mini|Silvana Mangano (1958)

Silvana Mangano (* 21. April 1930 in Rom; † 16. Dezember 1989 in Madrid) war eine italienische Schauspielerin, die lange zu den beliebtesten Darstellerinnen ihres Landes gehörte.

Leben Mangano wurde in Rom als Tochter eines italienischen Vaters und einer englischen Mutter (Ivy Webb aus Croydon) geboren. Durch den Zweiten Weltkrieg war die Familie verarmt. Silvana lernte zu tanzen und arbeitete als Fotomodell. Als Sechzehnjährige wurde sie 1946 zur „Miss Rom“ gewählt und erhielt eine Rolle in Mario Costas Film L'Elisir d'amore. Silvana Mangano nahm 1947 an dem legendären Schönheitswettbewerb zur „Miss Italia“ teil, bei dem sich auch Gina Lollobrigida, Eleonora Rossi Drago, Gianna Maria Canale sowie die spätere Siegerin Lucia Bosè zur Wahl stellten.

Der Durchbruch gelang ihr 1949 mit dem Film Bitterer Reis. Anschließend gehörte sie zu den großen weiblichen Filmstars Italiens. International bekannt wurde sie durch ihre Doppelrolle als Circe und Penelope in dem Abenteuerfilm Die Fahrten des Odysseus an der Seite von Kirk Douglas und Anthony Quinn. In ihrem Heimatland hatte sie durch Filme wie Alberto Lattuadas Anna einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Lollobrigida oder Sophia Loren, international war das weniger der Fall. Insgesamt spielte sie in wenigen internationalen, auch in wenigen der damals häufigen französisch-italienischen Co-Produktionen.

Ab Ende der 1960er Jahre drehte sie mehrmals mit Luchino Visconti und Pier Paolo Pasolini. Unter der Regie Pasolinis spielte sie unter anderem die Mutter in dem Skandalfilm Teorema – Geometrie der Liebe, unter Visconti die Mutter von Tadzio in Tod in Venedig, Cosima Wagner in Ludwig II. und die materialistische Ehefrau eines Industriellen in Gewalt und Leidenschaft. Ab Mitte der 1970er Jahre stand sie seltener vor der Kamera, im Jahr 1984 hatte sie eine Nebenrolle in David Lynchs Science-Fiction-Film Der Wüstenplanet. Ihre letzte große Rolle hatte sie 1987 in der italienisch-sowjetischen Literaturverfilmung Schwarze Augen von Nikita Michalkow nach Erzählungen von Anton Tschechow.

Silvana Mangano heiratete 1949 den Filmproduzenten Dino De Laurentiis, ab 1983 lebte das Paar getrennt. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Silvana Mangano litt zuletzt an Lungenkrebs. Nach einer Operation am 4. Dezember 1989 fiel sie ins Koma und starb, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen, in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember in einem Krankenhaus in Madrid.

Filmografie (Auswahl) 1945: Le jugement dernier – Regie: René Chanas 1946: L’Elisir d’amore – Regie: Mario Costa 1947: Das Verbrechen des Giovanni Episcopo (Il delitto di Giovanni Episcopo) – Regie: Alberto Lattuada 1948: Gli uomini sono nemici – Regie: Ettore Giannini 1949: Bitterer Reis (Riso amaro) 1949: Graf Cagliostro (Black Magic) – Regie: Gregory Ratoff 1949: Der Wolf der Silaberge (Il lupo della Sila) – Regie: Duilio Coletti 1950: Freiwild (Il brigante Musolino) – Regie: Mario Camerini 1951: Anna 1953: Il più comico spettacolo del mondo – Regie: Mario Mattoli 1954: Mambo – Regie: Robert Rossen 1954: Das Gold von Neapel (L’oro di Napoli) 1954: Die Fahrten des Odysseus (Ulisse) 1956: Frauen und Wölfe (Uomini e lupi) – Regie: Giuseppe De Santis 1958: Heiße Küste (This Angry Age) – Regie: René Clément 1958: Sturm im Osten (La tempesta) – Regie: Alberto Lattuada 1959: Man nannte es den großen Krieg (La grande guerra) 1960: Jovanka und die anderen (Jovanka e le altre) 1961: Das Leben ist schwer (Una vita difficile) 1961: Die Leiche ist im falschen Koffer (Crimen) – Regie: Mario Camerini 1961: Das Jüngste Gericht findet nicht statt (Il giudizio universale) 1961: Barabbas (Barrabà) 1963: Il processo di Verona – Regie: Carlo Lizzani 1964: Il disco volante – Regie: Tinto Brass 1965: Io, io, io… e gli altri – Regie: Alessandro Blasetti 1967: Hexen von heute (Le streghe) 1967: Edipo Re – Bett der Gewalt (Edipo Re) 1968: Teorema – Geometrie der Liebe (Teorema) 1971: Tod in Venedig (Morte a Venezia) 1971: Decameron (Il Decameron) 1972: Teuflisches Spiel (Lo scopone scientifico) – Regie: Luigi Comencini 1973: Ludwig II. (Ludwig) 1974: Gewalt und Leidenschaft (Gruppo di famiglia in un interno) 1984: Der Wüstenplanet (Dune) 1987: Schwarze Augen (Oci ciornie) 1988: Slugs (nicht genannt)

Auszeichnungen David di Donatello 1963: Beste Darstellerin für Il processo di Verona (zusammen mit Gina Lollobrigida für Kaiserliche Venus) 1967: Beste Darstellerin für Hexen von heute 1973: Beste Darstellerin (Migliore Attrice) für Teuflisches Spiel (zusammen mit Florinda Bolkan für Liebe Eltern) 1988: Nominiert als beste Nebendarstellerin (Migliore Attrice non Protagonista) für Schwarze Augen Goldener Pokal (italienischer Filmpreis) 1963: Beste Darstellerin für Il processo di Verona 1967: Beste Darstellerin für Hexen von heute

Nastro d’Argento 1955: Beste Darstellerin (Migliore Attrice Protagonista) für Das Gold von Neapel 1958: Nominiert als beste Darstellerin für Frauen und Wölfe und für Heiße Küste 1964: Beste Darstellerin für Il processo di Verona 1972: Beste Nebendarstellerin für Morte a Venezia (zusammen mit Marina Berti für La califfa) 1974: Nominiert als beste Nebendarstellerin für Ludwig II. 1975: Nominiert als beste Darstellerin (Migliore Attrice Protagonista) für Gewalt und Leidenschaft 1988: Nominiert als beste Nebendarstellerin (Migliore Attrice Non Protagonista) für Schwarze Augen

Einzelnachweise

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Biografie

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