mini|hochkant=1.2|St.-Petrus-Kirche St. Petrus ist die katholische Kirche in Buchholz in der Nordheide, einer Stadt im Landkreis Harburg in Niedersachsen. Ihre gleichnamige Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim. Die nach dem heiligen Simon Petrus benannte Pfarrkirche befindet sich in der Lüneburger Straße 23.

Geschichte Mit Einführung der Reformation wurden die Einwohner von Buchholz, das bisher zum Bistum Verden gehört hatte, evangelisch-lutherisch. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in Folge des Baus der Eisenbahnstrecken Hamburg–Bremen und Buchholz–Lüneburg, ließen sich wieder Katholiken in Buchholz nieder. Ab 1923 fanden gelegentlich, ab 1934 regelmäßig, seitens der Harburger Kirchengemeinde St. Maria katholische Gottesdienste in Buchholz statt, zunächst in einem Klassenraum der Volksschule.

Am 30. August 1936 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, am 22. August 1937 folgte ihre Weihe durch Bischof Joseph Godehard Machens. Hauptpatron ist der Apostel Petrus, Nebenpatron der als „Apostel des Nordens“ verehrte Bischof Ansgar. Am 1. November 1937 wurde die Kuratie Buchholz gegründet.

Am 1. August 1956 wurde die Kirchengemeinde Buchholz eingerichtet. 1962/63 erfolgte eine bedeutende Erweiterung der Kirche, da sich die Kirchengemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg durch Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches stark vergrößert hatte. Am 1. September 1963 wurde die Kirche neu konsekriert. Am 1. Oktober 1965 folgte die Erhebung der Kirchengemeinde zur Pfarrei. 1966 wurde eine Orgel aufgestellt, sie gehörte zuvor der evangelisch-reformierten Gemeinde Hamburg-Altona.

Ab 1993 bzw. 1995 bildete die Pfarrei St. Petrus mit den beiden Pfarreien Hl. Herz Jesu in Tostedt und St. Maria Assumpta in Egestorf eine Seelsorgeeinheit. 1995 wurde das Dekanat Buchholz-Soltau gegründet,Entwicklung Altarraum. Pfarrei St. Petrus, abgerufen am 6. September 2026. zuvor gehörte die St.-Petrus-Kirche zum Dekanat Hamburg-Harburg.St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ´91. Hildesheim 1990, S. 105.

2001 wurde an der Steinstraße die Kindertagesstätte St. Petrus eröffnet, 2004 zog sie in einen hinter der Kirche gelegenen Neubau (Hermann-Burgdorf-Straße 58) um.

Seit dem 1. September 2004 gehört die Pfarrgemeinde zum damals neugegründeten Dekanat Unterelbe, das Dekanat Buchholz-Soltau wurde zu diesem Zeitpunkt aufgelöst.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 7/2004, S. 230–231. Seit dem 1. November 2014 gehören zur Pfarrei St. Petrus auch die Kirchen St. Maria Assumpta in Egestorf und Hl. Herz Jesu in Tostedt.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung der katholischen Pfarrgemeinden Hl. Herz Jesu, Tostedt, St. Maria Assumpta, Egestorf und über die Zuweisung der Gebiete zur katholischen Pfarrgemeinde St. Petrus, Buchholz in der Nordheide. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 8/2014, S. 233–234.

2017 erfolgte eine umfassende Sanierung der Kirche und Umgestaltung des Innenraumes, außer neuen Bänken wurden auch die Orgel entfernt und ein Raum für Begegnungen angebaut.Martina Albert: Ein richtiges Schmuckstück. In: KirchenZeitung. Ausgabe 47/2017 vom 26. November 2017, S. 12.

Architektur und Ausstattung Die Kirche wurde nach Plänen des Paderborner Architekten Max Sonnen (1886–1939) erbaut, ihre rechtwinklige Erweiterung erfolgte durch den Hamburger Architekten Egon Pauen. Die drei 1952 installierten Glocken stammen aus Schlesien, wobei 1996 eine der Glocken, die 1597 gegossen wurde, auf Grund eines Risses durch eine neu gegossene Glocke aus der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock ersetzt und hinter der Kirche aufgestellt wurde.

Die Buntglasfenster im Kirchenschiff wurden 1937 von der Glasmalerei Peters aus Paderborn angefertigt, die Buntglasfenster im Altarraum und im Anbau entstanden 1987 nach Entwürfen von Claus Kilian durch die Glasmalerei Rudolf Schieblon aus Veitshöchheim.

Die Kirche bietet den Besuchern 116 Sitzplätze. Im Erweiterungsbau hängen 14 Kreuzwegstationen. In der kleinen Marienkapelle steht eine Marienstatue, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können. Die große Marienstatue wird links und rechts von zwei kleineren Statuen flankiert, die die Heiligen Antonius von Padua und Josef von Nazaret darstellen. Über eine Pfeifenorgel verfügt die Kirche nicht mehr.

Der heutige Altar von 1976 wurde von Claus Kilian entworfen und von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht, er birgt Reliquien der heiligen Märtyrer Vincentius und Jucundina. Hinter dem Altar befindet sich ein Hängekreuz. Im Altarraum sind auch der Taufstein, der Ambo und der Tabernakel angeordnet, der in die Rückwand des Altarraumes eingelassen ist.

Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Peterskirche

Literatur Oskar Rauchfuß: Chronik der Katholischen Kirchengemeinde Buchholz in der Nordheide. Buchholz 2008. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Bernward, Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 88.

Weblinks

Internetpräsenz der Pfarrgemeinde

Einzelnachweise

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