Der Große Preis der USA 1991 (offiziell XXVIII Iceberg United States Grand Prix) fand am 10. März auf dem Phoenix Street Circuit in Phoenix statt und war das erste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1991.

Berichte Hintergrund Zum dritten Mal fand der Große Preis der USA auf dem Stadtkurs in Phoenix statt, zum zweiten Mal in Folge als Saisonauftakt. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren war die Strecke in ihrem östlichen Abschnitt verändert und dadurch um wenige Meter verkürzt worden.

Die Teams McLaren, Benetton, Footwork, Leyton House, Minardi und Larrousse behielten ihre jeweiligen Fahrerpaarungen des Vorjahres bei. Veränderungen gab es hingegen teilweise im Bereich der Motoren. So wurde bei McLaren-Honda fortan ein Zwölfzylinder-Triebwerk anstelle des V10-Aggregats des Vorjahres eingesetzt. Arrows bezog seine neuen V12-Motoren vom Typ 3512 von Porsche, Minardi erhielt Unterstützung von Ferrari und Leyton House wurde von Ilmor ausgestattet.

Jean Alesi wechselte von Tyrrell zur Scuderia Ferrari, wo er Nigel Mansell ablöste, der seine Karriere allerdings entgegen seiner während des Großen Preises von Großbritannien 1990 geäußerten Ankündigung nicht beendete, sondern zu Williams zurückkehrte, wo er Thierry Boutsen ersetzte, der zu Ligier wechselte und dort Teamkollege des Debütanten Érik Comas wurde. Alesis Platz beim Team Tyrrell, welches sowohl die neuen Hauptsponsoren Braun und Epson als auch Honda als neuen Motorenlieferanten vorweisen konnte, nahm Stefano Modena ein, dessen ehemaliges Cockpit beim finanziell angeschlagenen Brabham-Team mit dem in die Formel 1 zurückkehrenden Martin Brundle besetzt wurde. Dessen Teamkollege wurde der Neuling Mark Blundell. Für das Team Lotus ging der Debütant und spätere Doppelweltmeister Mika Häkkinen an den Start sowie Julian Bailey, der nach zweijähriger Unterbrechung in die Formel 1 zurückkehrte.

Das ehemalige Osella-Team wurde mit der Bezeichnung Fondmetal weitergeführt. Olivier Grouillard wurde als Stammfahrer beibehalten. Gänzlich neu in der Meldeliste waren das von 7Up gesponserte Team Jordan Grand Prix mit Bertrand Gachot und Andrea de Cesaris als Fahrern sowie das von Lamborghini unterstützte Modena Team mit Nicola Larini und dem Neuling Eric van de Poele. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bei AGS gab es Bestrebungen, das Team mit Larrousse zusammenzuführen, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Für AGS starteten Gabriele Tarquini und Stefan Johansson. Coloni ging mit dem Debütanten Pedro Chaves an den Start, BMS Scuderia Italia mit Emanuele Pirro und JJ Lehto.

Die meisten Teams starteten mit neu entwickelten Wagen in die neue Saison. Nur wenige traten mit lediglich modifizierten Vorjahresfahrzeugen an.

Als amtierender Weltmeister ging Ayrton Senna in die Saison.

Gerhard Berger trat zu seinem 100. Grand Prix an, Mansell bestritt sein 150. Rennen.

Mit Senna (viermal) und Alain Prost (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Senna gewann dabei dreimal, als der Große Preis der USA auf dem Detroit Street Circuit ausgetragen wurde.

Training Da 34 Fahrzeuge für das Rennwochenende gemeldet wurden, musste ebenso wie bei den meisten Grand Prix der beiden vorangegangenen Jahre eine Vorqualifikation am Freitagmorgen durchgeführt werden. Dabei wurden die vier langsamsten Piloten ermittelt, die vom restlichen Verlauf des Wochenendes ausgeschlossen wurden. Neben den neuen Teams Jordan und Modena mussten die Fahrer von BMS, Coloni und Fondmetal daran teilnehmen.

Senna qualifizierte sich für die Pole-Position vor Vizeweltmeister Prost sowie den beiden Williams FW14 von Riccardo Patrese und Mansell. Es folgte Nelson Piquet vor Alesi, Berger und Roberto Moreno. mini|Alain Prost in seinem Ferrari 642 in der ersten Rennrunde.

Rennen mini|Der Rennstart mit Ayrton Senna in Front. Senna erreichte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Prost folgte ihm bis zur 45. Runde auf dem zweiten Rang, fiel dann jedoch infolge eines Boxenstopps auf den siebten Platz zurück. Bis zum 70. Umlauf gelangte er wieder bis auf den zweiten Platz nach vorn und verteidigte diesen gegenüber Piquet, der das Rennen auf Pirelli-Reifen ohne zwischenzeitlichen Wechsel absolvierte. Mit einer ähnlichen Strategie erreichten die beiden Tyrrell-Piloten Modena und Satoru Nakajima die Plätze vier und fünf und platzierten sich damit wie im Vorjahr beide in den Punkten vor Aguri Suzuki, der den letzten Punkt des Tages erhielt. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde Lola in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft berücksichtigt und erhielt somit einen Punkt, obwohl es sich nach wie vor um ein Kundenfahrzeug für das Team Larrousse handelte. mini|Jean Alesi im Ferrari vor Riccardo Patrese im Williams FW14. mini|Dieser Grand Prix markierte das Debüt von Jordan in der Formel 1. Gemäß der Regel, wonach ein Rennen nur maximal zwei Stunden dauern durfte, wurde nach 81 von 82 geplanten Runden abgewunken. Wie im Vorjahr wieder war die Standfestigkeit der Fahrzeuge entscheidend, da nur neun Fahrer das Ziel sahen.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/6 Honda RA121E 3.5 V12 2 3 Tyrrell 020 Honda RA101E 3.5 V10 4 5 Williams FW14 Renault RS3 3.5 V10 6 7 Brabham BT59Y Yamaha OX99 3.5 V12 8 9 Arrows A11C Porsche 3512 3.5 V12 10 11 Lotus 102B Judd EV 3.5 V8 12 14 Fondmetal FA1ME Ford Cosworth DFR 3.5 V8 15 Leyton House CG911 Ilmor 2175A 3.5 V10 16 17 AGS JH25 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 18 19 Benetton B190B Ford Cosworth HB5 3.5 V8 20 21 Dallara 191 Judd GV 3.5 V10 22 23 Minardi M191 Ferrari 037 3.5 V12 24 25 Ligier JS35 Lamborghini 3512 3.5 V12 26 27 Ferrari 642 Ferrari 037 3.5 V12 28 29 Lola LC91 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 30 31 Coloni C4 32 Jordan 191 Ford Cosworth HB4 3.5 V8 33 34 Lambo 291 Lamborghini 3512 3.5 V12 35

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Vorqualifikation 1. Qualifikationstraining 2. Qualifikationstraining Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 – – 1:23,530 159,464 km/h 1:21,434 163,568 km/h 1 2 – – 1:24,507 157,620 km/h 1:22,555 161,347 km/h 2 3 – – 1:24,726 157,213 km/h 1:22,833 160,805 km/h 3 4 – – 1:25,277 156,197 km/h 1:23,218 160,062 km/h 4 5 – – 1:25,026 156,658 km/h 1:23,384 159,743 km/h 5 6 – – 1:23,519 159,485 km/h 1:23,805 158,940 km/h 6 7 – – 1:25,914 155,039 km/h 1:23,742 159,060 km/h 7 8 – – 1:25,170 156,393 km/h 1:23,881 158,796 km/h 8 9 1:28,288 150,870 km/h 1:24,876 156,935 km/h 1:24,792 157,090 km/h 9 10 1:28,792 150,014 km/h 1:26,765 153,518 km/h 1:24,891 156,907 km/h 10 11 – – 1:25,065 156,586 km/h 1:25,557 155,686 km/h 11 12 – – 1:27,184 152,780 km/h 1:25,385 155,999 km/h 12 13 – – 1:27,976 151,405 km/h 1:25,448 155,884 km/h 13 14 1:30,304 147,502 km/h 1:27,568 152,110 km/h 1:25,701 155,424 km/h 14 15 – – 1:25,815 155,218 km/h 1:25,715 155,399 km/h 15 16 – – 1:26,058 154,779 km/h 1:25,752 155,332 km/h 16 17 1:30,244 147,600 km/h 1:27,761 151,776 km/h 1:25,791 155,261 km/h 17 18 – – 1:54,845 115,982 km/h 1:26,121 154,666 km/h 18 19 – – 1:27,446 152,323 km/h 1:26,425 154,122 km/h 19 20 – – 1:27,984 151,391 km/h 1:26,500 153,988 km/h 20 21 – – 1:26,987 153,126 km/h 1:26,548 153,903 km/h 21 22 – – 1:27,164 152,815 km/h 1:26,851 153,366 km/h 22 23 – – 1:26,865 153,341 km/h 1:26,875 153,324 km/h 23 24 – – 1:30,061 147,900 km/h 1:26,915 153,253 km/h 24 25 – – 1:29,067 149,550 km/h 1:27,015 153,077 km/h 25 26 – – 1:27,625 152,011 km/h 1:27,042 153,030 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Comas, Caffi, Johansson und Bailey an der Qualifikation. – – 1:28,904 149,825 km/h 1:27,159 152,824 km/h – DNQ – – 1:29,388 149,013 km/h 1:27,519 152,196 km/h – DNQ – – 1:29,857 148,236 km/h 1:27,753 151,790 km/h – DNQ – – 1:30,758 146,764 km/h 1:28,570 150,390 km/h – DNPQ de Cesaris, Chaves, Grouillard und van de Poele scheiterten an der Vorqualifikation. 1:30,937 146,475 km/h – – – – – DNPQ 1:31,113 146,192 km/h – – – – – DNPQ 1:32,126 144,585 km/h – – – – – DNPQ 1:37,046 137,254 km/h – – – – – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 81 1 2:00:47,828 1 1:27,153 (39.) 2 81 1 + 16,322 2 1:26,845 (68.) 3 81 0 + 17,376 5 1:26,965 (67.) 4 81 0 + 25,409 11 1:27,983 (69.) 5 80 0 + 1 Runde 16 1:28,227 (67.) 6 79 0 + 2 Runden 21 1:28,993 (12.) 7 78 1 + 3 Runden 17 1:29,877 (46.) 8 77 0 + 4 Runden 22 1:30,242 (73.) 9 75 0 DNF 15 1:29,356 (47.) 10 75 0 DNF 14 1:28,975 (73.) 11 73 0 + 8 Runden 12 1:30,472 (29.) 12 72 0 DNF 6 1:26,758 (49.) – 59 1 DNF 13 1:29,072 (43.) – 49 0 DNF 3 1:27,450 (24.) – 49 0 DNF 8 1:28,044 (40.) – 41 0 DNF 25 1:30,077 (27.) – 40 0 DNF 18 1:29,201 (30.) – 40 0 DNF 20 1:29,310 (40.) – 36 0 DNF 7 1:28,286 (33.) – 35 0 DNF 4 1:28,502 (28.) – 34 0 DNF 23 1:29,505 (24.) – 32 0 DNF 24 1:31,092 (32.) – 16 0 DNF 9 1:29,910 (14.) – 15 0 DNF 26 1:31,631 (13.) – 12 0 DNF 10 1:31,435 (6.) – 4 0 DNF 19 1:31,732 (4.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Honda 102Ferrari 63Benetton-Ford 44Tyrrell-Honda 3 5Tyrrell-Honda 26Lola-Ford 17Lambo-Lamborghini 08AGS-Ford 09Minardi-Ferrari 010Jordan-Ford 011Brabham-Yamaha 012Ferrari 0–Lotus-Judd 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte–Williams-Renault 0–Benetton-Ford 0–Footwork-Ford 0–Leyton House-Ilmor 0–Ligier-Lamborghini 0–McLaren-Honda 0–Williams-Renault 0–Leyton House-Ilmor 0–Brabham-Yamaha 0–Dallara-Judd 0–Minardi-Ferrari 0–Dallara-Judd 0–Lola-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 102 63 5 4 45 16 07 08 0 Pos. Konstrukteur Punkte9 010 0– 0– 0– 0– 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks

Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1 Rennergebnis auf „Motorsportarchiv.de“

#1991 USA Kategorie:Sportveranstaltung in Phoenix (Arizona) Kategorie:Phoenix Street Circuit