mini|300px|Busbahnhof Chemnitz nach dem 1999 abgeschlossenen Umbau.

Der Busverkehr in Chemnitz wird heute von mehreren Unternehmen durchgeführt. Städtische Linien betreibt die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG), Regionallinien werden von Regionalverkehr Erzgebirge (RVE), von der City-Bahn Chemnitz (CB) sowie von REGIOBUS Mittelsachsen (RBM) betrieben. Alle Stadt- und Regionalbuslinien in Chemnitz gehören zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Mittelsachsen (VMS). Zusätzlich betreiben weitere Unternehmen Fernbuslinien unter anderem nach Dresden, Nürnberg, Erfurt, Frankfurt/Main, München, Würzburg, Prag und an die Ostsee.

Stadtverkehr

Zentraler Knotenpunkt des Stadtverkehrs Chemnitz ist die Zentralhaltestelle, wo sich alle Straßenbahnlinien sowie zahlreiche Buslinien treffen und wo montags bis samstags in Tagesrandlage sowie sonntags ganztägig Rendezvous-Treffen stattfinden. Nachts ist die Zentralhaltestelle der Nachtknoten der Stadt, von wo täglich im Stundentakt (Minute 45) die acht Nachtbuslinien abfahren.

Die Tageslinien der CVAG sind seit einer umfassenden Linienreform am 30. März 2008 so bezeichnet, dass aus der Liniennummer erkennbar ist, in welchem Takt die Linie wochentags betrieben wird. Die Linien mit der Endziffer 1 fahren im 10-Minuten-Takt, die Linien mit der Endziffer 2 im 20-Minuten-Takt, die mit der Endziffer 3 im 30-Minuten-Takt sowie die Linien mit der Endziffer 6 im 60-Minuten-Takt. Weitere Linien außerhalb dieses Schemas sind die nur an Schultagen im Berufsverkehr fahrenden Schülerlinien S91 und S92. Die Linienbezeichnungen mit Zahlen wurden zum 12. November 1978 eingeführt, vorher hatten die städtischen Buslinien Buchstabenbezeichnungen.

Mit dem „Netz 2017+“ führte die CVAG am 10. Dezember 2017 erneut eine Linienreform durch. Die Grundstruktur wurde beibehalten, nun werden jedoch auch einige Linien mit der Endziffer 9 betrieben, die im 60-Minuten-Takt mit Kleinbussen befahren werden. Die Linie 79 verkehrt aus fahrplantechnischen Gründen nur im 70-Minuten-Takt. Neu wurde zu diesem Zeitpunkt mit der Linie 82A/82B erstmals eine Ringlinie eingeführt, die um das Stadtzentrum herum durch die unmittelbaren Vorstädte Bernsdorf, Lutherviertel, Sonnenberg, Schloßchemnitz, Kaßberg und Altchemnitz führt. Bereits in den 1930er Jahren war eine solche Linie geplant.

Linie 21 ((Limbach-O.–)Chemnitz-Center–Zentralhaltestelle–Ebersdorf)

Bereits von 1. Oktober 1926 bis Mitte 1931 verkehrte eine Buslinie vom Hauptbahnhof über die Emilienstraße und Zeißstraße nach Hilbersdorf, Huttenstraße. Sie fuhr jedoch nicht mit einem regulären ganztägigen Fahrplan, sondern die Ein- und Ausrückfahrten der Buslinien wurden als Linienfahrt zur Garage Huttenstraße betrieben. Ab 1. Juni 1927 wurde die Linie offiziell mit dem Buchstaben G bezeichnet und Mitte 1931 eingestellt, als der Busbetriebshof nach Kappel verlegt wurde. Von November 1962 bis zum Frühjahr 1963 und nochmals vom 20. April 1964 bis zum 18. Juni 1965 fuhr eine Eilbuslinie P im Berufsverkehr von der Poststraße nach Hilbersdorf, Zeißstraße, zur Verstärkung der Straßenbahn.

Die heutige Linie 21 wurde am 20. Dezember 1975 als Linie E von Borna über die Zentralhaltestelle nach Ebersdorf eröffnet und ersetzte die an diesem Tag stillgelegten Teile der Straßenbahnlinien 4 und 8. Sie verbindet die Stadtteile Borna, Schloßchemnitz, Sonnenberg, Hilbersdorf und Ebersdorf mit dem Stadtzentrum. Die Linie verkehrte in Hilbersdorf zunächst stadtwärts über die Zeißstraße, erst seit 2. April 1979 befährt sie in beide Richtungen die Frankenberger Straße.

Bis 4. Dezember 1981 wurde sie im Berufsverkehr durch die Linie F bzw. 22 zwischen Zentralhaltestelle und Bahnhof Hilbersdorf verstärkt. Diese Linie ersetzte ab dem 17. November 1975 die an diesem Tag stillgelegte Straßenbahnlinie 9 und fuhr zunächst als Eillinie über die Straße der Nationen. Sie hatte zwischen Zentralhaltestelle und Florastraße (bzw. stadtwärts Orthstraße) keine Zwischenhaltestellen. Ab dem 2. April 1979 fuhr sie wie die Linie 21 über den Sonnenberg und hielt nun an allen Haltestellen.

Eine Linie E21 ergänzte zwischen Zentralhaltestelle und dem neu eröffneten Chemnitz-Center in Röhrsdorf das Angebot in Richtung Borna ab dem 2. November 1992. Diese Linie wurde zum 1. Februar 1997 ebenfalls nach Ebersdorf verlängert und in den Takt der Linie 21 integriert. Gleichzeitig wurden einige Fahrten der Linie 21 zur Wildparkstraße in Röhrsdorf verlängert. Am 1. Juni 1997 wurde die Linie E21 in 22 umbenannt und ging schließlich am 30. Mai 1999 in der Linie 21 auf, die seitdem zum Chemnitz-Center fährt.

Die Wendeschleife Borna wurde vom 1. Dezember 1999 bis 30. März 2008 nicht durch Busse genutzt, in dieser Zeit gingen alle Fahrten der Linie 21 bis zum Chemnitz-Center. Ab 2004 verkehrte die Regionallinie 254 von Limbach-Oberfrohna über Röhrsdorf und Chemnitz-Center auf dem Linienweg der Linie 21 bis Ebersdorf und beiden Linien ergänzten sich zu einem gemeinsamen 10-Minuten-Takt. Mit der Netzreform 2008 wurden die Fahrten zur Wildparkstraße eingestellt, da die Linie 254 bereits stündlich dort hielt. Außerdem enden außerhalb der Ladenöffnungszeiten die Fahrten der Linie 21 nun wieder in Borna, an Sonn- und Feiertagen verkehren sie als E21. Seit dem 1. September 2014 verkehren einzelne Fahrten der Linie 21 in Röhrsdorf bis zum Siemens-Werk an der Röhrsdorfer Allee.Artikel auf freiepresse.de

Linie 22 (Glösa–Zentralhaltestelle)

Die Linie 22 gibt es in dieser Form erst seit der Netzumstellung am 30. März 2008. Sie verbindet Glösa, Furth und die Mühlenstraße mit dem Stadtzentrum. Der Abschnitt vom Zentrum nach Furth-Glösa (heute Haltestelle Rosental) war am 21. Februar 1972 als Teil der Linie R (später 23 und ab 31. Juli 1989 Linie 26) eröffnet worden und ersetzte die Straßenbahnlinie 7. Ab 15. Januar 1973 fuhren die Busse im Berufsverkehr bis zur neuen Buswendestelle am Bahnhof Glösa, wo die Linie 22 noch heute endet. Am 15. November 1973 wurde diese Linienführung ganztags eingeführt.

Von 2008 bis zum 10. Dezember 2017 fuhr die Linie 22 über die Zentralhaltestelle weiter bis zur Chemnitzer Straße. An dieser Linienführung hat sich samstags und in den Schulferien auch wochentags tagsüber 2017 nichts geändert, da die Wagen ab der Zentralhaltestelle als Linie 52 zur Chemnitzer Straße und weiter nach Hutholz fahren. Zu den übrigen Zeiten wechseln sie jedoch auf die Linien 51 bzw. E51. Die Linienführung im Stadtzentrum hat sich 2017 jedoch dahingehend geändert, dass die Linie 22 nun statt der Mühlenstraße den Hauptbahnhof bedient. Die Verbindung über die Mühlenstraße wurde von der Linie 51 übernommen.

Linie 23 (Neefepark–Zentralhaltestelle–Heinersdorf)

Auch die Linie 23 befährt eine Relation, die es erst seit 2008 gibt. Sie verbindet den Neefepark über Neefestraße und Zwickauer Straße mit dem Zentrum und führt dann über Hauptbahnhof, Mühlenstraße und Nordstraße nach Heinersdorf. Außerhalb der Ladenöffnungszeiten verkehrt sie nur zwischen Zentralhaltestelle und Heinersdorf. Heinersdorf ist bereits seit 17. Januar 1937 durch eine Buslinie erschlossen. Die Linie Z (ab 1951 Linie E) fuhr jedoch von dort nach Borna und bis 1939 weiter zur Zschopauer Straße. Der Linienweg entlang der Nord- und Blankenburgstraße wurde erst am 15. Oktober 1973 mit der Linie S (später 44, ab 1991 Linie 41, von 2002 bis 2003 Linie 51) durch Busse bedient.

Der Westteil der Linie zum Neefepark ging letztlich aus der am 3. November 1994 eröffneten Linie 54 hervor, die zwischen Zentralhaltestelle und Neefepark, bzw. von 1997 bis 2004 von Sachsen-Allee (Thomas-Mann-Platz) bis Neefepark fuhr. Bei der Netzumstellung am 30. März 2008 war dieser Abschnitt ganz aus dem Netz genommen worden, sodass der Neefepark nicht mehr umsteigefrei mit dem Stadtzentrum verbunden war. Die Linie 23 verkehrte nur zwischen Annenstraße und Heinersdorf. Erst zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde die Lücke wieder geschlossen und die 23 zum Neefepark verlängert. Seit dem 10. Dezember 2017 endet samstags jede zweite Fahrt vom Neefepark kommend an der Zentralhaltestelle, sodass nach Heinersdorf nur stündlich ein Bus fährt.

Linie 26 (Schönau–Hutholz)

Die kurze Linie 26 verbindet die Straßenbahnendstellen in Schönau und Hutholz miteinander und verkehrt durch den dörflichen Stadtteil Stelzendorf. Sie ging am 30. März 2008 aus der Linie 39 hervor. Diese war am 3. November 1969 als Berufsverkehrslinie L eröffnet worden, die mit wenigen Fahrten von der Zentralhaltestelle über Neefestraße, Jagdschänkenstraße, Stelzendorf, Schönau und wieder über die Neefestraße zurück zur Zentralhaltestelle fuhr. Die Linie verkehrte ab 1975 auch außerhalb des Berufsverkehrs und ab 1976 fuhr sie am Wochenende über Zwickauer Straße, Stelzendorf und Stollberger Straße im tageszeitlichen Richtungswechsel, das heißt vormittags entgegen dem Uhrzeigersinn, nachmittags im Uhrzeigersinn. 1977 wurde diese Linienführung auch auf die Wochentage ausgedehnt.

Mit Eröffnung der Straßenbahn nach Schönau 1988 fuhr die Linie dann nur noch von Schönau über Stelzendorf, Stollberger Straße und Südring wieder nach Schönau. Der tageszeitliche Richtungswechsel wurde beibehalten. Von 1989 bis 1995 fuhren einzelne Fahrten vormittags wieder bis zur Zentralhaltestelle. Ab 2001 wurde der Ringverkehr aufgehoben und die Busse pendelten zwischen Schönau und Morgenleite über Stelzendorf. 2002 wurde sie über Markersdorf und Helbersdorf zur Wendeschleife Am Flughafen verlängert. 2004 änderte man die Fahrtroute erneut und die Linie fuhr über Hutholz, die Wolgograder Allee entlang und durch Markersdorf zur Morgenleite. Der Abschnitt von Hutholz bis Morgenleite wurde 2008 zur Linie 52, sodass die Busse heute als Linie 26 nur zwischen Schönau und Hutholz fahren.

Linie 31 (Yorckgebiet–Zentralhaltestelle–Flemmingstraße) mini|Wendeschleife Yorckgebiet mit Bussen der Linien 31 und 51, im Jahr 2009.

Die Linie 31 verbindet das Plattenbaugebiet östlich der Yorckstraße (Yorckgebiet) über Sonnenberg, Zentralhaltestelle, Kaßberg und durch Altendorf mit den Kliniken entlang der Flemmingstraße. Sie geht auf die am 1. Februar 1922 eröffnete Buslinie A zurück, die erste Buslinie des Stadtverkehrs in Chemnitz. Sie verkehrte anfangs von der Limbacher/Werderstraße (heute Erzbergerstraße) über die Erzbergerstraße und den Ammonberg zur Landesanstalt (heutige Endstelle Flemmingstraße). Sie wurde zwar bereits im Oktober 1922 wieder aufgegeben, jedoch am 15. März 1925 endgültig eingeführt. Die stadtseitige Endstelle wechselte in den folgenden 50 Jahren mehrfach. An der Erzbergerstraße endeten die Busse bis 1926 sowie von 1941 bis 1953 und von 1954 bis 1957. Von 1926 bis 1930 befand sie sich am Hauptbahnhof, von 1930 bis 1941 sowie erneut 1953 bis 1954 und 1957 bis 1961 an der West-/Franz-Mehring-Straße, von 1961 bis 1968 an der Zwickauer Straße und von 1968 bis 1975 an der Zentralhaltestelle. Erst am 1. Februar 1975 wurde die noch heute gültige Linienführung zur Endstelle Friedrich-Engels-Straße (heute Yorckgebiet) eingeführt. Von 1968 bis 1969 fanden auf der Linie A im Berufsverkehr Eilfahrten in Stoßrichtung statt. Ab dem 14. Dezember 2003 fuhr jede zweite Fahrt der Linie 31 über die neu gebaute Wendeschleife Klinikum Flemmingstraße. Sie behielt als eine von fünf Linien bei der Netzumstellung 2008 ihre Liniennummer. Seit der Netzumstellung 2017 verkehren alle Fahrten über Klinikum Flemmingstraße.

Linie 32 (Dresdner Str.-Zentralhaltestelle-Georgenkirchweg-Reichenbrand)

Wie viele Linien wurde auch die Linie 32 erst zur Netzumstellung 2008 in dieser Form geschaffen. Sie verbindet die Dresdner Straße mit dem dortigen Krankenhaus, über den Südteil von Hilbersdorf, die Straße der Nationen, die Zentralhaltestelle und die Limbacher Straße mit Rottluff und Rabenstein. In Rabenstein führt sie am DRK-Krankenhaus vorbei und endete bis 2017 am Tierpark Chemnitz, seither an der Wendeschleife Reichenbrand. In Tagesrandlage enden einige Fahrten bereits in Rottluff.