Unter einem Hattrick () versteht man in einigen Sportarten – vorrangig im Fußball und im Eishockey – das Erzielen von drei Toren durch denselben Spieler in einem Spiel. Je nach Sportart und Sprachraum ist teilweise das Erzielen von drei Toren durch denselben Spieler innerhalb einer Spielzeit (z. B. Halbzeit, Spieldrittel) erforderlich.

Häufig wird in der Sportberichterstattung der Ausdruck auch dann verwendet, wenn ein Einzelsportler oder eine Mannschaft dreimal in Serie eine Meisterschaft, einen Pokal oder einen sonstigen Sportwettbewerb gewinnt („Titel-Hattrick“), dreimal in Folge eine besondere sportliche Leistung erreicht hat (z. B. „Medaillen-Hattrick“) oder eine besondere Auszeichnung dreimal in Folge erhält.

Im internationalen Fußball zählt bereits das Erzielen von drei Toren eines Spielers in einem Spiel als Hattrick, weshalb beispielsweise die drei englischen Tore im Endspiel der Weltmeisterschaft 1966 von Geoff Hurst als Hattrick gewertet werden.

In Deutschland wird ein Hattrick strenger gewertet: Hier müssen die drei Tore eines Spielers innerhalb einer Halbzeit geschossen werden. Eine besondere Steigerung stellt dabei der „lupenreine Hattrick“ dar: Der Spieler schießt aufeinanderfolgend drei Tore in einer Halbzeit, ohne dass dazwischen ein Tor durch einen anderen Spieler der eigenen oder gegnerischen Mannschaft erzielt wird.

Im Motorsport – insbesondere in der Formel 1 – wird als „Hattrick“ die Leistung bezeichnet, wenn ein Fahrer bei einem Rennen als Qualifikationsbester den ersten Startplatz (Pole-Position) erreicht, das Rennen gewinnt und im Rennen die schnellste Rundenzeit aller Teilnehmer erzielt.

Wortherkunft Der Begriff hat seinen Ursprung im Cricket. Im Jahr 1858 gelang es dem Bowler („Werfer“) Heathfield Harman („HH“) Stephenson auf dem Hyde Park Ground in Sheffield, drei aufeinanderfolgende gebowlte Bälle in drei Wickets umzuwandeln, worauf ihm als besondere Auszeichnung für diese sportliche Leistung ein Hut () überreicht worden sein soll.Oxford English Dictionary. 3. Auflage 1999: «It came into use after HH Stephenson took three wickets in three balls for the all-England eleven against the twenty-two of Hallam at the Hyde Park ground, Sheffield in 1858. A collection was held for Stephenson (as was customary for outstanding feats by professionals) and he was presented with a cap or hat bought with the proceeds.» Der Begriff wurde allerdings wahrscheinlich durch das Bild des Zauberkünstlers beeinflusst, der Gegenstände aus seinem Hut zieht, und sonstige Zauberstücke, in denen ein Hut eine Rolle spielt.Hat trick. In: etymonline.com. Abgerufen am 23. Mai 2026. Später wurde die Wortverwendung auf andere Sportarten ausgeweitet, insbesondere um 1909 auf Eishockey.

Cricket Bisher kam es zu 46 Hattricks im Test Cricket und 49 in One-Day Internationals. In Twenty20s gab es bisher 26 Hattricks (Stand: 21. November 2021).

Vier Wickets in vier aufeinanderfolgenden Bällen werden manchmal als double hat-trick bezeichnet, da dieser in gewissem Sinne zwei Folgen von jeweils drei aufeinanderfolgenden Wickets enthält. Obwohl es im First-Class Cricket schon mehrere Fälle gab, ist es im internationalen Cricket bisher erst einmal vorgekommen, und zwar während des Cricket World Cups 2007 im Spiel Sri Lanka gegen Südafrika. Sri Lankas Fast-Bowler Lasith Malinga gelang dieses Kunststück, als er nacheinander zunächst Shaun Pollock und Andrew Hall und mit den ersten beiden Bällen seines nächsten Overs Jacques Kallis und Makhaya Ntini herauswarf.

Test-Match-Hat-Tricks Nr. Bowler Land Gegner Ort Saison 1 Fred Spofforth Australien England Melbourne Cricket Ground 1878/79 2 Billy Bates England Australien Melbourne Cricket Ground 1882/83 3 John Briggs England Australien Sydney Cricket Ground 1891/92 4 George Lohmann England Südafrika St George’s Park, Port Elizabeth 1895/96 5 Jack Hearne England Australien Headingley, Leeds 1899 6 Hugh Trumble Australien England Melbourne Cricket Ground 1901/02 7 Hugh Trumble Australien England Melbourne Cricket Ground 1903/04 8 Jimmy Matthews Australien Südafrika Old Trafford, Manchester 1912 9 Jimmy Matthews Australien Südafrika Old Trafford, Manchester 1912 10 Maurice Allom England Neuseeland Lancaster Park, Christchurch 1929/30 11 Tom Goddard England Südafrika Johannesburg 1938/39 12 Peter Loader England West Indies Headingley, Leeds 1957 13 Lindsay Kline Australien Südafrika Newlands Cricket Ground, Kapstadt 1957/58 14 Wesley Hall West Indies Pakistan Lahore Stadium, Lahore 1958/59 15 Geoff Griffin Südafrika England Lord’s Cricket Ground, London 1960 16 Lance Gibbs West Indies Australien Adelaide Oval 1960/61 17 Peter Petherick Neuseeland Pakistan Gaddafi Stadium, Lahore 1976/77 18 Courtney Walsh West Indies Australien Brisbane Cricket Ground 1988/89 19 Mervyn Hughes Australien West Indies WACA Ground, Perth 1988/89 20 Damien Fleming Australien Pakistan Rawalpindi Cricket Stadium 1994/95 21 Shane Warne Australien England Melbourne Cricket Ground 1994/95 22 Dominic Cork England West Indies Old Trafford, Manchester 1995 23 Darren Gough England Australien Sydney Cricket Ground 1998/99 24 Wasim Akram Pakistan Sri Lanka Gaddafi Stadium, Lahore 1998/99 25 Wasim Akram Pakistan Sri Lanka Bangabandhu National Stadium, Dhaka 1998/99 26 Nuwan Zoysa Sri Lanka Simbabwe Harare Sports Club 1999/00 27 Abdur Razzaq Pakistan Sri Lanka Galle International Stadium 2000 28 Glenn McGrath Australien West Indies WACA Ground, Perth 2000/01 29 Harbhajan Singh Indien Australien Eden Gardens, Kalkutta 2000/01 30 Mohammed Sami Pakistan Sri Lanka Gaddafi Stadium, Lahore 2001/02 31 Jermaine Lawson West Indies Australien Kensington Oval, Bridgetown, Barbados 2003 32 Alok Kapali Bangladesch Pakistan Arbab Niaz Stadium, Peshawar 2003 33 Andy Blignaut Simbabwe Bangladesch Harare 2003/04 34 Matthew Hoggard England West Indies Kensington Oval, Bridgetown, Barbados 2003/04 35 James Franklin Neuseeland Bangladesch Bangabandhu National Stadium, Dhaka 2004/05 36 Irfan Pathan Indien Pakistan National Stadium, Karachi 2005/06 37 Ryan Sidebottom England Neuseeland Seddon Park, Hamilton 2007/08 38 Peter Siddle Australien England Brisbane Cricket Ground 2010/11 39 Stuart Broad England Indien Trent Bridge, Nottingham 2011 40 Sohag Gazi Bangladesh Neuseeland Zohur Ahmed Chowdhury Stadium, Chittagong 2013/14 41 Stuart Broad England Sri Lanka Headingley, Leeds 2014 42 Ranga Herath Sri Lanka Australien Galle 2016 43 Moeen Ali England Südafrika The Oval, London 2017 44 Jasprit Bumrah Indien West Indies Sabina Park, Kingston 2019 45 Naseem Shah Pakistan Bangladesch Rawalpindi Cricket Stadium 2019/20 46 Keshav Maharaj Südafrika West Indies Darren Sammy National Cricket Stadium 2021 47 Gus Atkinson England Neuseeland Basin Reserve, Wellington 2024/25

Fußball Lupenreiner Hattrick Im deutschen Sprachraum bedeutet Hattrick, dass besondere Bedingungen erfüllt sein müssen, nämlich dass ein Spieler in einer Halbzeit drei Tore erzielt und zwischen dem ersten und dem dritten Tor kein anderer Spieler (auch nicht der eigenen Mannschaft) ein Tor schießt. Dies wird oftmals auch als „lupenreiner“ oder „klassischer“ Hattrick bezeichnet, um eine Abgrenzung in der Sportberichterstattung vorzunehmen, in der es oftmals auch als Hattrick bezeichnet wird, wenn derselbe Spieler im gesamten Spiel (also durchaus auch in unterschiedlichen Halbzeiten) drei Tore schießt, unabhängig davon, ob zwischen den einzelnen Toren noch andere Spieler der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft Treffer erzielt haben.

Im angelsächsischen Sprachraum gilt es bereits als Hattrick, wenn derselbe Spieler in einem Spiel drei Tore schießt – der Ausdruck „lupenreiner Hattrick“ (flawless hat-trick) beschreibt dort einen Hattrick nach der in Deutschland verwendeten engeren Definition. Ebenso verstehen einzelne unter einem „echten“ oder „perfekten Hattrick“, dass ein Spieler in einem Spiel die drei Tore einmal mit dem rechten bzw. linken Fuß und einmal mit dem Kopf erzielt, oder auch: ein Tor mit dem Fuß (aus dem Spiel heraus), eines mit dem Kopf und eines aus einem Freistoß bzw. Elfmeter (beide Varianten sind sehr seltene Kombinationen).

Statistik und besondere Hattricks

Nationalmannschaft Den ersten Hattrick in einem Länderspiel erzielte der für Österreich spielende gebürtige Brite Charles Stanfield mit drei von fünf Treffern beim 5:4-Sieg der österreichischen Fußballnationalmannschaft über Ungarn am 9. Oktober 1904.

Weltmeisterschaft Bisher gab es bei Fußball-Weltmeisterschaften acht lupenreine Hattricks:

Edmund Conen, Deutschland, 27. Mai 1934 gegen Belgien, Endstand 5:2, 66., 70., 87. Minute Gustav Wetterström, Schweden, 12. Juni 1938, gegen Kuba, Endstand 8:0, 22., 27., 44. Minute (In dem Spiel erzielte zudem Tore Keller drei Tore (9., 80. und 81. Minute).) Erich Probst, Österreich, 19. Juni 1954 gegen die Tschechoslowakei, Endstand 5:0, 4., 21., 24. Minute Pelé, Brasilien, 24. Juni 1958, gegen Frankreich, Endstand 5:2, 53., 64., 75. Minute Gerd Müller, Deutschland, 10. Juni 1970 gegen Peru, Endstand 3:1, 19., 26., 39. Minute Gary Lineker, England, 11. Juni 1986, gegen Polen, Endstand 3:0, 9., 14., 34. Minute Oleg Salenko, Russland, 28. Juni 1994, gegen Kamerun, Endstand 6:1, 15., 41., 44. Minute (er erzielte in diesem Spiel noch zwei weitere Tore) Gabriel Batistuta, Argentinien, 21. Juni 1998, gegen Jamaika, Endstand 5:0, 72., 80., 83. Minute

Anmerkung: Die FIFA zählt in ihren Statistiken auch Hattricks, bei denen die Tore nicht als „lupenreine Hattricks“ fielen, und kommt somit auf eine höhere Anzahl. So werden für Deutschland sechs Hattricks gezählt.. FIFA, Communications & Public Affairs Division – Content Management Services, 26. April 2010, S. 10. Auf FIFA.com, abgerufen am 11. Februar 2023 (PDF; 336,2 kB, englisch).

Olympische Spiele Bisher gab es bei den Olympischen Spielen 15 lupenreine Hattricks, wobei dem ersten Spieler pro Halbzeit einer gelang und einen eine Spielerin beisteuerte:

Sophus Nielsen, Dänemark am 22. Oktober 1908 gegen Frankreich, Endstand 17:1, 3., 4., 6. Minute und 46., 48., 52. Minute (zudem vier weitere Tore) Harry Stapley, Vereinigtes Königreich am 22. Oktober 1908 gegen die Niederlande, Endstand 4:0, 60., 64., 75. Minute (zudem das Tor zum 1:0 in der 37. Minute) Harold Walden, Vereinigtes Königreich am 30. Juni 1912 gegen Ungarn, Endstand 7:0, 49., 53., 55., (85.) (zudem die Tore zum 1:0 und 2:0 in der 21. und 23. Minute) Herbert Karlsson, Schweden am 28. August 1920 gegen Griechenland, Endstand 9:0, 15., 20., 21. Minute (zudem zwei weitere Tore in der 2. Halbzeit) Kees Pijl, Niederlande am 27. Mai 1924 gegen Rumänien, Endstand 6:0, 52., 66., 68. Minute (zudem ein Tor in der 1. Halbzeit) Mario Magnozzi, Italien am 9. Juni 1928 gegen Ägypten, Endstand 11:3, 72., 80., 88. Minute (die letzten drei Tore) Ernest Pohl, Polen am 26. August 1960 gegen Tunesien, Endstand 6:1, 7., 40., 42. (zudem die beiden letzten Tore in der 2. Halbzeit) Ferenc Bene, Ungarn am 11. Oktober 1964 gegen Marokko, Endstand 6:0, 70., 74., 78., (87.) Minute (zudem die Tore zum 1:0 und 2:0 in der 13. und 38. Minute) Ibrahim Riad, Ägypten am 16. Oktober 1964 gegen Südkorea, Endstand 10:0, 14., 17., 40. Minute (zudem die Tore zum 4:0, 8:0 und 9:0) Ahmed Faras, Marokko am 31. August 1972 gegen Malaysia, Endstand 6:0, 19., 21., 25. Minute Oleh Blochin, UdSSR am 1. September 1972 gegen Mexiko, Endstand 4:1, 7., 13., 14. Minute Bebeto, Brasilien am 2. August 1996 gegen Portugal, Endstand 5:0, 47., 54. (Elfmeter), 75. Minute Cristiane, Brasilien am 12. August 2008 gegen Nigeria, Endstand 3:1, 33., 35., 45.+3 Minute Erick Gutiérrez, Mexiko am 7. August 2016 gegen Fidschi, 48., 55., 58. Minute (zudem das Tor zum 5:1-Endstand in der 73. Minute) Richarlison, Brasilien am 22. Juli 2021 gegen Deutschland, Endstand 4:2, 8., 22., 30. Minute

Europameisterschaften