Friedrich Johann Meyer, getauft als Johann Friedrich Georg Conrad MeyerKirchenbuch Plau (siehe Diskussion!). In Staatskalendern von Mecklenburg-Schwerin erscheint er später gewöhnlich mit allen vier, jedoch oft und variantenreich abgekürzten Vornamen., auch Meyer-Malchow (* 7. November 1810 in Plau; † 15. September 1882 in Rostock) war ein deutscher Jurist, Bürgermeister, Parlamentarier und Minister im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. mini|Gedenkstein für Bürgermeister Meyer, Malchow (Mecklenburg)
Leben Friedrich Johann Meyer war ein älterer Sohn des Steuereinnehmers Johann Meyer (* 1772) und dessen Frau Albertina Johanna, geb. Behm (* 1784). Er verlebte Kindheit und Jugend anscheinend in der mecklenburgischen Kleinstadt Grabow, wohin die Mutter nach der Scheidung der Eltern ab April 1818 zurückgezogen war.Bei der Volkszählung von 1819 in Mecklenburg-Schwerin zählt er in Grabow als Georg Friedrich Meyer [Nr. 275] vor seinem jüngeren Bruder Carl Johann Meyer (* 7. Oktober 1814 in Plau) [Nr. 276] im Haushalt der Mutter [Nr. 274].
Meyer studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten in Berlin, RostockMatrikeleintrag am 23. Oktober 1828., Göttingen, Jena und Heidelberg. In Jena wurde er 1830 Mitglied der Burschenschaft Germania Jena und war im gleichen Jahr Teilnehmer des Nürnberger Burschentages. Nach den Examen ließ er sich als Rechtsanwalt und Notar in Plau nieder, wurde nach dem Richterexamen 1839 Bürgermeister und Stadtrichter in Krakow, wechselte dann nach Malchow und war 1841 bis 1849 Bürgermeister und Stadtrichter der Stadt Malchow und vertrat diese auf den Mecklenburgischen Landtagen.
Meyer war besonders an Fragen des Wasserbaus interessiert und gehörte 1846 der Entwässerungskommission an. Meyer veranlasste 1844 bis 1846 den Bau eines Dammes zwischen der Stadt und dem Kloster Malchow, wofür ihm 1875 ein Gedenkstein auf dem Damm aufgestellt wurde, der heute dort noch steht.
Friedrich Johann Meyer war 1848/49 Abgeordneter der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung im Wahlkreis Mecklenburg-Schwerin 76 (Malchow). Hier schloss er sich der Fraktion der Rechten an.Julius Wiggers: Die Mecklenburgische constituirende Versammlung und die voraufgegangene Reformbewegung: Eine geschichtliche Darstellung. 1850, S. 65 Während der Revolution 1848 ließ Meyer den „Aufstand“ in Malchow durch eine Schwadron Dragoner blutig niederschlagen. 1849/50 war er Staatsrat und Innenminister von Mecklenburg-Schwerin, 1851 interimistisch Justizrat der Schweriner Justizkanzlei. Von 1851 bis 1880 war Meyer Syndikus der Hansestadt Rostock. Er verstarb 1882 an inneren Verletzungen, die er sich bei einem Sturz von seinem Reitpferd zugezogen hatte.
Meyer heiratete am 17. April 1843 in Hannover Karoline Wilhelmine Christine Elise, geb. Jacobi (* 21. Mai 1821; † 7. März 1896), eine Tochter des Generals Karl (von) Jacobi. Das Paar hatte mehrere Kinder:Bernhard Koerner, Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Band 12, S.167 Karl Christian (* 16. August 1844), Kaufmann in Köln Georg Friedrich (* 8. Februar 1846), Kaufmann in Argentinien Klara Doris Albertine (* 10. Dezember 1847) ⚭ Ernst (Friedrich Christian Johann Jacob) Mantius (* 9. Oktober 1838; † 5. November 1897), Bürgermeister zu Bergedorf bei HamburgHamburgische Biografie-Personenlexikon S. 271 Ludolf Maria (* 1. April 1849; † 11. Mai 1902), ab 1900 Direktor der Hamburg-Amerika Dampfschiffahrts-GesellschaftMuseum für Hamburgische Geschichte, 1992, Gesichter und Persönlichkeiten, S. 148
Ehrungen Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher Hofrat
Literatur
Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 4: M–Q. Winter, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-1118-X, S. 95–96.
Einzelnachweise Geburtsdatum nach Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Band 12, S. 167, nach anderen Quellen (in Verwechselung mit seinem Bruder): 7./8. Oktober 1814
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