Moores Schachtelhalm (Equisetum ×moorei) ist eine Hybride von Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) und Ästigem Schachtelhalm (Equisetum ramosissimum) aus der Gattung Schachtelhalme (Equisetum) innerhalb der Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae). Sie kommt vereinzelt in West-, Nord- und Mitteleuropa vor.
Beschreibung mini|Stängelabschnitt mini|Sporangienstand Moores Schachtelhalm wächst als nur teilweise wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 Zentimetern. Der blassgrüne Stängel ist meist unverzweigt oder nur im oberen Bereich verzweigt. Die Internodien sind blassgrün, unter den Knoten nicht eingeschnürt und haben 12 bis 14 länglich-runde oder flache raue Rippen. Die Stängelscheiden sind 8 bis 10 Millimeter lang, oben erweitert, also zylindrisch-trichterförmig. Die Zähne der Blattscheiden fallen mehr oder weniger früh ab. Sie sind dunkelbraun, glänzend, So lang wie die Scheidenröhre, schmal dreieckig mit einer gekrümmten Granne. Von ähnlichen Arten unterscheidet sich Moores Schachtelhalm mikromorphologisch durch das Vorhandensein von Inkrustierungen in Form von Querrippen unten und Punktierungen oben. Lichtmikroskopisch ist Moores Schachtelhalm durch Kollodiumabdrucke gut von seinen Elternarten zu unterscheiden. Sporangienstände sind selten.
Vorkommen Bei Moores Schachtelhalm handelt es sich um ein subkontinentales, eurasiatisches Florenelement. Es gibt Fundortangaben für England, Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Österreich, Norditalien, Tschechien, Polen, die Slowakei, Ungarn, Schweden, Island, Estland, Lettland und den südöstlichen Teil des europäischen Russlands. Außerdem kommt die Art in Japan vor.
Moores Schachtelhalm kommt in Mitteleuropa nur vereinzelt vor. In der Oberrheinebene ist Moores Schachtelhalm verbreitet; selten findet man ihn am Hochrhein und im Bodenseegebiet. Er ist dort eine Charakterart des Querceto-Ulmetum aus dem Verband Alno-Ulmion. In der Schweiz hat er vereinzelte Vorkommen.
Moores Schachtelhalm bildet in Mitteleuropa lockere bis mäßig dichte Herden an lichten, mäßig trockenen (bis mäßig frischen) kalkreichen, basischen, nährstoffsarmen, oft sandigen bis sandig-kiesigen Standorten, sowie an Dämmen und Böschungen und in brachgefallenen Halbtrockenrasen.
Taxonomie Moores Schachtelhalm wurde 1854 von Edward Newman in The Phytologist Band 5, S. 19 als Art Equisetum moorei erstbeschrieben. Ein Synonym ist Hippochaete moorei . Er ist benannt nach seinem Entdecker, dem britischen Botaniker David Moore.
Literatur Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2. Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
Einzelnachweise Michael Hassler: Datenblatt bei World Ferns. Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 11.0 vom 5. Dezember 2020. Datenblatt Equisetum × moorei bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
Josef Dostál: Equisetum. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. Seite 77–78.
Weblinks
Datenblatt bei Wildflowers of the British Isles.
Thomas Meyer: Schachtelham Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
Kategorie:Farne Kategorie:Pflanzenhybride