mini|Station Concorde der Linie 1 mit waagrechter Metalldecke Die Métro Paris betreibt augenblicklich (Stand November 2013) 303 Bahnhöfe mit 385 Haltestellen. Da die Linien vollständig voneinander unabhängig sind, hat jede Linie ihre eigene Bahnsteighalle. Entsprechend der Tatsache, dass rund 90 % der Strecken unterirdisch verlaufen, liegen auch die weitaus meisten Metrobahnhöfe unterirdisch. Im Lauf der mehr als hundertjährigen Geschichte der Pariser Métro und wegen oft sehr unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten sind recht unterschiedliche Metrostationen entstanden. Diese differenzierten sich dann weiter durch Modernisierungen, die architektonischen Moden folgten. Andererseits gibt es durch die gleiche Aufgabenstellung – nämlich Personen zu den Zügen zu bringen – auch viele Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Stationen.
Die Bahnsteiglänge wurde 1900 zunächst auf 75 m festgelegt (entsprechend Züge mit 5 Wagen zu je knapp 15 m), später wurden 90 m lange Bahnsteige gebaut und auf den Linien mit starkem Benutzerandrang (Linien 1, 3, 7, 8, 9) wurden sogar 105 m lange Bahnsteige errichtet. Die Verlängerung der Linie 14 verlangt bei einem zu erwartenden größeren Verkehrsaufkommen längere Züge und damit 120 m lange Bahnsteige.
Bahnhöfe Unterirdische Normbahnhöfe Bahnhöfe mit elliptischem Querschnitt mini|Station Gambetta (Linie 3): Gewölbe über 2 Seitenbahnsteigen und 2 Gleisen In der Regel besitzen die Bahnhöfe zwei Gleise und zwei Seitenbahnsteige von (normalerweise) 4 m Breite. Die meisten Bahnhöfe haben einen ellipsenförmigen Querschnitt: In 1,5 m Höhe über den Schienen liegt die Stelle, wo sich das Deckengewölbe und die Ellipse, welche die Sohle des Bauwerks bildet, berühren. Hier liegt mit 14,14 m die größte Innenbreite. Die größte Höhe des Innenraums beträgt 5,9 m und liegt in der Mitte des Bauwerks. Das Deckengewölbe hat eine Wandstärke von 0,70 m bei einer lichten Höhe von 3,70 m. Die Bodenplatte ist ebenfalls ellipsenförmig nach unten gekrümmt, sie hat eine Mindestdicke von 0,50 m und eine größte Tiefe von 1,50 m, die wiederum 0,70 m unterhalb der Schienenoberkante liegt. Die seitlichen Stützmauern besitzen eine maximale Wandstärke von 2 m. Die Bahnsteige sind jeweils 4 m breit und leicht in Richtung Gleisbett geneigt. Gegenüberliegende Bahnsteigkanten sind 5,33 m voneinander entfernt.
Die Gewölbe der ehemaligen Stationen der Société du chemin de fer électrique souterrain Nord-Sud de Paris (Nord-Sud) sind etwas höher, weil die Stromzufuhr der jeweils führenden Triebwagen über eine Oberleitung erfolgte.
Bahnhöfe mit rechteckigem Querschnitt mini|Station Gare de Lyon: Bahnsteig der Linie 1; Stützbalken mit Stützpfeilern und Tragegewölben Bei Strecken, bei denen der Höhenunterschied zwischen Straße und Schienen weniger als 7 m beträgt, wurde die Wölbung durch eine waagrechte Metalldecke ersetzt (z. B. Concorde). Es entstanden Stationen mit rechteckigem Querschnitt. Die Bodenplatte der Station sind, genau wie bei den Stationen mit Deckengewölbe nach unten gekrümmt. Auf ihr sitzen die Stützmauern, sie sind im unteren Bereich 1,50 m dick, weiter oben verjüngen sie sich auf 1,15 m. Der Innenraum hat eine lichte Breite von 13,50 m und eine lichte Höhe von 3,50 m (gemessen ab Bahnsteighöhe). Auf den Stützmauern liegen – quer zur Fahrtrichtung – metallische Stützbalken. Auf diesen wiederum ruhen in Gleisrichtung Längsträger, die mit einem Abstand von knapp 2 m parallel zueinander verlaufen. Profileisen tragen kleine, aus Ziegelsteinen gemauerte Gewölbe. Bei breiteren Stationen werden die querlaufenden Stützbalken zusätzlich von je einer Metallsäule auf jedem Bahnsteig unterstützt.
Sonderformen unterirdischer Bahnhöfe Etwa 50 Bahnhöfe weichen von dieser Regel ab. Oft sind es ehemalige Endstationen mit zwei Gleisen und einem Inselbahnsteig (z. B. Porte Dauphine), oder mit 3 Gleisen und zwei Bahnsteigen (z. B. Porte d’Orléans) oder sogar mit vier Gleisen (Château de Vincennes). Bei sehr breiten Bahnhöfen oder instabilem Untergrund wird eine Stützmauer hochgezogen, die das Gewölbe entlastet. Dabei wird die Bahnhofshalle in zwei Teile mit je einem Gleis und einem Bahnsteig getrennt (z. B. Porte de Versailles).
Die beiden Stationen Saint-Michel und Cité der Linie 4 entstanden in Senkkastenbauweise.
Bahnhöfe in Hochlage Bahnhöfe in Hochlage findet man vor allem auf den Linien 2 und 6. Jede Station ruht auf vier Längsträgern. Die beiden äußeren liegen auf Steinpfeilern auf, die beiden inneren auf zwei Reihen von Eisensäulen. An den vier Ecken jeder Station ragt je ein Pfeiler weit bis über das Dach hinaus. Diese Pfeiler haben keine tragende Funktion, sondern dienen rein der Ornamentik. Die oberirdischen Stationen der Linie 2 haben zwei Pultdächer, die jeweils nur den Bahnsteig überdecken. Bei der Linie 6 sind die Haltestellen mit einem gläsernen Satteldach versehen, das auch die Gleise überspannt.
Moderne Bahnhöfe mini|Großzügige Treppen und Rolltreppen in der Station Front Populaire Bei den durch Streckenverlängerungen notwendigen neuen Stationen wird nach anderen Vorgaben gebaut: Es soll möglichst direkte Zugänge geben, also ohne verwinkelte Gänge, sondern mit langen Treppen und Rolltreppen und Personenaufzügen. Der Fahrgast soll auf möglichst geradlinigem Weg von der Straße zu den Bahnsteigen gelangen.
Wenig und viel benutzte Stationen Die zehn am stärksten frequentierten Stationen Gezählt wurden die Fahrgäste, die direkt, d. h. über die Eingänge, die Metrostationen betraten. Der Umsteigebetrieb wurde nicht erfasst. Besonders stark frequentiert sind natürlich erwartungsgemäß die Stationen an den großen Bahnhöfen und Stationen, die Zugang zu mehreren Linien bieten. 248 Stationen hatten mehr als 2 Millionen einsteigende Fahrgäste; nur an 12 Stationen wurden weniger als 1 Million einsteigende Fahrgäste gezählt. (französisch) abgerufen am 22. November 2013.
Der Medianwert liegt bei 3,40 Millionen einsteigenden Fahrgästen, d. h. die Hälfte der Stationen hatte mehr Fahrgäste als der Medianwert angibt, die andere Hälfte weniger.
Station Fahrgastaufkommen in Mio. (2011) Zugang zu Stationen Gare du Nord 48,6 4, 5 Saint-Lazare 46,8 3, 9, 12, 13, 14 Gare de Lyon 35,5 1, 14, RER A Montparnasse-Bienvenüe 31,1 4, 6, 12, 13 Gare de l’Est 19,7 4, 5, 7 République 15,9 3, 5, 8, 9, 11 Bibliothèque 15,8 14 Châtelet 14,4 1, 4, 7, 11, 14 La Défense 13,9 1 Les Halles 13,14
Die zehn am wenigsten benützten Metrostationen Wenig benützte Stationen liegen vor allem an den kurzen Strecken (3bis und 7bis). Station Fahrgastaufkommen in Mio. (2011) Zugang zu Stationen Eglise d’Auteuil 0,2 10 Pelleport 0,4 3bis Pointe du Lac 0,4 8 Pré Saint-Gervais 0,5 7bis Buttes Chaumont 0,6 7bis Bolivar 0,6 7bis Chardon-Lagache 0,6 10 Danube 0,7 7bis Porte d’Auteil 0,7 10 Falguière0,912
Von der Straße bis hinab (hinauf) zu den Bahnsteigen Hinweisschilder und -maste mini|hochkant|Kandelaber des Typs Val d’Osne an der Station Iéna mini|hochkant|Hinweistafel für die Linie 14, um 2000 Da die flachen Eingänge zu den Métrostationen wenig auffällig sind, wurden schon in der Anfangszeit Schilder (nachts oft beleuchtet) auf eisernen Masten angebracht, die dem Suchenden den Weg finden halfen. Diese Kombination Mast + Schild werden in Frankreich oft als „Totem“ bezeichnet. Nachdem die Zugänge zu den unterirdischen U-Bahnhöfen zunächst weitgehend von Hector Guimard gestaltet worden waren, wurde an der Station Saint-Michel 1909 erstmals ein Mast des Typs Val d’Osne aufgestellt. Diese Kandelaber tragen unter einer kugelförmigen Leuchte ein rotes Schild mit der Aufschrift METRO. Im Lauf der Jahrzehnte änderte sich das Erscheinungsbild der Hinweismaste und -schilder ebenso wie die verwendeten Materialien.
In den frühen 1930er Jahren erhielten die Zugänge neuer Stationen von Adolphe Dervaux im Stil des Art déco entworfene Kandelaber. Sie ähnelten den Val-d’Osne-Masten, waren aber weniger verziert. Versuchsweise waren sie erstmals 1928 am U-Bahnhof Richelieu – Drouot aufgestellt worden, zunächst zeigte das von innen beleuchtete, rote Schild, den Schriftzug PIETONS (Fußgänger).Mark Ovenden: op. cit., S. 68 f.
Maste, die ein gelbes „M“ in einem Doppelkreis tragen, stammen aus den 1950er Jahren. Der erste Mast dieser Art wurde 1956 an der Station Sully – Morland aufgestellt. In den 1970er Jahren wurden diese Masten zum Standard.
In den 1960er Jahren wurde ein Modell eingeführt, das an eine Rundfunkantenne erinnern sollte. Der Schriftzug METRO erscheint auf der Spitze eines Masts innerhalb zwei angedeuteter Radiowellen. Nur wenige Zugänge wurden damit ausgestattet.Mark Ovenden: op. cit., S. 170.
Die Eingänge: weltberühmt durch Hector Guimard mini|Von Guimard entworfener Eingangspavillon der Station Bastille, 1962 abgerissen Im Rahmen des Baus der ersten Metrolinien wurde schon 1899 von der CMP ein Wettbewerb zur Gestaltung der Eingangsbereiche ausgeschrieben. Sie sollten einen nachts beleuchteten Schriftzug auf- und deutlich sichtbar auf die Chemin de fer métropolitain hinweisen.
Da die eingehenden Vorschläge nicht zufriedenstellend waren, wurde der Jugendstilarchitekt Hector Guimard um Vorschläge gebeten. Zwischen 1900 und 1912 werden 141 Metrozugänge nach seinen Entwürfen gestaltet. Davon haben 86 Elemente, verteilt auf 66 Stationen überlebt. 4 von ihnen wurden bereits 1965 unter Denkmalschutz gestellte. Die restlichen wurden 1978 in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques aufgenommen.
Bereits um 1910 wurden die Guimard-Decors als nicht mehr zeitgemäß erachtet.Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor, S. 74. Bei zahlreichen Zugängen wurden sie ersetzt; so behielt beispielsweise der Südzugang der Station Pasteur zwar die von Guimard entworfenen Geländer, wies jedoch jahrzehntelang einen Kandelaber des Typs Dervaux auf.Julian Pepinster: Le métro de paris, S. 106. Nach der Guimard-Zeit wurden die Eingänge einfacher gestaltet, manchmal erhielten sie auch ein kleines selbstständiges Gebäude oder wurden – bei Platzmangel – im Erdgeschoss größerer Gebäude eingebaut.
Weitere Bauformen von Zugängen
Schalterhalle und Eingangsbereich Nachdem der Fahrgast die erste Treppe hinabgestiegen ist, kommt er zunächst in die sogenannte Verteilerhalle (Salle des distributions) oder Schalterhalle, dort gibt es einen Informationsschalter mit Fahrkartenverkauf und Fahrkartenautomaten. Für einzelne Fahrten braucht man ein sogenanntes Ticket t+. Unter den Namen Paris Visite bzw. Mobilis werden Tageskarten angeboten. Wochen- bzw. Monatskarten sind mit der Transponderkarte Pass Navigo verbunden. Mit einer gültigen Fahrkarte kann man die Zugangssperren entriegeln und den Innenbereich der Station betreten. Früher gab es dort Bahnsteigsperren, wo die am Fahrkartenschalter gekauften Fahrkarten mit einer Lochzange entwertet wurden, bevor der Fahrgast den Bahnsteig betreten durfte.
Zugänge: Treppen, Rolltreppen, Aufzüge Nach Durchqueren der Schalterhalle und der Zugangskontrolle muss der Reisende zu den Bahnsteigen gelangen. Das geht über Treppen, Rolltreppen oder Aufzüge. Anfangs wurden die Stationen mit nur einer Zugangstreppe pro Bahnsteig angelegt. Nach dem schweren Unfall im Bahnhof Couronnes im Jahr 1903, bei dem viele Personen erstickten, weil es keinen zweiten Ausgang gab, wurde die CMP verpflichtet, alle Bahnhöfe mit weiteren Zu- und Ausgänge auszurüsten. (Aber es gibt immer noch einige kleinere Stationen mit nur einem Ausgang, z. B. Picpus.)
Bereits 1906 erklärte sich die CMP bereit, Stationen mit Aufzügen auszurüsten, wenn der Höhenunterschied zwischen Straße und Bahnsteig mehr als 12 m beträgt und gleichzeitig die Bahnsteige mehr als 8 m tiefer liegen als die Schalterhalle. Die ersten Aufzüge wurden 1910 (République) bzw. 1911 (Cité und Saint-Michel) eingebaut. 1912 folgten Aufzüge, die einen großen Höhenunterschied überwanden (Place des Fêtes (20,3 m) und Buttes-Chaumont (28,7 m)). 2011 besaßen 25 Metrostationen Aufzüge.