mini|Färberhaus in Steppach mini|Bauernhaus in Steppach mini|Altes Spritzenhaus

Steppach () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Pommersfelden im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Steppach hat eine Fläche von 11,799 km². Sie ist in 1710 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6900,05 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Stolzenroth und Unterköst.

Geografie Durch das Pfarrdorf fließt der Stöckleinsbach, der nordwestlich des Ortes den Märzensee speist und bei Pommersfelden als linker Zufluss in die Reiche Ebrach mündet. Der Ort ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Im Südosten wird die Flur Stockig genannt, im Süden Au. Etwa einen Kilometer westlich erhebt sich der Köster Berg () im Waldgebiet Weidach. Nachbarorte sind im Osten Weiher und Oberndorf, im Süden Pommersfelden, im Südwesten Stolzenroth und im Nordwesten Unterköst (alle Gemeinde Pommersfelden).

Vollandseiche Die als Naturdenkmal geschützte Stieleiche – mit einem Brusthöhenumfang von 7,50 m (2016) – steht direkt über einem von A. Volland im 19. Jahrhundert erbauten Bierkeller.

Geschichte Steppach wurde 1000 in den Fuldaer Traditionsnotizen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort entstand wohl erst im 10. Jahrhundert während der abklingenden fränkischen Kolonisation. Der Ortsname bedeutet zum stetig fließenden Bach. Das Hochstift Würzburg war der ursprüngliche Lehnsherr. 1093 wurden die Herren von Stetebach erwähnt, die dem Ministerialenverband der Grafen von Abenberg zugehörig waren. Sie hatten ein Freieigen im Ort und waren dem Hochstift Bamberg verbunden. Ende des 13. Jahrhunderts waren die Stetebach ausgestorben. Auch die Burggrafschaft Nürnberg und in deren Nachfolge die Markgrafen waren Lehnsherren. 1422 erschienen als deren Lehensträger die Herren von Cratz. Das markgräfliche Amt Liebenau-Steppach musste Markgraf Georg Wilhelm am 1. Juli 1721 wegen Überschuldung verkaufen. Es wurde für 72.000 fl. von den Grafen von Schönborn erworben.G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 125f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Steppach aus 69 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden aus. Grundherren waren die Herrschaft Pommersfelden (Wirtshaus, 2 Brauhäuser, Badstube, 3 Güter, 17 Sölden, 9 Tropfhäuser, 8 Häuser), das Hochstift Bamberg (Verwaltung Sambach 4 Gülthöfe, 12 Sölden, 2 Tropfhäuser), das Domkapitel Bamberg (1 Mühle, 1 Gut, 2 Häuser), das Kastenamt Schlüsselau (2 Gütlein) und die Pfarrei Steppach (3 Häuser).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 84.

1802 kamen die bambergischen Güter von Steppach an das Kurfürstentum Bayern, 1806 auch die der Herrschaft Pommersfelden. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Steppach gebildet, zu dem bzw. zu der Stolzenroth und Unterköst gehörten. Die Ruralgemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. Der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei unterstanden 42 Anwesen dem Patrimonialgericht Pommersfelden (bis 1848).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 136. Ab 1862 gehörte Steppach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Bamberg). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Bamberg. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,809 km².

Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Steppach zum Landkreis Höchstadt an der Aisch. Die Gemeinde Steppach wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Pommersfelden eingegliedert.

Baudenkmäler In Steppach gibt es neun Baudenkmäler: Haus Nr. 39: Schmiedeeiserner Ausleger und Inschrifttafel Haus Nr. 50: Ehemaliges Forsthaus Haus Nr. 62: Ehemaliger Gasthof Amberger Haus Nr. 65, 65a: Kleinbauernhof Haus Nr. 66: Wohnhaus mit Stadel Haus Nr. 70: Pfarrhof Haus Nr. 72: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Erhard Haus Nr. 85: Bauernhaus Steinkreuz

Bodendenkmäler In der Gemarkung Steppach gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Steppach Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 Einwohner 539 625 568 567 569 597 605 589 628 617 572 560 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 102 105 105 Quelle Für die Gemeinde Steppach zuzüglich der Einwohner von Stolzenroth (S. 120) und Unterköst (S. 128). Jahr 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 551 552 561 548 553 511 512 760 769 740 575 637 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 102 102 106 114 Quelle

Ort Steppach Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2021 Einwohner 371 386 411 431 381 386 575 434 519 691 1043 1051 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 73 72 74 78 86 171 Quelle auf der Website pommersfelden.de

Wappen Die Gemeinde führte ab dem 28. November 1958 ein Wappen.

Blasonierung: „Über von Silber und Schwarz gevierten Schildfuß in Blau nebeneinander drei silberne Quadertürme mit rot gedeckten Zinnen.“

Wappenbeschreibung: Die drei Türme stellen die drei ehemaligen Burgen Steppach, Stolzenroth und Liebenau dar. Nach Letzterer wurde ein Amt der Zollerischen Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach benannt, dessen Sitz zuletzt das Dorf Steppach war. Deshalb erscheint im Gemeindewappen der gevierte Schild der Zollern. Die Hauptfarben Silber und Blau weisen auf die Farben des Stammwappens der Truchseß von Pommersfelden hin, die einst die wichtigste Grundherrschaft im Ort war.

Religion Steppach ist Sitz der Pfarrei St. Erhard, die mit der Reformation evangelisch wurde. Die Katholiken sind nach St. Antonius Abbas (Sambach) gepfarrt.

Verkehr mini|Zug auf der Bahnstrecke Frensdorf–Schlüsselfeld Die Staatsstraße 2260 verläuft nach Stolzenroth (1,4 km südwestlich) bzw. nach Oberndorf (1,3 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2263 verläuft nach Unterneuses zur Bundesstraße 22 (6,5 km nördlich) bzw. nach Pommersfelden (1,1 km südöstlich). Etwas nördlich von Steppach zweigt die Kreisstraße BA 45 von der St 2263 nach Unterköst ab (1,1 km nordwestlich).

Ende 1899 wurde der Abschnitt Steppach – Schlüsselfeld der Bahnstrecke Frensdorf–Schlüsselfeld eröffnet. Der planmäßige Personenverkehr wurde 1977 eingestellt. Seitdem findet fast ausschließlich Schienengüterverkehr statt.

Persönlichkeiten Kerstin Hack (* 1967), Anglistin, Ethnologin, Autorin, Verlegerin und Referentin (ist in Steppach aufgewachsen)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Pommersfelden) Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1000 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg