Elsa Joubert (* 19. Oktober 1922 in Paarl; † 14. Juni 2020 in Kapstadt; geboren als Elsabé Antoinette Murray Joubert, eigentlicher Name Elsabé Antoinette Murray Steytler) war eine südafrikanische Schriftstellerin. Sie schrieb auf Afrikaans und wurde vor allem durch ihren 1978 erschienenen Roman Die swerfjare van Poppie Nongena bekannt, in dem sie das Leben einer Schwarzen in den Mittelpunkt stellt.
Leben Elsa Joubert wuchs in Paarl auf, wo sie bis 1939 die Mädchenschule La Rochelle besuchte.Porträt bei stellenboschwriters.com (englisch), abgerufen am 29. Dezember 2013 1942 erwarb sie einen Bachelor of Arts an der Universität Stellenbosch, 1943 ein Secondary Education Diploma. 1945 graduierte sie von der Universität Kapstadt mit einem Master-Abschluss in Niederländischer und Afrikaans-Literatur. Anschließend unterrichtete sie in Cradock an der „Höheren Mädchenschule“. Ab 1946 war sie für die Frauenseiten des Familienmagazins Huisgenoot verantwortlich. 1948 beschloss sie, nur noch als Schriftstellerin zu arbeiten. Sie unternahm zahlreiche Reisen in Afrika, nach Europa und nach Niederländisch-Indien.
Joubert war Mitglied der Avantgarde-Bewegung der auf Afrikaans schreibenden Sestigers, hatte dort aber eine randständige Position.André Brink: A Fork in the Road. Harvill Secker, London 2009, ISBN 978-1846552458, S. 210.
Jouberts Werk umfasst vor allem Romane und Reisebeschreibungen, darunter Bücher über die damaligen Kolonien Madagaskar, Mosambik und Angola. In ihrem 1978 erschienenen Roman Die swerfjare van Poppie Nongena (wörtlich: „Die Wanderjahre von Poppie Nongena“, auf Deutsch erschienen als Der lange Weg der Poppie Nongena) schildert sie das Schicksal einer schwarzen Frau zur Zeit der Apartheid. Der Roman handelt von Nongenas letztlich vergeblichem Widerstand gegen die Zwangsumsiedlung in das Homeland Transkei. Der Roman wurde in 13 Sprachen übersetzt, im eigenen Land aber von vielen Buren abgelehnt. 2019 verfilmte Christiaan Olwagen den Roman als Poppie Nongena.
1950 heiratete sie den Journalisten und Herausgeber Klaas Steytler, der 1998 starb. Zusammen hatten sie drei Kinder. Elsa Joubert lebte zuletzt im Kapstädter Stadtteil Oranjezicht.
Sie starb im Juni 2020 im Alter von 97 Jahren an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.
Rezeption Der spätere Präsident Nelson Mandela las während seiner langen Gefangenschaft einige ihrer Reisebeschreibungen über afrikanische Länder. Er empfand Joubert als erste Burin, die sich als Afrikanerin fühlte.Porträt Jouberts auf privater Website über die Sestigers (englisch), abgerufen am 29. Dezember 2013
Auszeichnungen 1971: CNA Literary Award für Bonga 1978: CNA Literary Award für Die swerfjare van Poppie Nongena 1981: Winifred Holtby Prize und Fellowship der britischen Royal Society of Literature 1983: Obie Award für das beste Skript (New York) 1984: Olivier Award für das beste Schauspiel (London) 1998: Hertzogprys für Prosa für Die reise van Isobelle 2001: Ehrendoktorwürde der Universität Stellenbosch 2004: Order of Ikhamanga in Silber der südafrikanischen Regierung 2007: Ehrendoktorwürde der Universität Pretoria 2013: ACT Lifetime Achievement Award for Literature (Johannesburg)
Werke Reisebeschreibungen Water en woestyn, Dagbreek Boekhandel, 1957 Die verste reis, 1959 Suid van die wind, 1962 Ons wag op die kaptein, Tafelberg, 1963 Die staf van Monomotapa, 1964 Swerwer in die Herfsland, 1968 Die nuwe Afrikaan, Tafelberg, 1974 Gordel van Smarag, Tafelberg, 1997
Romane und Kurzgeschichten Die Wahlerbrug, Tafelberg, 1969 Bonga, Tafelberg, 1971 Die swerfjare van Poppie Nongena, Tafelberg, 1978 deutsch: Der lange Weg der Poppie Nongena, Ullstein, Berlin 1981, ISBN 3-550-06346-6. Melk (Kurzgeschichten), Tafelberg, 1980 Die laaste Sondag, Tafelberg, 1983 Die vier vriende (Kinderbuch), 1985 Missionaris, 1988 Dansmaat (Kurzgeschichten), Tafelberg, 1993 Die reise van Isobelle, Tafelberg, 1995 deutsch: Regenbogenland – Eine Familiensaga aus Südafrika, Knaur, München 2005, ISBN 978-3-426-66194-9. Twee Vroue, Tafelberg, 2002
Drama Poppie – die drama, zusammen mit Sandra Kotzé, 1984
Autobiografien ’n Wonderlike geweld, 2005 Reisiger, 2009
Weblinks Porträt bei sahistory.org.za (englisch) Porträt bei litnet.co.za (Afrikaans) Porträt bei stellenboschwriters.com (englisch) Porträt Jouberts auf privater Website über die Sestigers (englisch) Lebenslauf anlässlich der Verleihung des ACT Awards (englisch)
Einzelnachweise
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