mini|Die St.-Vitus-Kirche von außen mini|Innenraum Richtung Altar Die evangelisch-lutherische St.-Vitus-Kirche in Rätzlingen in der Lüneburger Heide ist eine Kirche aus dem 19. Jahrhundert.

Geschichte Der Gründungszeitpunkt der St.-Vitus-Kirche in Rätzlingen ist nicht datiert, jedoch sind seit 1569 lutherische Prediger im Ort tätig gewesen und später Pastoren.

Das heutige Kirchengebäude wurde von Friedrich August Ludwig Hellner entworfen und zwischen 1838 und 1840 errichtet. Am 8. November 1840 erfolgte die Einweihung.

Architektur Die ungegliederte Backsteinkirche besitzt ein Satteldach und an der Ostseite einen nahezu vollständig in das Kirchenschiff integrierten Kirchturm. Das Gebäude ruht auf einem Feldsteinsockel und wird durch die klare Formensprache des Klassizismus gekennzeichnet. Die Kirche ist nicht geostet. Der Eingang befindet sich in der Ostseite, wohingegen der Altar und die Kanzel an der Westseite des Gebäudes untergebracht sind. Die Sakristei kann durch einen Eingang an der Westwand betreten werden. Große rundbogige Fenster dominieren die Längsseiten der Kirche. Der helle Innenraum wir durch die umlaufende Empore gegliedert und befindet sich seit einer Renovierung im Jahr 2008 wieder im Originalzustand. Die auf dorischen Säulen ruhende Empore wird durch eine Halbkreisnische für Kanzel und Altar unterbrochen.

Ausstattung Das heutige Gebäude war zunächst mit einem Bildaltar ausgestattet, welcher jedoch 1927 durch den zufälligen Fund des Schnitzaltars des Vorgängerbaus ersetzt wurde. Der Schnitzaltar wurde im Jahr 1514 geschaffen und stammt aus der Werkstatt von Benedikt Dreyer. Nur die im Mittelteil dargestellte Kreuzigung Jesu ist im Originalzustand erhalten. Im Zuge der Restaurierung wurden Plastiken des Vitus, Georgs mit dem Drachen, Dionysius und der Anna selbdritt sowie der Apostel in den Seitenflügeln und Nischen des Altars angebracht. Die Restauration erfolgte unter der Leitung von Friedrich Buhmann.

Geläut Das historische, dreistimmige Geläut der Kirche hat sich bis heute komplett erhalten, womit es eines der wertvollsten im östlichen Niedersachsen darstellt. Drei verschiedene Lüneburger Glockengießer dreier Epochen haben jeweils eine Glocke für die St.-Vitus-Kirche gegossen, was ebenfalls enormen Seltenheitswert hat. Nr.GussjahrGießer, GussortDurchmesser (mm)Masse (kg)Nominal (HT-1/16)11491Cordt von der Heide, Lüneburg942ca. 500a1+221622Paul Voß, Lüneburg787ca. 290h1-4/cis2-431592Andreas Heinecke, Lüneburg359ca. 30cis3+1

Gemeinde Neben Rätzlingen gehören zur Kirchengemeinde die Dörfer Hanstedt II, Riestedt, Stöcken, Rassau und Schlieckau. Rätzlingen gehört zur Südostregion des Kirchenkreises Uelzen.

Sonstiges Das Rätzlinger Wappen zeigt die Ostfassade mit dem Dachreiter der St.-Vitus-Kirche.

Weblinks

Die St.-Vitus-Kirche auf der Website des Kirchenkreises Uelzen St. Vitus im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Uelzen Vitus Kategorie:Veitskirche Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Uelzen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Klassizistische Kirche Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Niedersachsen Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren Kategorie:Geläut