Carl Ludwig Friedrich Pohle, auch Karl Ludwig Friedrich PohleVergleiche die Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (* 12. Juni 1817 in Wittstock/Dosse;Eintrag im Rostocker Matrikelportal; † 27. Dezember 1883 in Schwerin) war ein deutscher Jurist und Politiker.

Leben Carl Pohle studierte an der Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1839 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Bonn.Kösener Corpslisten 1960, 10, 253; Martin Dossmann: Ein Bonner Corps in der Zeit zwischen den Karlsbader Beschlüssen und dem Ende der Weimarer Republik. Geschichte der Guestphalia Bonn 1820–1933. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8471-1871-8, S. 126, 154 f. 1840 wechselte er an die Universität Rostock. 1843 bestand er das Examen. Er wurde Senator der Stadt Schwerin. 1848 wurde er zum Mitglied des Vorparlaments auf www.bundesarchiv.de und der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung im Wahlkreis Mecklenburg-Schwerin 6: Wittenförden gewählt. Hier schloss er sich der Fraktion der Reformpartei, der Linken an und war im Justizausschuss tätig, bis er am 21. August 1849 zurücktrat.Julius Wiggers: Die Mecklenburgische constituirende Versammlung und die voraufgegangene Reformbewegung: Eine geschichtliche Darstellung. 1850, S. 56, 63, 77 Im selben Jahr verfasste er eine Denkschrift zu einer Reformierung der Mecklenburgischen Strafprozessordnung. Von 1866 bis 1883 war er Bürgermeister von Schwerin und trug den Titel Oberbürgermeister.

Seine politische Kritik galt der landständischen Mecklenburgischen Verfassung, dem Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich von 1755, der auf dem Prinzip von Sonderinteressen, insbesondere des Landadels (der Ritterschaft) basierte, ohne das Gemeinwohl zu berücksichtigen. In seinem politischen Kampf für eine liberalere Mecklenburgische Landesverfassung gehörte er zu den Weggefährten von August Moeller.

Ein von ihm in der Abgeordnetenversammlung vorgelegter Plan einer weitergehenden Union zwischen Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, der dem Strelitzer Großherzog eine Stellung zudachte, die von der eines mediatisierten Fürsten nicht merklich verschieden war, vergrößerte die Spannung zwischen beiden Landesteilen und trug zum Ausscheiden von Mecklenburg-Strelitz aus dem Verfassungsprozess bei.Julius Wiggers: Die Mecklenburgische constituirende Versammlung und die voraufgegangene Reformbewegung: Eine geschichtliche Darstellung. 1850, S. 139

Schriften Die constitutionelle Monarchie, 1848 Rede über die preußische Note vom 23. Januar, 1849 Versuch einer Darstellung des Mecklenburg-Schwerin’schen Criminal-Processes, 1849 (Digitalisat)

Siehe auch Liste der Schweriner Bürgermeister

Literatur Horst Zänger: Die konstitutionelle Monarchie und weitere Publikationen aus der Feder des Schweriner Senators, Bürgermeisters und Demokraten Carl Ludwig Friedrich Pohle und aus dem Schaffen von Bildhauer und Senator Christoph Heinrich Hermann Petters, 2000 Pohle, Carl Ludwig Friedrich (1817–1883). In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg, Band 5, S. 263 ff.

Matthias Manke: Reform, Revolution, Resignation. Das politische Wirken des bürgerlichen Gutsbesitzers Samuel Schnelle auf Buchholz (1803–1877). In: Thünen-Jahrbuch, 8, 2013.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Kommunalpolitiker (Mecklenburg-Vorpommern) Kategorie:Bürgermeister (Schwerin) Kategorie:Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied des Vorparlaments Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1817 Kategorie:Gestorben 1883 Kategorie:Mann