zumikon.Website der Pfarrei

Geschichte Vorgeschichte und Namensgebung Vermutlich im 9. Jahrhundert entstand eine Kapelle, die dem Hl. Petrus benediziert war, im dazu gehörigen Ortsteil Chirchhof. Diese Kapelle wurde im Jahr 1223 erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem Jahr 1419 war für Zollikon ein eigener Kaplan zuständig. Im Rahmen der Reformation wurde die Kirche von Zollikon ab dem Jahr 1528 für reformierte Gottesdienste verwendet und ist heute die Reformierte Kirche Zollikon.Bischöfliches Ordinariat Chur (Hrsg.): Schematismus. S. 269. Seit der Reformation war der katholische Gottesdienst in Zürich und seinen Untertanengebieten für fast 300 Jahre verboten, bis das Toleranzedikt des Zürcher Regierungsrats vom 10. September 1807 erstmals wieder eine katholische Gemeinde in Zürich erlaubte.Henri Truffer: Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Zürich. Zürich 1989, S. 192.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Zollikon ein beschauliches Dorf. Die rechtliche Gleichstellung der Land- und Stadtbevölkerung im Kanton Zürich und die Einführung der Niederlassungsfreiheit nach der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 hatten in Zollikon einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. Der Bau neuer Strassen und die Eröffnung der Rechtsufrigen Zürichseebahn im Jahr 1894 machten dann Zollikon zu einem bevorzugten Wohngebiet für vermögende Zürcher. Im Rahmen all dieser Entwicklungen zogen im 19. Jahrhundert auch wieder Katholiken nach Zollikon.

Obwohl im Jahr 1899 im benachbarten Küsnacht die Kirche St. Georg erbaut wurde, blieb Zollikon bei der Neuregelung der Pfarreigrenzen im Jahr 1898 zunächst noch bei der Liebfrauenkirche Zürich. Im Jahr 1903 wurde Zollikon dann der Pfarrei St. Georg Küsnacht zugeteilt. Am 14. April 1926 reichten die in Zollikon wohnhaften Katholiken beim bischöflichen Ordinariat in Chur eine Petition ein, in der sie die Einführung vom katholischen Religionsunterricht und vom Gottesdienst in Zollikon forderten. Gleichzeitig wünschten die Katholiken von Zollikon, dass ihr Gemeindegebiet von Küsnacht losgelöst und St. Anton Zürich zugeteilt werde, da die Pfarrei von Küsnacht in den folgenden 20 Jahren aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sei, für den Bau einer katholischen Kirche in Zollikon zu sorgen.Website der Pfarrei, Abschnitt Geschichte unserer Kirchgemeinde. Abgerufen am 1. Januar 2014. Der Bischof von Chur reagierte auf diese Petition durch ein Dekret, das Zollikon am 8. Juli 1926 von Küsnacht loslöste und der Pfarrei St. Anton Zürich zuteilte. Gleichzeitig wurde Zollikon vom Bischof zum Pfarrvikariat erhoben und am 22. Dezember 1931 zu einer selbständigen Pfarrei ernannt.

Entstehungs- und Baugeschichte Am 2. Oktober 1927 fand in Zollikon im damaligen Hotel Bellevue am Dufourplatz erstmals seit der Reformation wieder ein katholischer Gottesdienst statt; vorher hatten die Zolliker Katholiken den Gottesdienst in Zürich oder in Küsnacht besucht. Schon bei der ersten Messfeier im Saal des Hotels Bellevue zeigte sich, dass der Saal viel zu klein war. Am 16. Juni 1929 beschlossen dann der Gemeinderat und die reformierte Kirchgemeinde nach anfänglichem Widerstand, ihren Kirchgemeindesaal den Katholiken für ihre Gottesdienste zur Verfügung zu stellen.

Bereits im Jahr 1927 hatte der katholische Kultusverein von St. Anton in Zollikon an der Riethofstrasse Bauland erwerben können, auf dem dann am 30. Juni 1930 der Spatenstich für die erste katholische Kirche von Zollikon samt Pfarrhaus stattfand. Die Kirche konnte am Ostermontag, dem 6. April 1931 eingeweiht und der Heiligsten Dreifaltigkeit benediziert werden.Albert Heer: Unser Zollikon. Zollikon 1968. Im Jahr 1952 erwarb Pfarrer Dr. Ambros Zurfluh im Euthal eine Militärbaracke, die dann in Zollikon auf ein in Fronarbeit erstelltes Fundament gestellt wurde und in den nächsten Jahrzehnten als Pfarreiheim diente. Am 7. Januar 1965 beschloss die Kirchgemeinde, an die Kirche eine grössere Sakristei anzubauen. 1977 ersetzte die Kirchgemeinde die alte Baracke durch das heutige Pfarreizentrum.

Im Juni 1982 beschloss die Kirchgemeindeversammlung, eine neue Kirche zu bauen. In den darauffolgenden Jahren wurden Projekt um Projekt vorgestellt und verworfen, sodass die baufällig gewordene Kirche erst Mitte der 1990er Jahre durch einen Neubau ersetzt werden konnte. Am 30. Mai 1994 genehmigte die Kirchgemeindeversammlung das Projekt der Architekten Caretta & Kupferschmid, Küsnacht für 4,9 Mio. Franken. Am Eidgen. Dank-, Buss und Bettag, dem 15. September 1996 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Am 24. Mai 1997 wurden die Glocken auf den neuen Kirchturm aufgezogen und am 29. Juni die Kirche durch Weihbischof Peter Henrici eingeweiht.

Um das Pfarreizentrum zu erweitern und zu sanieren, wurde im Jahr 2011 ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, den das Architekturbüro Hull Inoue Radlinsky, Zürich für sich entscheiden konnte. Das bestehende Pfarreizentrum wurde im Wesentlichen belassen, aber der Saal wurde auf 180 Sitzplätze vergrössert und die Nutzbarkeit des Obergeschosses durch den Einbau zweier Lukarnen erhöht. Am 26. Juni 2016 wurde das erweiterte und sanierte Pfarreizentrum eingeweiht.Zolliker Bote: Was lange währt, wird endlich gut vom 24. Juni 2016. Abgerufen am 5. August 2016.

Mit 4'260 Mitgliedern (Stand 2021) ist die Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon eine der mittelgrossen katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zürich.Katholische Kirche im Kanton Zürich (Hrsg.): Jahresbericht 2021. S. 106.

Baubeschreibung Paradigmenwechsel im Kirchenbau Im Kanton Zürich wurden in gut 150 Jahren über hundert katholische Kirchen gebaut. Diese rege Bautätigkeit war nötig, da Zürich traditionell reformiert ist und die Katholiken als Zugewanderte ihre Kirchen neu erbauen mussten. Anhand der drei Kirchen der Kirchgemeinde Zollikon-Zollikerberg-Zumikon lässt sich ein Paradigmenwechsel im katholischen Kirchenbau innerhalb von 30 Jahren ablesen, der auch anhand anderer Kirchen, die in dieser Zeitspanne im Kanton Zürich errichtet wurden, belegt werden kann. Vor dem Hintergrund der Diaspora-Situation und des Kulturkampfs errichteten die Katholiken im Kanton Zürich ab den 1890er-Jahren monumentale Kirchen, sobald dies aus finanziellen Gründen möglich war. Dieses erstarkte Selbstbewusstsein der Katholiken im Kanton Zürich lässt sich durch Kirchbauten wie der Liebfrauenkirche Zürich (erbaut 1892–1894), der Kirche Guthirt Zürich-Wipkingen (erbaut 1922–1923) oder auch der Kirche St. Michael Zollikerberg (erbaut 1964–1966) belegen.

Ab den 1960er Jahren gerieten die Kirchen jedoch zunehmend unter Druck. So entstand der Gedanke, bei Neubauten gestalterische Zurückhaltung zu üben.Fabrizio Brentini: Die katholische Kirche St. Martin in Zürich-Fluntern. Bern 2013, S. 36. Neu errichtete Kirchenbauten ab den 1970er Jahren belegen dies, so z. B. die Kirche St. Michael in Dietlikon (erbaut 1969–1970) und die Kirche Heilig Geist in Zürich-Höngg (erbaut 1972–1973), die beide trotz ihrer Grösse auffällig zurückhaltend gestaltet wurden und auf einen monumentalen Kirchturm verzichten. In diese Phase des Kirchbaus im Kanton Zürich gehört auch die Bruder-Klaus-Kapelle in Zumikon (erbaut 1982).

Eine erneute Veränderung im gestalterischen Konzept lässt sich jedoch beim Neubau der Dreifaltigkeitskirche Zollikon ablesen. Dieser Kirchenneubau weist ähnlich wie die zeitgleich erbaute Auferstehungskirche St. Maria Magdalena in Rafz (erbaut 1993–1994) oder die Kirche St. Katharina von Siena in Fällanden (erbaut 1990–1992) aus den 1990er Jahren wieder Glockentürme auf und setzt mit seinem Erscheinungsbild im jeweiligen Ortsteil einen neuen gestalterischen Akzent. Josef Mächler legitimiert das selbstbewusste äussere Erscheinungsbild der Dreifaltigkeitskirche Zollikon mit einem Verweis auf die Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz, die bereits in den 1970er Jahren zu einem Umdenken in Bezug auf kirchliche Bauten geraten hat: „Entgegen der damals in der Luft liegenden Tendenz, auf Eigenbauten gar zu verzichten, wird festgehalten: ‚Die Christengemeinde gehört nicht zu den wirtschaftlich schwachen Gruppen, ist zahlenmässig so gross, dass sich Eigenbauten … aufdrängen, hält ihre Tätigkeiten für so bedeutsam, dass sie sich in der Öffentlichkeit durch eigene Bauten kundtun soll und will das Identitätsgefühl ihrer Mitglieder durch ihre Eigenbauten stärken.‘“Josef Mächler: Die neue Dreifaltigkeitskirche in Zollikon. in: Zolliker Jahrheft. S. 58.

Kirchturm und Äusseres mini|Glocke der Vorgängerkirche Das Erscheinungsbild der Dreifaltigkeitskirche Zollikon folgt denn auch diesem Paradigmenwechsel im Kirchenbau der 1990er Jahre. An der Gustav-Maurer-Strasse gelegen, befindet sich der Rundbau der Kirche samt Kirchturm. Kirche, Glockenturm und das bereits in den 1970er Jahren errichtete Pfarreizentrum gruppieren sich um einen mit Steinplatten gedeckten rechteckigen Innenhof. Der Platz ist mit indischem Sandstein belegt und besitzt einen Brunnen, dessen quadratische Form ein Kreuz andeutet und in der Mitte ein rundes Becken enthält. Ein Arkadengang zwischen dem Pfarreizentrum und der Kirche ermöglicht es den Gottesdienstbesuchern, von der Witterung geschützt vom einen zum anderen Gebäude zu gelangen. Der Kirchturm steht auf zwei breiten Betonpfeilern und birgt in einer quadratischen Glockenstube das Geläute. Die vier quadratischen Verkleidungselemente der Glockenstube bilden miteinander ein gleichschenkliges Kreuz, das auf den christlichen Charakter des Gebäudeensembles verweist. Bekrönt wird der Kirchturm durch ein schlichtes Metallkreuz. Die Glocken wurden 1997 von der Giesserei H. Rüetschi, Aarau gegossen und erklingen in der Tonfolge es1 — as1 — b1 — c2. Die Kirche selbst besteht aus einem Rundbau. Kleine quadratische Fenster sind in die Kirchenmauern eingelassen, hinter denen sich die Kreuzwegstationen im Kircheninnern befinden. Die Kupferverkleidung des Betonbaus verleiht dem Gotteshaus eine schlichte und doch markante Gestaltung. Auf der Seite des Innenhofs besitzt die Kirche eine Fensterfront, die zusammen mit den Oberlichtern im Dach eine gezielte Lichtführung im Innern des Gotteshauses ermöglicht. In der Nähe des Glockenturms hängt die Glocke aus dem Dachreiter der Vorgängerkirche. Sie wurde 1934 in der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau gegossen und g2 gestimmt.

Innenraum und künstlerische Ausstattung mini|Innenansicht mini|Altarinsel mini|Altarbereich mini|Altar mini|Marienkapelle mini|Orgel