Tom Clancy’s Splinter Cell: Chaos Theory ist der dritte Teil der Stealth-Spielserie Splinter Cell. Er wurde vom kanadischen Studio Ubisoft Montreal entwickelt und vom französischen Publisher Ubisoft veröffentlicht. Der Titel erschien 2005 für Xbox, Windows, Nintendo GameCube, Nintendo DS, PlayStation 2 und N-Gage.
Die Handlung wurde vom Autor Tom Clancy angeregt. Die Hauptfigur ist wie in den Vorgängern Sam Fisher, ein Agent, der für Third Echelon, einer fiktiven und geheimen Operationsstruktur der National Security Agency (NSA), arbeitet. Er untersucht zunächst die Entführung mehrerer Informatiker. Seine Ermittlungen führen ihn nach Ostasien, wo er auf einen japanischen General stößt, der einen Krieg zwischen Nordkorea und den USA auslösen will. Der Titel ist im Konzept ein Shooter, bei dem der Spieler häufig effektiver durch unauffälliges Vorgehen als durch rohe Gewalt zum Ziel gelangt.
Chaos Theory wurde von der Fachpresse überwiegend positiv bewertet. Besonders die Windows-Version und die Xbox-Version schnitten gut ab und erzielten Metawertungen von über 90 %. Sie wurden in grafischer und spielerischer Hinsicht als außergewöhnlich stark bezeichnet. Die Ausführungen für die anderen Plattformen schnitten tendenziell schwächer ab, da diese laut den Rezensenten technisch und gestalterisch schwächer sind.
Trotz der positiven Reaktion der Magazine waren die Verkaufszahlen von Chaos Theory geringer als die der Vorgänger. Der Titel ist der erste der Splinter-Cell-Reihe, von dem weniger als drei Millionen Einheiten abgesetzt wurden.
2011 wurde der Titel gemeinsam mit den beiden Vorgängern Splinter Cell und Splinter Cell: Pandora Tomorrow in einer grafisch überarbeiteten Version für die PlayStation 3 und den Nintendo 3DS veröffentlicht.
Handlung Splinter Cell: Chaos Theory spielt im Jahr 2007, ein Jahr später als der Vorgänger Pandora Tomorrow, an verschiedenen Orten in Amerika und im Fernen Osten. Der Spieler übernimmt die Rolle des amerikanischen Geheimagenten Sam Fisher, der das Verschwinden des Informatikers Bruce Morgenholt untersucht. Morgenholt, ein Spitzeninformatiker, der an Verschlüsselungsalgorithmen forschte, wurde von einer südamerikanischen Terroristengruppe unter Hugo Lacerda entführt. Fisher wird in eine Festung entsandt, die als Quartier der Terroristen dient, um den Informatiker zu befreien und Lacerda auszuschalten. Die Terroristen töten allerdings während des Einsatzes Morgenholt durch Folter mit Stromschlägen in einem Verhör. Lacerda verlässt inzwischen die Festung mithilfe eines Frachters, der Maria Narcissa. Fisher folgt ihm auf den Frachter und eliminiert ihn. Dabei entdeckt er durch Auffinden eines Frachtbriefes der Ladung Hinweise auf Geldgeber aus Panama.
Als Fisher daraufhin in die panamaische Zentralbank einbricht, findet er in einem Büro Dokumente über einen Zerkhezi, der ebenfalls an der Entwicklung der umkämpften Algorithmen beteiligt gewesen ist. Kurz darauf fällt in New York und in Japan der Strom aus. Fisher wird nach New York geschickt, um Hinweise über den Stromausfall zu finden, hinter dem ein gezielter Angriff vermutet wird. Außerdem soll er Zerkhezis Wohnung durchsuchen, die sich ebenfalls in New York befindet. Dort findet er einen Hinweis auf die Organisation Displace International, eine Firma, die Privatarmeen und Waffen vermietet. Diese Firma gehört jedoch einem Bekannten der NSA, Doug Shetland; dieser hat in der Vergangenheit Sam bei seinen Missionen unterstützt. Es entsteht die Vermutung, dass Doug mit dem ganzen Chaos in New York zu tun haben könne. Die daran anschließende Infiltration der Firma ergibt, dass ein gewisser Milan Nedich, ein international gesuchter Söldner, von Displace gemeinsam mit Zerkhezi nach Hokkaidō eskortiert wurde. Nach dieser Mission findet eine Einsatzbesprechung bei Third Echelon statt. Zeitgleich wird im Gelben Meer ein amerikanisches Kriegsschiff, die U.S.S. Walsh, von einer Rakete versenkt, die von einer nordkoreanischen Basis abgefeuert wurde. Fisher macht sich daraufhin auf nach Hokkaido, findet Nedich und tötet ihn. Bei dem Versuch, Zerkhezi zu entführen, wird dieser jedoch vom Leiter von Displace, Doug Shetland, ermordet. Sam versucht, Shetland festzusetzen, allerdings gelingt es diesem, zu fliehen. Anschließend wird Fisher zu einer nordkoreanischen Küstenbatterie geschickt, um Informationen über die Rakete zu sammeln, die das amerikanische Schiff versenkt hat. Dort findet er Beweise, dass die Rakete nicht von der nordkoreanischen Führung abgefeuert worden ist. Dennoch rückt Nordkorea über die DMZ vor – es herrscht Krieg in Seoul. Sam wird dorthin gebracht, da man in der Batterie keine längere Verbindung als nach Seoul fand. Dort gelingt es Sam, Anzeichen von „DVORAK“ in der Datenbank zu finden. DVORAK ist ein Computer, der eine eigenartige Technologie besitzt und zuvor in Zerkhezis Penthouse aufgefunden worden ist. Das ist scheinbar der Beweis, dass die Südkoreaner die Rakete abgefeuert haben. Sam sendet die Information einem amerikanischen Flugzeug, dieses wird jedoch abgeschossen, bevor es die Daten übertragen kann. Um zu verhindern, dass diese in die Hände der Nordkoreaner fallen, begibt sich Sam zur Absturzstelle. Dort muss er jedoch feststellen, dass er die Daten unmöglich bergen kann. Er erteilt deshalb die Anweisung, das Flugzeugwrack aus der Luft zu zerstören, um die Datenträger zu vernichten.
Inzwischen hat der amerikanische Geheimdienst Shetland in einem Badehaus in Tokio aufgespürt. Sam begibt sich dorthin, um ein Gespräch von ihm abzuhören. Während der Mission beobachtet er zwei Mitglieder einer Abteilung der japanischen Armee. Diese steht unter dem Kommando von Admiral Otomo, der ein Verbündeter der USA zu sein scheint. Als Fisher das Meeting überwacht, wird klar, dass Otomos Leute Shetlands Partner sind. Bei einem folgenden Streit tötet Shetland die Japaner und versucht zu fliehen. Im Badehaus bricht ein Feuerkampf aus. Fisher verfolgt Shetland, stellt ihn auf dem Dach des Badehauses und schaltet ihn aus.
Die Amerikaner lehnen einen militärischen Einsatz gegen Japan zunächst ab, da sie noch keine Informationen darüber besitzen, ob die japanische Regierung oder lediglich Otomo allein für den Angriff verantwortlich ist. Fisher wird daher in das japanische Verteidigungsministerium geschickt, um Informationen zu sammeln. Dabei findet er heraus, dass Otomo für den Angriff allein verantwortlich ist. Die übrigen japanischen Militärs, die um Otomos Handlungen wussten, hatte er zur Kooperation gezwungen, indem er gedroht hatte, mit einer per Netzwerkangriff gekaperten nordkoreanischen Rakete eine japanische Stadt zu vernichten. Fisher dringt jedoch in das Hauptquartier Otomos ein, zerstört seinen Server und stellt den General. Dieser jedoch will einem Kriegsverbrecherprozess entgehen und versucht, sich mit einem Messer zu töten. Sam rettet ihm jedoch das Leben. Otomo wird anschließend verhaftet und vor einem Kriegsgericht angeklagt.
Spielprinzip
Allgemein Das grundlegende Spielprinzip wurde aus den Vorgängern übernommen. Chaos Theory ist ein Shooter, bei dem das unauffällige Bewegen im Vordergrund steht. Eine große Bedeutung besitzen dabei vorherrschende Lichtverhältnisse und Umgebungsgeräusche. Für den Spieler ist es stets von Vorteil, sich in dunklen Gebieten zu bewegen. Dem Spieler stehen zwei Anzeigen zur Verfügung, die zeigen, wie stark er optisch und akustisch wahrnehmbar ist. Ferner umfasst seine Ausrüstung ein Nachtsichtgerät und eine Wärmebildkamera, mit denen er sich im Dunkeln orientieren kann. Des Weiteren steht ihm ein optisches Kabel zur Verfügung, das er in Türschlösser einführen und damit die Räume hinter den Türen ausspionieren kann.
Das Kämpfen spielt im Spiel dagegen eine untergeordnete Rolle. Der Spieler führt zwar bei jedem Einsatz Feuerwaffen mit sich, bekommt für diese jedoch nur wenig Munition zur Verfügung gestellt. Kommt es zu einem hörbaren Schusswechsel, wird meist ein Alarm ausgelöst, der das gesamte Einsatzgebiet in Alarmbereitschaft versetzt, was das Erfüllen weiterer Missionsziele oft deutlich erschwert. In einigen Missionen ist es daher erforderlich, niemanden anzugreifen.
Wenn ein Kampf unvermeidbar ist, kann der Spieler seine Gegner aus dem Hinterhalt angreifen. Gelingt ein solcher Angriff, kann der Gegner verhört, außer Gefecht gesetzt oder als Schutzschild vor feindlichem Beschuss verwendet werden. Angriffe aus dem Hinterhalt können auf vielfältige Weise erfolgen. Der Spieler kann sich ducken, an Rohren und Hauswänden klettern oder sich an Balkonen und Mauern festhalten.
Bewaffnung mini|Die FN F2000, die Basis für die SC-20K Zu Beginn jeder Mission kann der Spieler aus drei Waffenkonfigurationen wählen. Die erste ist angriffsorientiert und stellt dem Spieler viel Munition und durchschlagskräftige Gewehre zur Verfügung. Die zweite ist auf Tarnung und Unauffälligkeit ausgelegt, stellt dem Spieler vielseitige, nicht-tödliche Waffen zur Verfügung. Die dritte ist auf die jeweilige Mission abgestimmt und meist eine ausgewogene Mischung aus tödlichen und nicht-tödlichen Waffen. Bei Missionen, bei denen es verboten ist, Personen zu töten, steht die angriffsorientierte Konfiguration nicht zur Verfügung. Dem Spieler stehen zwei Waffen zur Verfügung, die realen Waffen nachempfunden sind, allerdings umbenannt wurden.
Die SC-20K ist ein Sturmgewehr, für das mehrere Aufsätze zur Verfügung stehen. Darunter fallen Visiere mit unterschiedlichem Zoom-Faktor und Aufsätze für Schrotladungen für den Kampf auf kurzer Distanz. Ein weiteres Modul feuert nicht-tödliche Schockmunition an Stelle von herkömmlichen Patronen ab. Weitere Module statten das Gewehr mit Gasgranaten und Haft-Kameras aus. Erstere dienen zum Betäuben von Gegnern, letztere können dazu verwendet werden, Kameras an Gegnern oder unzugänglichen Stellen zu platzieren. Zur besseren Kontrolle des Schützen über die Waffe kann ein zusätzlicher Griff montiert werden, der die Zielgenauigkeit der SC-20K erhöht und ihren Rückstoß vermindert. mini|Die 5-7 SC ist an die FN Five-seveN angelehnt Die 5-7 SC ist eine Pistole, für die ebenfalls mehrere Module zur Verfügung stehen. Ein besonderes, das eine Neuerung in der Splinter-Cell-Reihe ist, ist ein Pistolenaufsatz mit EMP-Funktion. Dieses als OCP (Optically Channeled Potentiator) bezeichnetes Gerät bietet dem Spieler vielfältige Optionen. So kann er damit elektrisches Licht löschen, Alarmanlagen stören oder Kameras deaktivieren. Die Waffe benötigt allerdings nach jedem Schuss einige Sekunden zur Regeneration. Auch weisen die anvisierten Geräte nur eine kurzfristige Störung auf und sind nach einigen Sekunden wieder voll funktionsfähig.
Zu den Neuerungen gegenüber den früheren Serienteilen zählt außerdem ein Kampfmesser, das Fisher jederzeit mit sich führt und zum lautlosen Ausschalten von Feinden verwenden kann. Auch kann der Spieler damit Öffnungen in Zeltplanen o. ä. schneiden und sich damit zusätzliche Verstecke und Wege schaffen. Ferner kann er mit dem Messer Tanks von Generatoren durchstechen und damit die elektrischen Anlagen der infiltrierten Gebäude außer Gefecht setzen.
Bewertungs-System Während der Spieler eine Mission spielt, wird permanent sein Vorgehen vom Computer analysiert und mit einer internen Datenbank abgeglichen. Zu den überwachten Parametern zählen neben den bei solchen Systemen häufig vertretenen Kategorien wie die Erfüllung aller Nebenmissionen oder die Anzahl getöteter Zivilisten auch Statistiken zu dem taktischen Vorgehen des Spielers. So wird ein möglichst kampffreies Spiel, bei dem der Spieler weitgehend unentdeckt bleibt und in keine Schießerei verwickelt wird, als gut bewertet, während action- und gefechtslastiges Lösen der Level mit Abzügen bestraft wird. Am Ende jeder Mission gibt das Spiel eine Übersicht aus, wie gut der Spieler die Mission bewältigt hat.
Mehrspieler-Modus