Tulipa suaveolens, deutsch auch Schrenks Tulpe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tulpen (Tulipa) innerhalb der Familie der Liliengewächse (Liliaceae).
Beschreibung mini|Tulipa suaveolens in Kultur Insgesamt ist Tulipa suaveolens sehr variabel.
mini|Tulipa suaveolens, Illustration aus Redouté: Les Liliacées Erscheinungsbild und Laubblätter Tulipa suaveolens wächst als ausdauernde, krautige Pflanzen und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 15 Zentimetern. Dieser Geophyten bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgan aus. Die grundständigen Laubblätter sind ungestielt und die Blattspreiten sind einfach.
Blütenstände und Blüten Die Blüten stehen meist einzeln und endständig auf dem Blütenstandsschaft. Die aufrechten Blüten sind zwittrig, dreizählig und becherförmig. Es sind zwei Kreise freier Blütenhüllblätter vorhanden. Die oberen Enden der Blütenhüllblätter können abgerundet oder, häufiger, spitz sein und biegen sich oft leicht nach außen. Die Blütenhüllblätter sind meist rot, hellrot, rosafarben, gelb oder weiß; auch Formen mit roten Blütenhüllblättern und gelbem oder orangefarbenen Rand kommen vor. Es sind zwei Kreise mit je drei freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind manchmal behaart. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, mit vielen Samenanlagen.
Vorkommen und Gefährdung Tulipa suaveolens gedeiht ursprünglich in Osteuropa, im Kaukasusgebiet, im Iranischen Hochland, in Zentralasien und im Westsibirischen Tiefland. Fundorte von Tulipa suaveolens gibt es im westlichen Iran, Aserbaidschan, Ciskaukasien, Dagestan, im europäischen und westsibirischen Teil Russlands (besonders am unteren Don), im westlichen Kasachstan, in der Ukraine (insbesondere auf der Krim). Der Status der anatolischen Populationen ist unsicher, es kann sich um ausgewilderte Kulturpflanzen handeln; Gerhard PilsGerhard Pils, Flowers of Turkey, a photo-guide, Eigenverlag 2006, 361 führt für die Türkei nur Tulipa sylvestris, Tulipa humilis, Tulipa saxatilis und Tulipa armena als Wildarten an. Christenhusz et al. gehen dagegen von "ca. sieben" Arten aus, nennen diese jedoch nichtMaarten J. M. Christenhusz, Rafaël Govaerts, John C. David, Tony Hall, Katherine Borland, Penelope S. Roberts, Anne Tuomisto, Sven Buerki, Mark W. Chase & Michael F. Fay: Tiptoe through the tulips – cultural history, molecular phylogenetics and classification of Tulipa (Liliaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, 172, 3, 2013, S. 280–328. . Tulipa suaveolens gedeiht in Steppen und Halbwüsten.
In Russland und Kasachstan steht sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Systematik Die Erstveröffentlichung von Tulipa suaveolens erfolgte 1794 durch Albrecht Wilhelm Roth in Annalen der Botanik. ed. Usteri, Band 10, S. 44. Das Artepitheton suaveolens bedeutet wohlriechend. Von unterschiedlichen Fundorten wurden mehrere Arten beschrieben, die, wie sich herausstellte, alle zur Art Tulipa suaveolens gehören. Ein wichtiges Synonym für Tulipa suaveolens ist Tulipa schrenkii . Dieser Name wurde 1873 durch Eduard August von Regel in Trudy Imperatorskago S.-Peterburgskago Botaničeskago Sada, Band 2, S. 452 veröffentlicht, das Artepitheton schrenkii ehrt Alexander Gustav von Schrenk. Weitere Synonyme für Tulipa suaveolens sind: Tulipa volgensis , Tulipa hortulanorum , Tulipa odoratissima , Tulipa oxypetala , Tulipa suaveolens var. bicolor , Tulipa suaveolens var. pluriflora , Tulipa turcarum , Tulipa gesneriana var. acutiflora, Tulipa gesneriana subsp. schrenkii , Tulipa monticola , Tulipa splendens
Tulipa suaveolens gehört zur Sektion Tulipa aus der Untergattung Tulipa innerhalb der Gattung Tulipa.
Botanische Geschichte Die Wildtulpe Tulipa suaveolens ist in der Türkei als Kefe Lale (oft als "Cafe-Lale" nach dem mittelalterlichen Namen der Stadt, Kaffa umschrieben) bekannt. Johannes Marius Cornelis Hoog nimmt an, dass sie zu den Ahnen der klassischen osmanischen Istanbul-Tulpe mit dolchförmigen Blütenblättern (Horntulpe, Tulipa cornuta, im Handel oft fälschlich als Tulipa acuminata bezeichnet Maarten J. M. Christenhusz, Rafaël Govaerts, John C. David, Tony Hall, Katherine Borland, Penelope S. Roberts, Anne Tuomisto, Sven Buerki, Mark W. Chase, Michael F. Fay: Tiptoe through the tulips – cultural history, molecular phylogenetics and classification of Tulipa (Liliaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, 2013, Band 172, Seite 312) zählt. Sultan Selim II. ließ 300.000 Zwiebeln aus Kefe für den Garten des Topkapı-Palastes nach Istanbul bringen.
Tulipa suaveolens gilt als eine Ahnform der niedrigwüchsigen Duc-Tulpen (auch Dukes, Dux oder Ducks geschrieben, Sortengruppe 1), die bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts belegt sind (benannt nach Adrian Duyk aus Oud-Karspel). Ein Gemälde des Malers Jakob de Gheyn II. das zwischen 1600 und 1603 entstanden ist, zeigt neben einer Muschelschale und einer Raupe eine Vase mit Gretchen-im-Grünen, einer Schachbrettblume, Rosen, Akelei, Maiglöckchen und einem Stiefmütterchen vermutlich auch eine Tulipa suaveolens mit spitzen Blütenhüllblättern. An der Vase sitzt eine große Motte. Pflanzenzeichnungen des Künstlers zeigen dieselbe TulpeFlorence Hopper Boom 1975/76, An Early Flower Piece by Jacques de Gheyn II. Simiolus, Netherlands Quarterly for the History of Art 8/4, 198.). Zwiebeln unter dem Namen Tulipa schrenkii gelangten 1881 in die Niederlande, dort wurden Kreuzungen mit Gartentulpen (anderen Hybriden) durchgeführt.
Einzelnachweise M. J. M. Christenhusz, R. Govaerts, J. C. David, T. Hall, K. Borland, P. S. Roberts, A. Tuomisto, S. Buerki, M. W. Chase, M. F. Fay: Tiptoe through the tulips - cultural history, molecular phylogenetics and classification of Tulipa (Liliaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Band 172, 2013, S. 280–328. zitiert im Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families von Kew.
Ahmad Ghahreman, Farideh Attar, Farrokh Ghahremanineja: A New Species of Tulipa (Liliaceae) from Western Iran. In: Novon, Band 17, Heft 4, 2007, S. 438. . Website des Ministeriums für Landwirtschaft der Republik Kasachstan. Abgerufen am 5. April 2010 Anna Pavord: The tulip. London, Bloomsbury 1999, S. 25, 41 und 138. Jānis Rukšāns: Buried Treasures. Finding and growing the world's choicest bulbs. Portland, Timber Press 2007, S. 125 Tulipa schrenkii, Regel 1873. 'Duc van Tol' Datenblatt bei oldtulips.org.
Weblinks
Illustrationen
Kategorie:Tulpen suaveolens