mini|Wappen der Grafen von Neuenburg-Nidau und Strassberg mini|Das Markgräflerland mit den drei Teilgebieten ab 1444

Die Herrschaft Badenweiler war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich, das dem Haus Baden gehörte. Die Herrschaft wurde benannt nach der Gemeinde Badenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg, die der Hauptort der Herrschaft war.

Geschichte Zähringer, Welfen und Staufer 1061–1218 Die Entstehung der Herrschaft Badenweiler ist nicht nachgewiesen. Es wird angenommen, dass im Zusammenhang mit der Ernennung Berthold I. von Zähringen zum Herzog von Kärnten und zum Markgrafen von Verona (1061) die Herrschaft entstanden ist. Berthold – nun Reichsfürst – stand mit seinen Besitzungen nicht mehr unter der Oberherrschaft des Herzogs von Schwabens. Helm S. 11 – zu dieser Zeit war das Rudolf von Rheinfelden. 1147 heiratete Clementia von Zähringen, die Tochter von Konrad I. von Zähringen, den Welfenherzog Heinrich den Löwen. Zur Mitgift von Clementia gehörten Burg und Herrschaft Badenweiler. Heinrich der Löwe tauschte 1158 die Herrschaft Badenweiler mit Kaiser Friedrich Barbarossa gegen Schloss Herzberg und Burg Scharzfels am Zugang zum südlichen Harz, wodurch Heinrich der Löwe der angestrebten Kontrolle über den Harz näher kam.s. Haas S. 257 Die Ehe wurde 1162 wegen zu naher Verwandtschaft geschiedens. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe: Biographie – sie war ein politisches Bündnis gegen die Staufer gewesen und wurde von diesen hintertrieben. Von den Staufern kam die Herrschaft Badenweiler wieder zurück an die Zähringer, in deren Besitz sie jedenfalls 1218 beim Tod von Berthold V. von Zähringen war. Eine Hypothese ist, dass bereits Barbarossa die Herrschaft Badenweiler für die Unterstützung beim Zweiten Italienzug an Berthold IV. von Zähringen zurückgab.s. Haas S. 267

Die Grafen von Urach-Freiburg-Fürstenberg und von Strassberg 1218–1444 Der Uracher Graf Egino IV. erbte 1218 einen Teil der zähringischen Besitzungen, wozu auch jene im Breisgau mit der Hauptstadt Freiburg gehörten. Sein Sohn Egino V. nannte sich ab 1230 Graf von Freiburg. Bereits unter den Söhnen des zweiten Grafen von Freiburg, Konrad I., kam es zu einer Teilung der Besitzungen, wobei Heinrich die Herrschaft Badenweiler erhielt, während sein Bruder Egino die übrigen Gebiete mit Freiburg erbte. Heinrichs Tochter Margarethe war beim Tod ihres Vaters (1303) mit Otto Graf von Strassberg verheiratet und erbte die Herrschaft Badenweiler. Imer von Strassberg, der einzige Sohn von Otto und Margarethe, starb 1364 ohne männlichen Erben. Imers Tante, Verena,eine Schwester von Margarethe war mit Graf Heinrich II. von Fürstenberg verheiratet, dessen Söhne Graf Heinrich III. von Fürstenberg und Konrad von Fürstenberg, Graf zu Wartenberg nun die Erbschaft antraten.s. Wever S. 16

Mit dem Friedensvertrag vom 30. März 1368 zwischen der Stadt Freiburg und Graf Egino III. von Freiburg kaufte sich Freiburg von seinen Grafen frei. Bestandteil des Vertrags war auch, dass die Stadt Freiburg für Egino die Herrschaft Badenweiler von seiner Fürstenberger Verwandtschaft kaufte.Heinrich Schreiber (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Freiburg im Breisgau (Bd. 1, Abth. 2), 1828 (Digitalisat der UB Freiburg)

Habsburger Eginos Sohn, Konrad III., verpfändete die Herrschaft 1398 an Herzog Leopold von Österreich. Katharina von Burgund, die Gattin von Herzog Leopold, bewohnte das ihr von Leopold als Pfand überlassene Schloss zeitweise.

Für die Bewohner der Herrschaft Badenweiler war die Verpfändung an die Habsburger keine glückliche Fügung, da sie nun in deren Konflikte mit der Eidgenossenschaft hineingezogen wurden. Im Krieg Katharinas mit der Eidgenossenschaft wurden Schloss und Herrschaft 1409 teilweise zerstört.s. Wever S. 19/20; 8 Dörfer und das Schloss wurden zerstört 1412 löste Herzog Friedrich von Österreich die Herrschaft Badenweiler wieder aus, er verpfändete sie aber bald wieder. Die Pfandherren wechselten noch mehrfach, bis Graf Johann sie 1444 seinen Neffen Rudolf IV. und Hugo von Hachberg-Sausenberg schenkte.

Johann hatte die Herrschaft am 12. März 1418 von Kaiser Sigmund zugesprochen erhalten, der sie dem geächteten Herzog Friedrich von Österreich abgenommen hatte.s. Regesta Imperii XI,1 n. 3044 (, abgerufen am 16. Juni 2026)

Die Herren über Badenweiler bis 1444 Die Reihe der Herren über Badenweiler ist bis 1444 nicht lückenlos nachweisbar. Insbesondere ist der Übergang von den Staufern auf die Zähringer nicht klar und überdies hatten die Grafen von Freiburg die Herrschaft verschiedentlich noch verpfändet.

Name Anmerkungen Lebensdaten RegierungsdatenBerthold I. von Zähringen* um 1000; † 10781061–1078Berthold II. von Zähringen* um 1050; † 12. April 11111078–1111Berthold III. von Zähringen* um 1085/1095; † 3. Dezember 11221111–1122Konrad I. von Zähringen* um 1090; † 8. Januar 11521122–1147Heinrich der Löwe seine erste Ehefrau Clementia von Zähringen brachte die Herrschaft Badenweiler als Mitgift mit* um 1129/1130 oder 1133/35; † 6. August 11951147–1158Friedrich Barbarossatauscht die Herrschaft von Heinrich dem Löwen gegen zwei Burgen im Harz ein* um 1122; † 10. Juni 11901158– ?Berthold IV. von Zähringenes ist nicht bekannt wann und auf welchem Wege die Herrschaft wieder an die Zähringer kam* um 1125; † 8. Dezember 1186?Berthold V. von Zähringenes ist nicht bekannt wann und auf welchem Wege die Herrschaft wieder an die Zähringer kam* um 1160; † 18. Februar 1218? –1218Egino IV. Graf von Urachbeerbt die Zähringer, da er ein Schwager von Berthold V. von Zähringen war* um 1160; † 12. Januar 12301218–1230Egino V. Graf von Urachnennt sich als erster Graf von Freiburg; kann sich mit Unterstützung seines Bruders, des Kardinalbischof Konrad von Urach, im Streit um das Zähringererbe gegen die Staufer behaupten* um 1185; † 1236/371230–1236Konrad I. Graf von FreiburgTeilung des Erbes mit seinem Bruder Heinrich Graf von Fürstenberg* um 1226; † 12711236/37–1271Heinrich Graf von Freiburg1272 Teilungsvertrag mit seinem Bruder Egino II.† 13031272–1303Otto von Strassbergseine Ehefrau erbt die Herrschaft Badenweiler† 1315s. 1303–1315Imer von Strassberg† 1364s. 1315–1364Heinrich III. von Fürstenbergerbt die Herrschaft zusammen mit seinem Bruder Konrad von Fürstenberg-Wartenberg† 13671364–1367Heinrich IV. von FürstenbergKonrad von Fürstenberg-Wartenberg und Heinrich verkaufen 1368 die Herrschaft an die Stadt Freiburg, die sie ihrerseits Egino III. als Teil des Freikaufs übergibt1367/68Egino III. Graf von Freiburgerhält die Herrschaft als Abfindung für den Verkauf seiner Rechte an Freiburg; Epitaph in der Kirche von Badenweiler† 13851368–1385Konrad III. Graf von Freiburgverpfändet die Herrschaft 1398 an die Habsburger* 1372; † 16. April 14241385–1398Leopold von Österreichhat die Herrschaft als Pfand für die Schulden von Konrads Vater* 1371; † 14111398–1404Katharina von Burgundlebt 1404 bis 1406 auf Burg Baden in Badenweiler, Badische Zeitung, 30. November 2010, abgerufen am 11. März 2013.* 1378; † 14251404–1412Friedrich von Österreichlöst die Herrschaft 1412 ein, verpfändet sie aber wieder; verliert die Herrschaft Badenweiler durch Kaiser Sigmund 1418 an Johann von Freiburg* 1382; † 14391412–1418Johann Graf von Freiburgverschenkt 1444 die Herrschaft Badenweiler an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg* 26. Mai 1396; † 19. Februar 14581418–1444

Die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg 1444–1503 Durch die Schenkung des letzten Grafen von Freiburg, Johann, kam die Herrschaft 1444 an die Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg.

Die Markgrafen von Baden 1503–1535 Die Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg fiel 1503 aufgrund eines Erbvertrages zwischen Markgraf Philipp von Hachberg-Sausenberg und Markgraf Christoph I. von Baden an die Hauptlinie zurück und gehörte damit zur Markgrafschaft Baden.

Nachdem seine Brüder Bernhard und Philipp am 26. Juli 1515 ihr Einverständnis mit der Landesteilung gegenüber den Landschaften erklärt hatten, konnte Markgraf Ernst am 1. August 1515 die Regierung als Statthalter und seit 15. Januar 1516 als Vormund seines Vaters, Christoph I., über Teile des badischen Oberlandes mit der Herrschaft Badenweiler übernehmen.

Die Markgrafen von Baden-Durlach 1535–1771 Im badischen Oberland gab es drei Oberämter der Markgrafschaft Baden-Durlach, wovon eines das Oberamt Badenweiler war, das seit 1725 seinen Verwaltungssitz in Müllheim hatte und von einem sogenannten Landvogt als Oberbeamten verwaltet wurde.s. Karl Stiefel: Baden 1648–1952, Karlsruhe 1979, Band I, S. 154

Die Markgrafen von Baden 1771–1803 1773 wurde das bisherige Amt Sulzburg dem Oberamt Badenweiler der seit 1771 wiedervereinigten Markgrafschaft Baden zugeschlagen.

Das Kurfürstentum Baden 1803–1806 Mit dem deutlichen Gebietszuwachs aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses war das 1803 neu entstandene Kurfürstentum Baden gezwungen auch seine Verwaltungseinheiten neu zu organisieren. Dies erfolgte mit den Organisationsedikten, die insbesondere von Johann Nicolaus Friedrich Brauer entworfen wurden. Hierbei wurden nun auch die Herrschaften aufgelöst. Im badischen Oberland sollte die Landvogtei Sausenberg als staatliche Mittelinstanz geschaffen werden, der folgende Ämter zugeordnet werden sollten:s. auch Verwaltungsgliederung Badens#Provinz der Markgrafschaft (Badische Markgrafschaft), 1803–1807 Stabsamt Wolfenweiler; bisherige untere oder niedere Vogteien der Herrschaft Badenweiler Oberamt Badenweiler; bisherige obere Vogteien der Herrschaft Badenweiler und das alte Amt Sulzburg, sowie der größere Teil der bisherigen fürstbischöflich baselischen Landvogtei Schliengen, sowie einigen Ortschaften der Herrschaft Rötteln und der Landgrafschaft Sausenburg Oberamt Rötteln; bisherige Herrschaft Rötteln und die Landgrafschaft Sausenburg

Das Großherzogtum Baden 1806–1918 Im 1806 neu gebildeten Großherzogtum Baden wurde auch die Verwaltung nochmals neu gegliedert:s. auch Verwaltungsgliederung Badens Oberamt Schliengen Oberamt Badenweiler Stabsamt Wolfenweiler (im Juni verkündet, im Oktober aufgehoben)

Mit dem Untergang des alten Reiches waren auch die alten Gebietseinheiten untergegangen.

Wappen Die Blasonierung lautet: In Rot ein mit drei schwarzen Sparren belegter goldener Pfahl.

Obwohl die Grafen von Strassberg nur eine relativ kurze Zeitspanne (1303–1364) die Herren der Herrschaft Badenweiler waren, wurde ihr Wappen als Wappen der Herrschaft weitergeführtEintrag Wappen von Badenweiler auf leo-bw.de und findet sich auch noch als Teil des Wappens des Großherzogtums Baden.

Außer der Gemeinde Badenweiler führen auch noch einige andere Gemeinden der ehemaligen Herrschaft den Pfahl mit den Sparren im Wappen. Dies ist auch im Kanton Neuenburg – wo ebenfalls Nebenlinien der Grafen von Neuenburg regierten – der Fall, wo beispielsweise die Gemeinde Valangin ein Wappen führt, das dem von Badenweiler entspricht.

Wirtschaft Neben Wiesen, Wald und Getreide gab es Weinanbau und Eisenerz, das auch bei Badenweiler verarbeitet wurde.

Das Gebiet der Herrschaft Die oberen Vogteien der Herrschaft Badenweiler grenzten im Norden an Vorderösterreich sowie im Süden und Osten an die Landgrafschaft Sausenburg und im Westen an den Rhein. Die unteren Vogteien (siehe Liste ab Wolfenweiler) waren gänzlich durch vorderösterreichisches Gebiet eingeschlossen. Die Herrschaft gehörte zum badischen Oberland.

Die Herrschaft war in Vogteien eingeteilt.s. Röder

Sie umfasste die nachfolgend aufgeführten größeren Ortschaften. Insgesamt hatte das Gebiet um 1790 ca. 10 600 Einwohner.s. Röder Spalte 169