miniatur|Schwester Leandra Ulsamer mit Johannes Gottfried Mayer in ihrem Garten (Juli 2014). Leandra Ulsamer (* 20. September 1932 in Würzburg als Elisabeth Ulsamer; † 18. Juli 2026 in Kloster Oberzell) war eine deutsche Franziskanerin aus dem Orden der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu. Bekanntheit erlangte sie als Leiterin des Oberzeller Kräutergartens im Kloster Oberzell bei Würzburg.

Leben Leandra Ulsamer wurde 1932 als drittes von neun Kindern in eine religiöse, unpolitische Würzburger Kaufmannsfamilie geboren. Nach eigenen Aussagen wurde sie während der Schulzeit aufgrund ihrer Religiosität benachteiligt. Ausführliches Interview im Würzburger Anzeiger, Oktober 2013 (S. 8ff.) Mit 18 Jahren trat sie 1951 in das Kloster Oberzell ein.Mit Heilkräutern kennt sie sich aus. Porträt in der Main-Post, 1. August 2004 Als Erzieherin arbeitete sie im Auftrag des Ordens mit Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen, u. a. 14 Jahre im Antonia-Werr-Zentrum St. Ludwig (Wipfeld). Ende der 1980er kehrte sie in das Mutterhaus des Ordens nach Oberzell zurück, wo sie die Klosterbibliothek übernahm und wenig später einen Kräutergarten anlegte. Anfangs lediglich zum Anbau von Kräutern für die Zubereitung von Tees gedacht, wuchs der Garten schnell zu einem der größtenHeilung aus Gottes Kräutergarten. In: Frankfurter Rundschau, 13. August 2010 und schönstenKlostergärten in Deutschland. In: Brigitte Woman, Mai 2012 Kräutergärten in Deutschland.

Über die Apothekerin Katharina Mantel, die regelmäßig bei der Gartenarbeit half, entwickelte sich ein Kontakt zum Würzburger Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer, der zu einer engen Zusammenarbeit mit der 1999 gegründeten Forschergruppe Klostermedizin führte.Judith Bornemann: „Kräuter sind wieder aktuell.“ Interview mit Johannes Gottfried Mayer auf katholisch.de, 6. Januar 2015. Schwester Leandra und ihr Garten standen nachfolgend im Zentrum der Berichterstattung über die Erforschung der Epoche der Klostermedizin durch die Universität Würzburg, was dem Garten und seiner Leiterin überregionale Bekanntheit bescherte. Die Frankfurter Rundschau, Die Welt,Die Kraft der Kräuter. In: Die Welt, 10. November 2001 der Deutschlandfunk,Mirko Smiljanic: Die Pflanzen eines Klostergartens. Reportage im Deutschlandfunk, 10. April 2012. vielfach der Bayerische Rundfunk,u. a. Faszination Wissen: Heilen wie im Mittelalter – Die Geheimnisse der Klostermedizin. Erstausstrahlung am 11. Dezember 2011 die Frauenzeitschrift Bild der Frau,Sanfte Hilfe mit altbewährten Hausrezepten. Die 25 besten Heilpflanzen gegen Erkältung. In: Bild der Frau, Artikelvorschau von Genios, 17. September 2010. das Internetportal Katholisch.deJudith Bornemann: Was Kräuter Gutes tun. Reportage auf katholisch.de, 6. Januar 2015. und Kirche in Bayern Bericht von Kirche in Bayern, Juli 2013 berichteten neben zahlreichen anderen Medien über Schwester Leandra und ihren Garten, den die Zeitschrift Brigitte Woman zu einem der zehn schönsten Kräuter- und Klostergärten in Deutschland zählt.

Leandra Ulsamer lebte ab April 2021 im Antoniushaus des Klosters und starb dort am 18. Juli 2026.

Der Kräutergarten Schwester Leandras Garten verzichtet im Gegensatz zu historischen Vorbildern vollkommen auf Beete. Die einzelnen Pflanzen, insbesondere Lavendelarten, Ringelblume, Melisse und Minzen, sind nicht streng voneinander getrennt, sondern finden sich oftmals über den ganzen Garten verteilt. Neben Heilkräutern finden sich auch Zierpflanzen wie verschiedene Rosen, Sonnenstern und Tagetes.

Durch den Garten führen unregelmäßige, mit Dachschiefern bedeckte Wege. Zum Main hin begrenzt eine Steinmauer den Garten, die im Sommer großflächig mit Kapuzinerkresse überwuchert ist. Schiefertafeln dienen auch zur Beschreibung einzelner Pflanzen und deren Heilwirkung. Aufgelockert wird dies durch große Steine, Baumstümpfe und weitere Tafeln, auf denen Verse aus dem Sonnengesang des hl. Franziskus zitiert werden.Czygan et al. 2009, S. 96ff.Mayer 2013, S. 8ff.

Die Leitung des Gartens hat seit 2020 Katharina Mantel übernommen.Angelika Kleinhenz: Das Geheimnis der Heilkräuter. In: Main-Post, 30. April 2018.

Literatur Franz-Christian Czygan, Ulrike Bausewein und Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Würzburg – Herbipolis, Stadt der Gärten, der Pflanzen und des Weines. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2009. S. 96ff. ISBN 978-3-7954-2139-7 Johannes Gottfried Mayer, Bernhard Uehleke und Kilian Saum: Das große Buch der Klosterheilkunde. ZS-Verlag Zabert Sandmann, München 2013. S. 8ff. ISBN 978-3-89883-343-1 Johannes Gottfried Mayer: Klostergärten – die Apotheke Gottes. In: Rudolf Walter (Hrsg.): Gesundheit aus Klöstern. Verlag Herder, Freiburg 2013. S. 8ff. ISBN 978-3-451-00546-6

Weblinks Juliana Seelmann: Wir trauern um Sr. Leandra Ulsamer. Oberzeller Franziskanerinnen, 24. Juli 2026. Ausführliches Interview im Würzburger Anzeiger, Oktober 2013 (S. 8ff.) Gerlinde Hartel: Mit Heilkräutern kennt sie sich aus. Porträt in der Main-Post, 1. August 2004. Angelika Kleinhenz: Das Geheimnis der Heilkräuter. In: Main-Post, 30. April 2018.

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