mini|Die Weibchen der Schwarznacken-Fruchttaube sind recht unscheinbar gefärbt.
Die Schwarznacken-Fruchttaube (Ptilinopus melanospilus), manchmal auch Schwarzkappen-Fruchttaube genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Sie gehört zu den Flaumfußtauben und ist mit bis zu sechs Unterarten in der südostasiatischen Inselwelt verbreitet.
Erscheinungsbild Die Größe der Taube variiert, je nach Unterart, von kleiner als Lach- bis zu Stadttaubengröße, etwa 27 cm. Sie ähnelt den anderen Taubenarten der Gattung der Flaumfußtauben. Es liegt ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vor.
Beim Männchen ist der Kopf silber-weiß, mit einem schwarzen Fleck vom Hinterkopf bis zum Nacken. Der Unterbauch und die Unterschwanzdecken sind goldgelb, die längeren Schwanzdecken karminrot. Das übrige Gefieder ist dunkelgrün mit einem gold-bronzenen Schimmer. Die Weibchen sind im Ganzen dunkelgrün, am Kinn, Hals und der Brust grau angehaucht.Rösler, S. 286.Raethel, S. 189.Gibbs, Barnes und Cox, S. 516.
Verbreitung und Lebensraum Das Verbreitungsgebiet der Schwarznacken-Fruchttaube umfasst Sumatra, Java, die kleinen Sundainseln von Bali bis Alor, Celebes, Palawan, den südphilippinischen Raum, Wallacea und Borneo.Pestel, S. 27. Die Art ist häufig auf offenen baumbestandenen Flächen auf Mindanao, Sulawesi und Java, auf Borneo selten und auf dort nur auf den großen Inseln zu finden. Sie tritt meist einzeln auf.
Die Rufe werden als doppeltes „hoo hoo“ beschrieben und werden alle 7–10 Sekunden wiederholt, oft minutenlang.
Haltung in menschlicher Obhut Die erste Haltung in Europa erfolgte 1865 und 1872 im Zoo London. Durch die aufwendigen Haltungsbedingungen, bei Unterbringung und Futter, gibt es nur wenige Zoos und private Halter, die sich mit der Haltung der Schwarznacken-Fruchttaube beschäftigen.
Aktuell wird die Art in Deutschland vom Zoo Berlin, dem Zoo Frankfurt und dem Vogelpark ViernheimSchwarznacken-Fruchttaube auf Zootierliste gehalten. Zusätzlich gibt es in Europa (EAZA-Raum) noch 16 weitere Zoos, die die Art halten.
Das europäische Fruchttaubenprojekt weist für die letzten Jahre die folgende NachzuchtstatistikNachzuchtstatistiken von fruchttaubenprojekt.eu aus:
Jahr Anzahl Züchter (privat + Zoos) Anzahl beteiligter Zoos, Vogelparks etc. Nachzuchten (m / w / u) 2010 15 2: Zoo Pilsen, Zoo Prag 23 / 21 / 5 2011 11 1: Zoo Pilsen 14 / 16 / 2 2012 14 3: Zoo Berlin, Zoo Pilsen, Zoo Prag 24 / 18 / 1
Unterarten Derzeit werden fünf Unterarten unterschieden:IOC World Bird List pigeons
Ptilinopus melanospilus bangueyensis (, 1891)Adolf Bernhard Meyer, S. 41 & 70 Diese Unterart kommt im Süden der Philippinen und den Inseln im Norden Borneos vor. Ptilinopus melanospilus xanthorrhous (, 1875)Tommaso Salvadori, S. 671. Diese Subspezies ist auf Talaudinseln, Sangihe-Inseln und den Doi-Inseln nördlich der Molukken verbreitet. Ptilinopus melanospilus melanospilus (, 1875)Tommaso Salvadori, S. 670. Die Nominatform ist auf Sulawesi und den nordöstlich liegenden Inseln präsent. Ptilinopus melanospilus chrysorrhous (, 1875) Diese Unterart ist auf den Banggai-Inseln, den Sula-Inseln und den südlichen Teil der Molukken verbreitet. Ptilinopus melanospilus melanauchen (, 1875) Diese Unterart kommt auf Java, Bali bis Alor, der Insel Matasiri und den Kangeaninseln, sowie den südlichen Inseln Sulawesis vor.
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Internetseite des europäischen Fruchttaubenprojektes Schwarznacken-Fruchttaube (Ptilinopus melanospila) auf zootierliste.de, abgerufen am 1. Januar 2014
Belege Literatur David Gibbs, Eustace Barnes und John Cox: A Guide To The Pigeons and Doves Of The World. Yale University Press, New Haven und London 2001, ISBN 0-300-07886-2. Alois Münst und Josef Wolters: Spezies in Farbe – Band 1: Tauben – die Arten der Wildtauben. Verlag Karin Wolters, Bottrop 1999, ISBN 3-9801504-9-6. Peter Pestel: Haltung, Pflege und Zucht der Schwarznackenfruchttaube (Ptilinopus melanospila). VZE Vogelwelt, 56. Jahrgang, 2011, Heft 2, S. 37f. Heinz-Sigurd Raethel: Wildtauben. Haltung, Pflege und Zucht. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1980, ISBN 3-8001-7053-1. Gerhard Rösler: Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht. Verlag M. & H. Schaper, Alfeld Hannover 1996, ISBN 3-7944-0184-0.
Einzelnachweise Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.
Kategorie:Flaumfußtauben