Die Pazifische Taifunsaison 2014 ist ein Wetterereignis, unter dem alle tropischen Wirbelstürme, die sich während des Kalenderjahres 2014 gebildet haben, zusammengefasst sind. Die meisten tropischen Wirbelstürme bilden sich im Pazifischen Ozean westlich der Datumsgrenze und nördlich des Äquators jedoch zwischen Mai und November. Solche tropischen Wirbelstürme nennt man Taifune. Die sich östlich des 180. Längengrades bildenden Stürme sind Gegenstand der Pazifischen Hurrikansaison 2014.
Innerhalb des nordwestlichen Pazifiks gibt es zwei meteorologische Organisationen, die den Stürmen Namen vergeben. Dies führt dazu, dass derselbe Sturm häufig zwei verschiedene Namen erhält. Die offizielle Bezeichnung durch die Japan Meteorological Agency (JMA) erhält ein tropischer Sturm, sobald er an einer beliebigen Stelle im nordwestlichen Pazifik andauernde 10-minütige Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten (rund 65 km/h) erreicht. Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) hingegen weist tropischen Tiefdruckgebieten Namen zu, die sich innerhalb des nationalen Verantwortungsbereiches bilden oder dorthin ziehen; dieser Verantwortungsbereich liegt grob umgrenzt zwischen 115° und 135° östlicher Länge und zwischen 5° und 25° nördlicher Breite. PAGASA weist auch dann einen lokalen Namen zu, wenn das System bereits durch die Japan Meteorological Agency benannt wurde. Tropische Tiefdruckgebiete, die vom US-amerikanischen Joint Typhoon Warning Center beobachtet werden, erhalten eine Nummer mit dem Suffix W.
Stürme Sturmnamen Internationale Namen Tropische Wirbelstürme im westlichen Nordpazifik werden durch das zuständige Regional Specialized Meteorological Centre in Tokio der Japan Meteorological Agency benannt. Diese erhalten einen Namen, sobald sie die Stärke eines tropischen Sturmes erreichen. Die Namen entstammen der folgenden Liste; diese wird fortlaufend verwendet, es gibt also keine jährlich wechselnden Namenslisten wie im östlichen Nordpazifik oder im Atlantik. Die Namen wurden durch die 14 Mitgliedsstaaten des ESCAP/WMO Typhoon Committees vorgeschlagen. Jedes dieser Mitglieder hat jeweils zehn Namen eingereicht, die in alphabetischer Reihenfolge nach der englischen Schreibweise dieser Staaten sortiert vergeben werden.
Die folgenden Namen wurden für benannte Stürme benutzt: Lingling, Kajiki, Faxai, Peipah, Tapah, Mitag, Hagibis, Neoguri, Rammasun, Matmo, Halong, Nakri, Fengshen, Kalmaegi, Fung-wong, Kammuri, Phanfone, Vongfong, Nuri, Sinlaku und Hagupit
Außerdem wanderte ein im Ostpazifik entstandenes System westwärts über die Datumsgrenze und behielt den vom National Hurricane Center vergebenen Namen Genevieve.
Philippinen Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) verwendet für tropische Systeme in ihrem Verantwortungsbereich ein eigenes Namensschema. Die Namenslisten von PAGASA werden alle vier Jahre wieder verwendet. Diese Namen werden für Systeme vergeben, die sich im Verantwortungsbereich von PAGASA zwischen 115° und 135° östlicher Länge und zwischen 5° und 25° nördlicher Breite bilden oder in dieses Gebiet hineinwandern. Sollte sich die Namensliste als nicht ausreichend erweisen, werden die Namen von einer Ersatzliste genommen. Dies ist dieselbe Liste, die auch in der Saison 2010 verwendet wurde, nur Juan und Katring wurden durch Jose und Karding ersetzt. Die folgenden Namen wurden für benannte Stürme benutzt:
Agaton, Basyang, Caloy, Domeng, Ester, Florita, Glenda, Henry, Inday, Jose, Karding, Luis, Mario, Neneng, Ompong, Paeng, Queenie und Ruby.
Tropischer Sturm Lingling (Agaton)
Am 10. Januar meldete die Japan Meteorological Agency (JMA), dass sich südwestlich von Palau eine tropische Depression gebildet hat. Das System zog im Laufe des folgenden Tages Richtung Westen-Nordwesten, konnte sich nicht signifikant organisieren und befand sich nun südöstlich von Mindanao. Am Abend des 11. Januar ging das Tiefdruckgebiet über der philippinischen Provinz Davao Oriental auf der Insel Mindanao an Land und zog am folgenden Tag über die Celebessee. Dort löste es sich auf, sodass die JMA die letzte Warnung herausgab.
Früh am 14. Januar regenerierte sich das System zurück in eine tropische Depression, als es sich östlich von Mindanao befand. Das Tiefdruckgebiet begann im Laufe des 15. Januar eine Schleife zu machen und vollendete sie am folgenden Tag. Früh am 17. Januar begann auch PAGASA Warnungen zu der tropischen Depression herauszugeben und nannte sie Agaton. Um Mitternacht am 18. Januar hatte sich die Depression soweit verstärkt, um von der JMA zum ersten tropischen Sturm der Saison heraufgestuft zu werden, der den Namen Lingling erhielt. Drei Stunden später aktualisierte das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) das System zu einem tropischen Tiefdruckgebiet und gab diesem die Bezeichnung 01W. Der Sturm erreichte am Mittag desselben Tages seinen Höhepunkt mit Windgeschwindigkeiten von 65 km/h und einem Luftdruck von 1002 hPa als ein schwacher tropischer Sturm. Zum selben Zeitpunkt aktualisierte das JTWC das Tiefdruckgebiet zu einem tropischen Sturm. Im Laufe des 19. Januar blieb Lingling bei der Intensität eines schwachen tropischen Sturms und konnte sich nicht signifikant intensivieren. Später am selben Tag veröffentlichte das JTWC die letzte Warnung zu dem Sturm. In der Nacht zum 20. Januar stufte die JMA das System zu einer tropischen Depression herab. Wenige Stunden später gab PAGASA die letzte Warnung heraus. 24 Stunden später wurde die Depression zu einem Gebiet niedrigen Luftdrucks herabgestuft.
Durch die Auswirkungen von Lingling sind auf den Philippinen mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Starke Regenfälle lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Zudem entstand ein Gesamtschaden von rund 12,5 Millionen US-Dollar.
Tropischer Sturm Kajiki (Basyang)
Am frühen Morgen des 29. Januar begann die Japan Meteorological Agency (JMA) eine tropische Depression zu beobachten, die sich wenige Kilometer östlich der Yap-Inseln gebildet hat. Etwa 24 Stunden später zog das Tiefdruckgebiet in den philippinischen Verantwortungsbereich und erhielt von PAGASA den lokalen Namen Basyang. Nach Westen ziehend, stufte das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) das System am Abend des 30. Januar ebenfalls zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herauf und gab diesem die Bezeichnung 02W. In der Nacht zum folgenden Tag aktualisierte die JMA die Depression zu einem tropischen Sturm, der den internationalen Namen Kajiki erhielt. Der Sturm wurde spät am 31. Januar auch vom JTWC zu einem tropischen Sturm heraufgestuft, bevor er wenig später über der Insel Siargao an Land geht. Nachdem Kajiki die Inselgruppe Visayas überquert hatte und nun über der Sulusee lag, stufte das JTWC den Sturm zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab. Drei Stunden später stufte auch die JMA das System zu einer tropischen Depression herab, bevor PAGASA weitere drei Stunden später die letzte Warnung veröffentlichte. Das JTWC gab seine letzte Warnung am Abend des 1. Februar heraus.
Durch die Auswirkungen des Sturms sind auf den Philippinen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.
Taifun Faxai
Früh am 26. Februar meldete die Japan Meteorological Agency (JMA), dass sich in der Nähe des Chuuk-Atolls eine tropische Depression gebildet hat. Im Verlauf des Tages und am folgenden Tag bewegte sich das System langsam Richtung Westen. Am frühen Morgen des 28. Februar begann auch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) das Tiefdruckgebiet zu beobachten und gab diesem die Bezeichnung 03W. Später am selben Tag stuften sowohl die JMA als auch das JTWC die Depression zu einem tropischen Sturm herauf, der den internationalen Namen Faxai bekam. Zunächst konnte sich Faxai nicht sonderlich verstärken, sodass er bei der Intensität eines schwachen tropischen Sturmes blieb. Erst am 3. März begann der Sturm, der an den vorherigen Tagen stationär war, sich nach Norden zu bewegen und sich dabei zu intensivieren, sodass die JMA Faxai an diesem Tag zu einem Schweren tropischen Sturm aktualisierte. Im Laufe des folgenden Tages begann Faxai nach Nordosten zu ziehen und bildete ein schwaches Auge, sodass das JTWC und die JMA den Sturm zu einem Taifun heraufstuften. Bereits 12 Stunden später schwächte sich das System allerdings wieder in einen Schweren tropischen Sturm ab. Weitere sechs Stunden später setzte Faxai seine rapide Abschwächung fort und wurde von der JMA zu einem tropischen Sturm herabgestuft. Zum selben Zeitpunkt gab das JTWC seine letzte Warnung zu dem Sturm heraus. In der Nacht zum 6. März veröffentlichte auch die JMA ihre letzte Warnung und erklärte Faxai als außertropisch.
Tropische Depression (11. März)
Am Morgen des 11. März begann die Japan Meteorological Agency (JMA) mit der Beobachtung einer tropischen Depression, die sich etwa 195 km östlich von Mati City, Philippinen befand. Im Laufe des Tages bewegte sich das System Richtung Südwesten und erreichte am Mittag desselben Tages die Celebessee. Einen Tag später löste es sich etwa 190 km nordnordwestlich von Manado, Indonesien auf.
Tropische Depression 04W (Caloy)
Früh am 18. März begann die Japan Meteorological Agency (JMA) eine tropische Depression zu beobachten, die sich etwa 395 km ostnordöstlich von Koror, Palau gebildet hat. Im Laufe der folgenden beiden Tage wanderte sie ohne jegliche Intensivierung nach Westen und überquerte Palau. Am Abend des 20. März aktualisierte PAGASA das System ebenfalls zu einer tropischen Depression und gab dieser den lokalen Namen Caloy. Etwa 36 Stunden später begann auch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) mit der Beobachtung des Tiefdruckgebietes, welches die Bezeichnung 04W erhielt. Zum selben Zeitpunkt veröffentlichte PAGASA die letzte Warnung zu der Depression. Früh am 22. März ging das Tiefdruckgebiet über der philippinischen Provinz Surigao del Norte an Land. Am Abend desselben Tages gab das JTWC seine letzte Warnung zu dem System heraus. Das Tiefdruckgebiet bewegte sich weiter nach Westen und erreichte am folgenden Tag die Sulusee. Dort löste es sich früh am 24. März etwa 265 km ostsüdöstlich von Puerto Princesa auf.
Tropischer Sturm Peipah (Domeng)
Am Abend des 2. April meldete die Japan Meteorological Agency (JMA), dass sich etwa 470 km nordnordöstlich von Manus Island eine tropische Depression gebildet hat. Früh am folgenden Tag begann auch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) das System zu beobachten und gab diesem die Bezeichnung 05W. Im Laufe dieses Tages zog die Depression langsam nach Westen. Am 4. April driftete sie Richtung Westen-Nordwesten und begann sich mit einer höheren Zuggeschwindigkeit fortzubewegen. Das JTWC aktualisierte das Tiefdruckgebiet am Abend desselben Tages zu einem tropischen Sturm. Drei Stunden später stufte auch die JMA das System zu einem Tropensturm herauf und gab diesem den internationalen Namen Peipah. Als der Sturm einen Tag später den Verantwortungsbereich von PAGASA erreichte, bekam er den lokalen Namen Domeng. Später am selben Tag stufte das JTWC Peipah zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab.
Tropische Depression (19. April)
Am Mittag des 19. April begann die Japan Meteorological Agency (JMA) eine tropische Depression zu beobachten, die sich etwa 490 km südwestlich von Hagåtña, Guam befand. Im Laufe des folgenden Tages bewegte sich das System Richtung Westen und erreichte seinen Höhepunkt. Allerdings schwächte sich die Depression bereits am 21. April wieder ab und löste sich noch am selben Tag auf, als sie sich etwa 300 km nordnordöstlich von Koror, Palau befand.
Schwerer Tropischer Sturm Tapah