Die Herten war ein deutsches Minenjagdboot der Kulmbach-Klasse (Klasse 333). Es wurde auf der Kröger-Werft in Rendsburg gebaut, 1991 in Dienst und 2016 außer Dienst gestellt.

Geschichte Das Boot wurde als Schnelles Minensuchboot der Klasse 343 am 26. März 1991 in Dienst gestellt und dem 5. Minensuchgeschwader in Kappeln-Olpenitz unterstellt. 1999/2000 wurde es in der Peene-Werft in Wolgast zum Minenjagdboot der Klasse 333 umgebaut. Am 21. Dezember 2005 wurde es dem 3. Minensuchgeschwader unterstellt, mit dem es 2006 in den Marinestützpunkt Kiel verlegte. Am 30. Juni 2016 wurde es gleichzeitig mit dem Schwesterboot Überherrn im Marinearsenal Kiel außer Dienst gestellt.

1990–1999: Schnelles Minensuchboot Klasse 343 im 5. Minensuchgeschwader Am 10. September 1990 begann für die Erstbesatzung die Bordeinweisung,Zeitungsausschnitt unbekannter Zeitung vom 9. Oktober 1990. ab dem 20. September erfolgten die Funktionsnachweise.Hendrik Killi: Minensucher der Deutschen Marine. S. 138. Am 5. Oktober reiste die Besatzung zum Antrittsbesuch nach Herten.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 8. Oktober 1990. Die erste Seefahrt mit dem neuen Boot erfolgte am 22. Oktober.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 9. Oktober 1990. Die Übergabe an die Deutsche Marine durch die Werft erfolgte am 26. Februar 1991, die Indienststellung am 26. März.

Eine erste Auslandsreise führte das Boot 1992 nach Schottland, Irland und in die Niederlande. Beim Besuch der Patenstadt an Bord vom 11. bis zum 13. September wurden Gastgeschenke übergeben, darunter ein Wappen und ein Bild des Vorgängerbootes Jupiter.Hertener Allgemeine Zeitung vom 18. September 1992. Ebenfalls angebracht wurde vor der Kommandantenkammer an Bord eine Tafel in Form einer Gräting zur Aufnahme von Messingplaketten mit den Namen und Daten der Kommandanten.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 16. September 1992. Eine identische Tafel hängt in der Jupiter-Messe im Vereinsheim der Marinekameradschaft in Herten.

Vom 2. bis zum 30. Juni 1993 nahm das Boot an einer „Ausbildung in Ausserheimischen Gewässern (AAG)“ teil, die nach Sankt Petersburg, Riga und Memel führte.Sammlung der Bordstempel. Während des Besuches der Patenstadt an Bord vom 3. bis zum 5. September wurde von der Stadt offiziell eine Patenschaftsurkunde übergeben.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 7. September 1993.

Vom 24. August bis zum 19. Dezember 1994 war die Herten Teil der Standing NATO Force Channel, dem Vorläufer der Standing NATO Mine Counter Measure Force North und heutigen SNMCMG 1. Im Rahmen dieses Einsatzes wurden die Häfen Kristiansand, Stavanger, Antwerpen, Den Helder, Kiel, Flensburg, Gdingen, Sonderburg, Lübeck, Olpenitz, Neustadt/Holstein und Ostende besucht. Eine Übung vor Norwegen sowie der erste Besuch eines NATO-Geschwaders in Polen waren Höhepunkte der Reise in diesem Jahr.

Die Herten befand sich 1995 wieder im Mittelmeer und Schwarzen Meer. Anlässlich des Besuches der Patenstadt an Bord vom 11. bis zum 13. August wurde ein vollständiger Satz der Wappen sämtlicher Minensuchgeschwader der Bundesmarine und eine Vitrine für ein Modell der Herten an die Besatzung übergeben.Westfälische Allgemeine Zeitung und Hertener Allgemeine Zeitung vom 16. August 1995. Während des Besuches der Patenstadt an Bord vom 9. bis zum 11. August 1996 wurden die Gäste durch die Besatzung in Anlehnung an den in der Patenstadt vollzogenen Knappenschlag einer „Ostseetaufe“ unterzogen.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 13. August 1996 und Hertener Allgemeine Zeitung vom 14. August 1996.

1996/1997 erfolgte eine Werftaufenthalt in der Kröger-Werft in Rendsburg. Anschließend wurde die SAGA B in Neustadt/Holstein absolviert. Bei der Rückverlegung in den Heimathafen Olpenitz kam es zu einem Brand im E-Maschinenraum, der durch Einsatz von Halon gelöscht werden konnte. Beim Rückmarsch wurde (noch ohne Geschütze) eine Höchstgeschwindigkeit von 23,5 kn erreicht. Im Herbst desselben Jahres erfolgte noch eine Ausbildungsfahrt für Offiziersanwärter nach Norrköpping in Schweden und nach Reval. Beim Besuch der Patenstadt an Bord vom 12. bis zum 14. September 1997 wurde erneut für die (neuen) Gäste eine Ostseetaufe vollzogen.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 16. September 1997.

Im Februar 1998 erfolgte noch eine kurze Ausbildungsfahrt mit Hafenaufenthalt in Kopenhagen. Erneut ins Mittelmeer mit Häfen in Portugal, Spanien und Marokko ging es im Mai und Juni 1998, außerdem wurde ein Hafen in England angelaufen. Am ersten Augustwochenende war die Herten zu Gast bei der 24. Bremerhavener Festwoche.Bremerhavener(?) Stadtanzeiger vom 4. August 1998. Im Rahmen des Besuches berichtete der Fernsehsender N3 eine halbe Stunde lang live von Bord. Im August und September nahm das Boot noch am Manöver „Großer Seeunfall“ der Deutschen Marine teil, bevor es zur Umrüstung zum Minenjagdboot der Klasse 333 in die Peene-Werft in Wolgast verlegte.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 4. August 1998.

1999–2015: Minenjagdboot Klasse 333 im 3. Minensuchgeschwader Nach Abschluss der Umrüstung zum Minenjagdboot fuhr die Herten für das Flottenpraktikum von Offizieranwärtern im Mai 1999 nach Helsinki und Casablanca.Westfälische Allgemeine Zeitung vom 13. Dezember 1999. Im Rahmen des Marineballes in Herten erhielt die Besatzung ein Ortsschild und überreichte im Gegenzug ein Bugwappen des 5. Minensuchgeschwaders.Hertener Allgemeine Zeitung vom 19. Dezember 1999.

Vom 1. August bis zum 31. Dezember 2001 war die Herten Teil der MCMForSouth und besuchte unter anderem die Häfen Neapel und Souda (Kreta). Vom 14. Oktober bis zum 29. Oktober 2002 nahm die Herten an der Operation „Open Spirit“ mit Hafenaufenthalten in Riga teil. Unmittelbar im Anschluss absolvierte die Herten bis zum 8. November 2002 eine Waffensystemvorführung in Finnland mit Hafenbesuchen in Hanko und Turku. Vom 29. August bis zum 31. August 2003 besuchte eine Abordnung der Patenstadt das Boot. Als Gastgeschenke wurde eine Spende für die Beschaffung einer Stereoanlage an die Besatzung und eine Knotentafel an die Stadt übergeben.

Vom 21. April bis zum 14. Mai 2004 nahm die Herten am Manöver „Blue Game“ mit Hafenaufenthalten in Kristiansand und Oslo und vom 3. Juni bis zum 25. Juni 2004 an einer Geschwaderausbildung mit Hafenaufenthalten in Cork und Newcastle upon Tyne teil. Vom 1. August bis zum 31. Dezember 2004 gehörte die Herten schließlich der Standing NATO Minecountermeasures Force North an. Die Seephase fand vom 16. August bis zum 14. Dezember 2004 statt.

Im Jahr 2005 nahm die Herten an einer Geschwaderausbildung (SquadEx) mit einem Hafenbesuch in Stettin, an einem NATO-Manöver in Dänemark und im November an einer weiteren Geschwaderausbildungsfahrt teil. Vom 16. bis 18. Dezember besuchte die Besatzung die Patenstadt. Die Stadt erhielt ein Knotenbrett mit einem Kupferstich, an die Marinekameradschaft wurde ein ausgedienter Schneidgreifer überreicht.Hertener Allgemeine Zeitung vom 19. Dezember 2005. Vom 3. Mai bis zum 19. Mai 2006 absolvierte die Herten eine Auslandsausbildungsreise mit Hafenaufenthalten in Danzig und Sankt Petersburg. Nach Ende der sich anschließenden Instandsetzungsphase Ende Oktober 2006 begann die Besatzung mit der Ausbildung gemäß Einsatz- und Ausbildungsplan. Anfang Dezember bestand sie die Seeklarbesichtigung und verlegte anschließend in das Marinearsenal Kiel zur Beendigung der Restarbeiten des Werftprogramms.Persönliche Aufzeichnungen/Erinnerungen Michael Sinke (Kommandant vom 29. September 2006 bis zum 22. September 2008).

Das Jahr 2007 wurde geprägt von den Vorbereitungen auf ein Deployment in der Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 ab Januar 2008. Zunächst nahm die Herten an einem SQUADEX (Verbandsausbildungsabschnitt) mit Schwerpunkt Minenabwehr in strömendem Gewässer in den Gewässern um Helgoland teil. Im April absolvierte sie erfolgreich die Schadensabwehr- und Gefechtsausbildung am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine in Neustadt in Holstein. Der Mai stand ganz im Zeichen der intensiven Vorbereitung auf den Ausbildungs- und Prüfabschnitt beim Mine Countermeasure Vessels Operational Sea Training in Zeebrügge ab Anfang Juli. Auch dieser Ausbildungsabschnitt wurde erfolgreich absolviert. Bereits Ende Juli wurde dann Sachzwängen folgend entschieden, dass die Besatzung des Minenjagdbootes Herten die Besatzung ihres Schwesterschiffes, dem Minenjagdboot Ueberherrn, im UNIFIL-Einsatz ablösen wird. Im Oktober nahm die Herten am SQUADEX des 5. Minensuchgeschwaders mit Schwerpunkt in der Minenabwehr und See- sowie Luftzielschießabschnitten und einem Hafenaufenthalt in Malmö teil. Im Dezember folgte die Ausbildung der ABC-Abwehrfähigkeiten in Kiel.

Das Jahr 2008 begann mit dem Nachweis der ABC-Abwehrfähigkeit. Mit der erfolgreichen Überprüfung fügte sich der letzte Baustein in die Ausbildung und den Nachweis der Einsatzfähigkeit ein. Ende Januar verlegte die Besatzung in zwei Kontingenten mit Unterstützung des LTG 62 nach Zypern in den Abstützpunkt Limassol und löste dort planmäßig die Besatzung der Ueberherrn nach viereinhalb Monaten im Einsatz ab.„Hüllentausch“ bei UNIFIL – Besatzung auf fremdem Boot, Website der Deutschen Marine. Abgerufen am 21. Dezember 2013. Die Besatzung der Ueberherrn übernahm die Verantwortung für das Minenjagdboot Herten in der Heimat und stellte es der Besatzung des Minenjagdbootes Laboe als Ausbildungsplattform zur Verfügung, da sich die Laboe noch im Werftnachlauf befand, die Besatzung aber mit der Ausbildung beginnen musste, um im Sommer als Nachfolgeeinheit im Einsatz United Nations Interim Force in Lebanon die Aufgaben zu übernehmen. Entgegen diesen Planungen übernahm die Besatzung der Ueberherrn Mitte Juni ihre Einheit zurück.Rückkehr mit Heimatwimpel, Website der Deutschen Marine. Abgerufen am 21. Dezember 2013. Im Oktober und November nahm die Herten mit weiteren Einheiten am gemeinsamen SQUADEX des 3. und 5. Minensuchgeschwaders teil. Hier lag neben der Minenabwehr der Schwerpunkt der Ausbildung im Lagebildaufbau und der Abwehr asymmetrischer Bedrohungen in See.

Vom 4. bis zum 7. Dezember besuchte eine 28-köpfige Abordnung der Besatzung die Patenstadt. Am Freitag wurde zugunsten einer karitativen Einrichtung auf dem Hertener Weihnachtsmarkt Glühwein verkauft, daneben stand ein Besuch im Trainingsbergwerk der RAG in Recklinghausen auf dem Programm. Am Samstag wurde in der Rotunde des Glashauses in Herten der Marineball gefeiert, der im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Marinekameradschaft stand.Seeleute gehen in Herten vor Anker, Website Marl aktuell. Abgerufen am 26. Dezember 2013.

Im August 2010 besuchte eine kleine Delegation die Feierstunde anlässlich der 20-jährigen Tätigkeit von Karl Hildebrandt als Vorsitzender der Marinekameradschaft Herten und übergab eine Erinnerungsurkunde. . Blog des Deutschen Marinebundes. Abgerufen am 26. Dezember 2013. Vom 10. bis zum 12. September fand der alljährliche Besuch der Patenstadt an Bord statt.

Am 12. Januar 2011 verließ die Herten den Heimathafen Kiel, um sich wieder der Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 anzuschließen.Minenjagdboot HERTEN schließt sich Minenabwehr-Verband an, Website der Deutschen Marine. Abgerufen am 21. Dezember 2013. Es wurden der Suezkanal, das Rote Meer und der Golf von Aden sowie der Persische Golf bereist und Häfen in Ägypten, Saudi-Arabien, Dschibuti,Zwischen Auftrag und Erholung, Website der Deutschen Marine. Abgerufen am 21. Dezember 2013. in Oman und Kuwait besucht. Am 17. Juni kehrte das Boot pünktlich zur Kieler Woche in den Heimathafen zurück.Minenjagdboot „Herten“ zurück aus Arabischem Meer, Website Presseportal. Abgerufen am 21. Dezember 2013.