mini|Blick über die Itz auf Gleusdorf

Gleusdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Untermerzbach im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf Gleusdorf liegt an der Itz, etwa 20 Kilometer nördlich von Bamberg, 10 Kilometer westlich von Bad Staffelstein und 6 Kilometer südöstlich von Ebern.

Geschichte 1126 wurde Gleusdorf erstmals indirekt mit dem Zeugen „Gotefridus de clupestorf“ in einer Urkunde des Klosters Banz genannt.

Nachdem die Juden im ausgehenden Mittelalter aus den großen Städten vertrieben worden waren, ließen sie sich in Franken auf dem Land nieder.Frankens reiches Erbe an Landjudentum in: Nordbayerischer Kurier vom 19./20. Juni 2021, S. 3. Im 16./17. Jahrhundert entstand im Ort eine jüdische Gemeinde.Gleusdorf (Gemeinde Untermerzbach, Kreis Hassberge). Jüdische Geschichte / Synagoge bei alemannia-judaica.de, abgerufen am 19. Juni 2021 In den 1830er Jahren lebten etwa 45 Juden in Gleusdorf, was rund 16 % der Bevölkerung entsprach. 1871 hatte die Landgemeinde Gleusdorf 383 Einwohner, davon waren 31 Juden.

Im 19. Jahrhundert zogen jüdische Familien zurück in die Städte oder wanderten in die USA aus. 1909 wurde die jüdische Gemeinde Gleusdorf aufgelöst und das Vermögen der Gemeinde der Israelitischen Kultusgemeinde Memmelsdorf übertragen. Der letzte jüdische Einwohner Gleusdorfs wurde 1909 in Ebern beigesetzt.

Baudenkmäler

Der älteste Teil der katholischen Filialkirche Mariä Geburt, das Satteldach des Kirchenschiffs, wird auf 1484/85 datiert. Der eingezogene Chor des Saalbaus trägt die Bezeichnung „1663“, die Dachkonstruktion stammt von 1736/1737. Das veränderte Turmdach des Dachreiters mit Zwiebelhaube und Laterne wird auf 1737 datiert. Der Sakristeianbau hat ein Pyramidendach. Die Kirchhofmauer aus Sandsteinquadern geht im Kern auf das 17./18. Jahrhundert zurück. Ein Paramentenhäuschen, ein eingeschossiger Satteldachbau mit Schindelverkleidung, entstand um 1900 neben der Kirche. Schloss Gleusdorf Synagoge

Literatur

Weblinks

Ortsblatt 1850

Einzelnachweise Werner Schmiedel: Landkreise Ebern und Hofheim. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Unterfranken. Band 2: Landkreise Ebern und Hofheim. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1973, ISBN 3 7696 9872 X. S. 15.

Kategorie:Geographie (Untermerzbach) Kategorie:Ort im Landkreis Haßberge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Haßberge) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ersterwähnung 1126 Kategorie:Ort an der Itz Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)