Rudolf Karl Müller, unter Hinzufügung des Besitznamens auch Müller-Holdorf, mitunter (irrig): Müller-Holldorf (* 13. August 1813 in Scharpzow; † 16. April 1890 in Lübeck) war ein deutscher Landwirt und Politiker.

Leben Rudolf Müller entstammte dem sgn. „Scharpzower Ast“ seiner Familie. Er war Sohn des Gutspächters Carl Müller (1782–1834) und dessen aus Rostock stammender Frau Anna Ilsabe, geb. Hinrichs. Sein Bruder Carl (Ludwig Theodor) Müller (1818–1878) war Gutsbesitzer. Rudolf Müller war Pächter des Stadtguts Brandenbaum in Lübeck und von 1842 bis 1856 Pächter des Gutes Holdorf im ritterschaftlichen Amt Gadebusch in Mecklenburg.

In Mecklenburg gehörte er schon im Vorfeld der Deutschen Revolution von 1848 zu den Wortführern der Opposition, denen an einer Einschränkung oder Beseitigung der Privilegien des mecklenburgischen Landadels gelegen war. Bereits 1844 gewährte er August Heinrich Hoffmann von Fallersleben bei sich Asyl. Auch Ludwig Reinhard nahm er bei sich auf. Mit Hoffmann von Fallersleben und Reinhard verfasste er 1848 die 20 Forderungen des Mecklenburgischen Volkes.

In einer Nachwahl im Wahlkreis Mecklenburg-Schwerin 8 (Gr. Trebbow) wurde er für Adolf (Ernst Friedrich) Groth (1810–1877) zum Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung gewählt. Hier schloss er sich der Reformpartei und ihrer Fraktion der Linken an und wurde in den volkswirtschaftlichen Ausschuss gewählt.Julius Wiggers: Die Mecklenburgische constituirende Versammlung und die voraufgegangene Reformbewegung: Eine geschichtliche Darstellung. 1850, S. 63 und 76

Rudolf Müller war zweimal verheiratet: Seine erste, 1835 geschlossene Ehe mit Henriette, geb. Müller (* 1818) wurde 1860 geschieden. Dieser Ehe entstammte seine Tochter Auguste, die 1857 in erster Ehe den Schriftsteller Eduard Schmelzkopf (1814–1896) heiratete. Die unglückliche Ehe wurde nach einem Jahr wieder geschieden. Bald nach der Scheidung von seiner ersten Frau heiratete Müller 1860 in zweiter Ehe Ida, geb. Türk (1837–1921), eine Tochter seines politischen Weggefährten Karl Türk. Aus dieser zweiten Ehe sind weitere sechs Kinder bekannt.

Literatur

Weblinks

Brief von Hoffmann von Fallersleben an Rudolf Müller, 12. November 1848

Einzelnachweise

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