mini|hochkant=1.4|Zentrum und Altstadt mit der Stadtpromenade Riva Obala Hrvatskog narodnog preporoda (Stadtansicht vom Platz Trg Franje Tuđmana bis zum Turm der Kathedrale) mini|Ansicht auf die Riva und Stadtpromenade Riva Obala Hrvatskog narodnog preporoda (2020) Split [] (italienisch Spalato) ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens. Sie ist die größte Stadt Südkroatiens und gilt daher im Volksmund als „Hauptstadt Dalmatiens“, ohne dass ihr dieser Status je offiziell zugesprochen wurde. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Split-Dalmatien (kroatisch Splitsko-dalmatinska županija), die den zentralen Teil Dalmatiens umfasst. Split zählte 2011 etwa 178.192 Einwohner. Dies entsprach 3,885 Prozent der gesamten Bevölkerung Kroatiens.

Split ist eine bedeutende Hafenstadt und Sitz der katholischen Erzdiözese Split-Makarska. In Split befindet sich zudem die Universität Split. Die Ursprünge der Stadt sind auf den Diokletianspalast zurückzuführen. Die Innenstadt von Split mitsamt dem Diokletianspalast wurde 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Herkunft des Namens Die Stadt hat im Verlauf der Geschichte mehrere Male eine Namensänderung erfahren. So stößt man auf , (altgriechisch), (lateinisch), Spalato (italienisch), Spljet, Split. Es gibt verschiedene Etymologien zu dem Wort. Eine geht davon aus, der Name der Stadt stamme von der Pflanze Stacheliger Dornginster (griechisch , kroatisch Brnistra) ab. Andere besagen, der Name sei eine Ableitung vom lateinischen Wort für „Palast“, , oder von dem italienischen Wort spalato (ebenso „Palast“). Eine weitere Theorie geht von dem Wort Spalatum aus (von lateinisch , deutsch: „Palast von Salona“, kroatisch Solin), dem früheren kulturellen Knotenpunkt der Einwohner Dalmatiens. Die Stadt Salona, wahrscheinlich die Heimatstadt von Kaiser Diokletian, wurde jedoch beim Awarensturm zerstört und verlor ihre Bedeutung an die benachbarte Stadt Split.

Geografie Geografische Lage Split liegt an der kroatischen Adriaküste auf einer Halbinsel.

Im nördlichen Hinterland befindet sich das Gebirge Mosor, im Nordwesten das Gebirgsmassiv Kozjak und im Osten der Gebirgszug Perun.

Der alte Stadtkern befindet sich am östlichen Ende der Marjan-Halbinsel. Vor Split befinden sich die Inseln Brač, Hvar, Šolta und Čiovo.

Stadtteile

Orte der Gemeinde Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2011. Donje Sitno (313 Einwohner) Gornje Sitno (392 Einwohner) Kamen (1.769 Einwohner) Slatine (1.106 Einwohner) Split (167.121 Einwohner - 28 Stadtteile) Srinjine (1.201 Einwohner) Stobreč (2.978 Einwohner) Žrnovnica (3.222 Einwohner)

Klima

Geschichte Urgeschichte mini|links|Archäologischer Park Salona mini|links|Der Hafen von Split mini|links|Blick vom Campanile über den westlichen Teil der Altstadt zum Marjanberg Funde von Gegenständen aus Stein aus dem mittleren Paläolithikum (etwa 50.000 v. Chr.) aus der Mujina-Höhle oberhalb des Polje von Kaštela zeugen bereits von der Anwesenheit von Menschen in dieser Gegend. Erste burgähnliche Siedlungen auf den Hügeln sind aus der Kupfersteinzeit nachgewiesen und in der Bronze- und Eisenzeit bewohnten illyrische Dalmater den Raum um das heutige Split, nach denen die ganze Region Dalmatien benannt wurde.Antun Travirka: Split - Geschichte, Kultur, Künstlerisches Erbe. 2009, S. 7/8.

Griechische Kolonie (ab 4. Jahrhundert v. Chr.), Diokletianspalast Split wurde im 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. als griechische Kolonie Aspalathos oder Spálathos gegründet.Antun Travirka: Split - Geschichte, Kultur, Künstlerisches Erbe. 2009, S. 8. Die Besiedlung erfolgte von Issa aus, dem heutigen Vis, das seit 367 v. Chr. Autonomie von der Mutterstadt Syrakus erlangt hatte, und nun eigene Kolonien gründete.Marin Zaninović: Grčka podjela zemljišta na otoku Visu, Opuscula Archaeologica Papers of the Department of Archaeology 21 (1979) 77–84, hier: S. 79.

Im Norden der Stadt liegt die römische Siedlung Salona. Das bedeutendste Bauwerk dort ist die inzwischen zerstörte Arena.

Als Keimzelle der heutigen Stadt Split gilt fälschlicherweise der Diokletianspalast. Kaiser Diokletian ließ ihn um 300 erbauen. Nach seinem Tod um 312 und dem seiner Gattin Prisca (wohl 315) nutzte das Römische Reich den Palast als Verwaltungssitz, Kaserne und als Produktionsstätte (Textilproduktion in einem Gynaeceum) des angesichts der kriselnden Wirtschaft zunehmend auf Selbstversorgung umgestellten Militärapparates.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 37.

Der eigentliche Wohntrakt diente noch verschiedentlich Kaisern als Aufenthalts- oder in Ungnade Gefallenen auch als Verbannungsort. Galla Placidia weilte hier 424 mitsamt ihrem Sohn Valentinian III., bevor dieser sich nach Italien begab, um dort den Usurpator Johannes zu stürzen. 461 nutzte der Feldherr Marcellinus den Palast, während er als magister militum Dalmatiae amtierte. Der gestürzte Kaiser Glycerius bewohnte den Palast von 474 bis zu seinem Tode 480, noch im selben Jahr erlag sein Nachfolger Julius Nepos im Palast einem Giftanschlag. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches verfiel auch der Palast, diente nur noch als Militärposten.

Neugründung (7. Jahrhundert), zwischen Kroaten, Byzanz, Venedig und Ungarn Im frühen 7. Jahrhundert überfielen Awaren und Slawen die Stadt Salona und zerstörten sie.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 38. Die geflohenen und überlebenden Salonitaner fanden Zuflucht im gut befestigten Palast Spalatums und richteten sich dort häuslich ein. Sie wandelten den Palastkomplex zur Stadt. Heute noch bildet der ehemalige Palast den östlichen Teil der Altstadt von Split und ist voll mit Läden, Märkten, Plätzen und dem Dom St. Domnius, der in der Antike das Mausoleum des Kaiserpaars Diokletian und Prisca war und den Mittelpunkt des Palastes bildete. Der Palast konnte von den einfallenden Barbaren nie genommen werden, so erhielt sich Spalatum – wie manch andere dalmatinische Stadt – als Hort der spätrömischen Welt –, während anstürmende Völker das Hinterland einnahmen. mini|hochkant|Die Statue Bischof Gregors von Nin (900–929) von Ivan Meštrović auf dem Platz vor der Porta Aurea Spätestens ab dem Frieden von Aachen (812) war Spalatum Teil des byzantinischen Themas Dalmatien.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 39. Slawische Fürstentümer entstanden im Hinterland. Das Erzbistum Spalatum erstreckte sich über das gehaltene Gebiet der Stadt sowie die slawischen Fürstentümer des Hinterlandes. Tomislav, der mehrere Fürstentümer als König der Kroaten vereint hatte, nahm zwischen 925 und 928 als Repräsentant des Hinterlandes an Synoden in Spalatum teil; er war es, der die Ansprüche des Bistums Split gegen die des Bischofs von Nin billigte und damit durchzusetzen half. Das Bistum umfasste sowohl das byzantinische Thema Dalmatien als auch das slawische Hinterland.

Basileios II., Kaiser des geschwächten Oströmischen Reiches, überließ 986 Spalatum und weiteren byzantinischen Besitz in Dalmatien dem kroatischen König Stjepan Držislav für seine erfolgreiche Hilfe bei der Abwehr der Bulgareneinfälle.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 40. Mehrmals diente die Stadt nun auch als kroatische Hauptstadt. Als die Republik Venedig unter dem Dogen Pietro II. Orseolo ihre Macht auf die romanischen Restgebiete auszudehnen begann, aus denen Byzanz sich zurückgezogen hatte, akzeptierte Spalatum – wie andere dalmatinische Städte und Inseln – die venezianische Oberhoheit, die die Stadt unter Aufbietung einer starken Flotte durchsetzte. Das trug dem Dogen den zusätzlichen Titel Dux Dalmatiae (Doge/Herzog von Dalmatien) ein, doch blieb die venezianische Oberhoheit unsicher.

1015 erlangte König Krešimir III. Spalatum und weitere Städte für Kroatien, unterstützt von Kaiser Basileios II., doch gelang es dem Dogen Ottone Orseolo um 1016/18 erneut, eine zeitweilige Suprematie durchzusetzen, deren Anerkennung die dalmatinischen Städte wie zwei Jahrzehnte zuvor beeideten. Von 1024 bis 1068 unterstand Spalatum dennoch wieder Byzanz. Die Regierung der beinahe autonomen Kommune übernahm der Prior des Erzbischofs, der bis ins 12. Jahrhundert immer aus der Stadt stammte.

Abermals gelang es nun Kroatien, das sich von der byzantinischen Dominanz freigemacht hatte, die mittelbare Herrschaft über die Stadt durchzusetzen. Nachdem die Normannen Spalatum 1074 überfallen hatten, vertrieb sie die Republik Venedig, doch konnte sie die Stadt nicht halten, so dass ab 1076 König Demetrius (Dmitar Zvonimir) von Kroatien Spalatum und weitere dalmatinische Städte für sein Königreich einnahm. Mit seinem Tod 1089 übernahm wieder Byzanz die Herrschaft, bevor sich 1097 Venedig durchsetzte. In dieser Zeit wird die Stadtgemeinde als Comune greifbar.

Kommune (ab Mitte 12. Jahrhundert) 1105 schüttelte Spalato – wie Traù (Trogir) und Zara (Zadar) – die venezianische Vorherrschaft ab, als König Koloman von Ungarn, Dalmatien und Kroatien den Städten weitreichende Autonomie, Schutz vor auswärtigen Mächten und Handelsprivilegien in seinem Königreich garantierte. Die Nachfolger bestätigten und erweiterten die Freiheiten der dalmatinischen Städte, so dass diese zwar den König als Oberhaupt anerkannten, ansonsten aber nicht Teil des Königreiches waren, sondern autonom. Die Einflussnahme erfolgte mittelbar, über die Besetzung des Erzbischofssitzes. Der Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisbaren Comune stand nun nicht mehr ein Prior, sondern ein Comes vor. Die Kommune bildete eigene Organe aus, die Einwohner mit Bürgerrecht, die cives, wählten ein consilium (Stadtrat) und einen comes, später podestà genannt.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 53. Richter und Währung (Bagatino und Spalatino) unterlagen den städtischen Gesetzen. 1165 bis 1180 gelang es Kaiser Manuel I. ein letztes Mal, Spalato für sein Reich zurückzugewinnen. Die Bedeutung des Handels nahm in dieser Zeit zu, zugleich führten Verträge zu einer Verrechtlichung. Dies galt etwa für Verträge mit Pisa, Piran und Fermo. Ab Anfang des 13. Jahrhunderts übten kroatische Große die Stadtherrschaft aus. Um Binnenkonflikte zu lösen, wurde 1239 erstmals von der Kommune ein Podestà berufen, der aus Ancona stammte. Nun entstand eine Ratsverfassung, von der eine Fassung aus dem Jahr 1312 überliefert ist.

1242 stieß eine Invasion der Tataren bis vor die Tore der Stadt, doch Spalato hielt stand und gewährte dem geschlagenen König Béla IV. von Ungarn sowie Kroatien, Dalmatien und Rama Zuflucht in seinen Mauern. Die Stadt konkurrierte mit Traù (Trogir). Feudale Fürsten des Hinterlandes ließen sich in Spalato einbürgern, trugen aber auch ihre Fehden in die Stadt. Fürst Domald auf der Festung Klis oberhalb der Stadt überfiel Spalatiner auf Reisen im Hinterland und versuchte die Stadt zu erpressen, indem er ihre Versorgung von Land her unterband. 1334 wurde der Kreis der ratsfähigen Familien geschlossen. Der westlich des alten Palastes entstandene Stadtteil wurde nach 1312 in die Stadtmauer mit eingeschlossen.

mini|260px|Frieden von Zadar

Podestà Gargano de Arscindis, der ab 1239 für drei Amtszeiten gewählt wurde, festigte wieder die Institutionen des Comune. Die Piazza in der mittelalterlichen Stadterweiterung wird 1255 erstmals namentlich als Platea sancti Laurentii (heute Narodni trg) erwähnt.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 59. In den Diadochenkämpfen nach dem Aussterben der Árpádendynastie (1301) konnte Venedig Spalato wieder für sich gewinnen (1327). Die Stadt unterstellte sich Venedig, das nun den Comes bestimmte und entsandte. Er war sowohl Oberbeamter der Stadt als auch Vertreter des Dogen.

Das Stadtrecht wurde 1312 von Perceval von Fermo im Libro d’oro (Goldenen Buch) kodifiziert, das bis 1797 in Kraft blieb.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 72. Kaum hatte sich mit Ludwig I. eine neue Dynastie durchgesetzt und dieser König Venedig 1357 geschlagen, trat es Spalato und die anderen Städte 1358 im Frieden von Zadar wieder an Kroatien (damals in Personalunion mit Ungarn) ab.Elvira Šarić: Museumsführer. 2005, S. 54.