Urs Marti (* 28. Juni 1967 in Chur) ist ein Schweizer Politiker (FDP) und Unternehmer. Er war von 2013 bis 2024 Stadtpräsident von Chur. Seit 2025 ist er Präsident des Hauseigentümerverbands Graubünden und Verwaltungsratspräsident der Arosa Bergbahnen AG sowie seit Januar 2026 Verwaltungsratspräsident der Stadthalle Chur AG.

Leben Urs Marti wuchs in Chur auf und absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit eine kaufmännische Lehre. Anschliessend bildete er sich in Zürich zum eidgenössisch diplomierten Immobilientreuhänder weiter. Im Alter von 27 Jahren gründete er seine eigene Unternehmung MATA Treuhand AG mit Sitz in Chur und Zweigstellen in Arosa und Winterthur. In den folgenden Jahren baute er weitere Unternehmen auf und beteiligte sich an bestehenden.

Marti hatte zudem diverse Verwaltungsratsmandate inne, unter anderem bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA (1999 bis 2011) sowie beim Ausgleichsfonds AHV/IV/EO in Genf (1999 bis 2011). Ebenso war er an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), zuerst als Delegierter und später als Präsident tätig (2004 bis 2012). Darüber hinaus engagierte er sich in weiteren Organisationen – etwa im Verbund des Kaufmännischen Verbands Schweiz – und war Mitgründer des Schweizerischen Instituts für Betriebsökonomie Zürich AG, mit dem er am Bildungszentrum Sihlhof in Zürich als Bauherr beteiligt war. In seiner Heimatstadt Chur fungierte Marti ausserdem als Präsident der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz (2002–2012), eine der wichtigsten Bildungsinstitute in der Region. Er engagierte sich auch im Vorstand mehrerer Organisationen für Benachteiligte oder Behinderte.

Nach seiner Wahl zum Stadtpräsidenten 2012 gab Marti einen Grossteil seiner beruflichen Ämter und Funktionen auf, um sich der politischen Tätigkeit zu widmen. Nach Ende seiner Amtszeit als Stadtpräsident kehrte er jedoch in die Privatwirtschaft zurück. Seit dem 1. Januar 2025 ist er geschäftsführender Präsident des Hauseigentümerverbands Graubünden (HEV), wo er die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Reto Nick antrat. Am 27. September 2025 wurde Marti als Nachfolger von Lorenzo Schmid zum Verwaltungsratspräsidenten der Arosa Bergbahnen AG gewählt.

Urs Marti ist verheiratet mit Chantal Marti-Müller und Vater von zwei Töchtern. Sein Bruder ist der Schauspieler Beat Marti.

Politische Karriere Im Jahre 2000 wurde Urs Marti in den Grossen Rat des Kantons Graubünden gewählt. Dort vertrat er 22 Jahre lang den Wahlkreis Chur und gehörte der FDP-Fraktion an. Unter anderem präsidierte er 2007/08 die Geschäftsprüfungskommission (GPK), von 2010 bis 2012 die Kommission für Staatspolitik und Strategie (KSS) und 2014/15 die Kommission für Wirtschaft und Abgaben. Ende 2021 kündigte Marti an, bei den Grossratswahlen 2022 nicht mehr zu kandidieren, um Platz für Nachfolger zu machen und sich auf die Zeit nach dem Stadtpräsidium vorzubereiten. Damit schied er im Mai 2022 aus dem Grossen Rat aus.Urs Marti kandidiert nicht mehr für den Grossen Rat auf: suedostschweiz.ch, 20. Dezember 2021

Im Jahr 2012 wurde Urs Marti erstmals zum Stadtpräsidenten der Stadt Chur gewählt.Urs Marti ist neuer Stadtpräsident von Chur. auf: suedostschweiz.ch, 30. Januar 2012 Er trat die Nachfolge von Christian Boner (BDP) an und gehörte als Vorsteher des Departements Finanzen, Wirtschaft und Sicherheit dem dreiköpfigen Churer Stadtrat (Exekutive) an. Bei seinem Amtsantritt 2013 war Marti mit 45 Jahren einer der jüngsten Stadtpräsidenten, die Chur bis dato gehabt hatte. Marti wurde in der Folge zweimal im Amt bestätigt: sowohl 2016 als auch 2020 erzielte er deutliche Resultate. Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 27. September 2020 erreichte er mit 7372 Stimmen nicht nur das beste Resultat aller Kandidierenden an diesem Tag, sondern stellte damit auch ein bis heute gültiges historisches Rekordergebnis für die Wahl zum Churer Stadtpräsidenten auf.Resultate der Stadtratswahlen vom 27. September 2020 auf: chur.ch, 27. September 2020

Auch der Geschäftsbericht der Stadt Chur würdigte dieses Ergebnis.Stadt Chur Geschäftsbericht 2020 auf: sportanlagenchur.ch, 2021 Seine letzte Amtszeit dauerte von 2021 bis 2024. Aufgrund der in Chur geltenden Amtszeitbeschränkung von drei Legislaturperioden endete Martis Zeit als Stadtpräsident im Jahr 2024.Urs Marti verabschiedet sich von seinen Mitarbeitenden auf: suedostschweiz.ch, 12. Dezember 2024 Bei der Wahl seines Nachfolgers kam es zu einem knappen Resultat zwischen dem Kandidaten der SP und demjenigen der FDP. Letztlich wurde der FDP-Stadtrat Hans Martin Meuli im zweiten Wahlgang vom 30. Juni 2024 zum neuen Stadtpräsidenten gewählt. Eine Nachzählung bestätigte Meulis Sieg mit nur 16 Stimmen Vorsprung. Wahlergebnis bestätigt auf: chur.ch, 1. Juli 2024 Hans Martin Meuli übernahm das Amt als Stadtpräsident Anfang 2025.

Positionen Als Stadtpräsident war Marti Vorsteher des Departements Finanzen, Wirtschaft und Sicherheit der Stadt Chur. 2015 berichtete SRF, dass die Stadt Chur für das Jahr 2016 einen Gewinn von sieben Millionen Franken budgetierte.Churer Sparprogamme tragen Früchte auf: srf.ch, 7. Oktober 2015 Als Gründe wurden die Wirkung zweier Sparprogramme, leicht höhere Steuereinnahmen sowie der neue kantonale Finanzausgleich genannt. Marti erklärte damals, die Anstrengungen der vergangenen Jahre würden sich zunehmend in den Budgets niederschlagen.

Ein weiteres Thema seiner Amtszeit waren Gemeindefusionen im Raum Chur. Nach der Zustimmung zur Fusion mit Maladers sagte Marti 2018 gegenüber der Südostschweiz, der Stadt Chur stehe einer Fusion mit Haldenstein offen gegenüber; zugleich liege der Entscheid bei Haldenstein. Unter seiner Amtszeit wurden Maladers und Haldenstein mit Chur fusioniert. Die Fusion mit Tschiertschen-Praden wurde per 2025 umgesetzt. In Chur wären Türen für Fusion mit Haldenstein offen auf: suedostschweiz.ch, 26. November 2018

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Einzelnachweise

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