Hennersdorf ist eine niederösterreichische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mödling.
Geografie Die Gemeinde Hennersdorf liegt im nordöstlichen Teil des Bezirkes und grenzt direkt an Wien. Durch das Gemeindegebiet fließt der Petersbach.
Hennersdorf hat eine Fläche von fünf Quadratkilometer. Davon sind beinahe drei Viertel landwirtschaftliche Nutzfläche und acht Prozent sind Gärten.
Nachbargemeinden
Geschichte Grabfunde aus Hennersdorf zeigen, dass Mitte des 6. Jahrhunderts die Awaren die Herrschaft über Pannonien hatten und hier die ihnen tributpflichtigen Slawen ansiedelten.
Die erste urkundliche Erwähnung von Hennersdorf stammt aus dem Jahr 1114, als „Weilandus de Honinesdorf“ in einem Klosterneuburger Traditionsbuch als Zeuge aufgeführt wird. Durch mehrere Jahrhunderte gehörte Hennersdorf zur Herrschaft Leopoldsdorf. In den Jahren 1529 und 1683 verwüsteten Türken den Ort, 1809 plünderten napoleonischen Soldaten Hennersdorf. Schon 1850 wurde Hennersdorf eine eigenständige Gemeinde, gehörte zum Gerichtsbezirk Schwechat und zum Bezirk Bruck an der Leitha. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Ziegelwerke und ließen die Bevölkerungszahl stark ansteigen.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Hennersdorf ein Arzt, ein Bäcker, eine Werkstätte, ein Branntweinhändler, zwei Fleischer, ein Friseur, ein Fuhrwerker, ein Futtermittelhändler, drei Gastwirte, sechs Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, zwei Landesproduktehändler, eine Schneiderin, zwei Schuster, ein Trafikant, ein Wagner, ein Zimmermeister und einige Landwirte ansässig. Weiters gab es ein Ziegelwerk der Wienerberger Ziegelfabriks- u. Baugesellschaft.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 284
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde der Ort in die Stadt Groß-Wien zum 24. Bezirk eingemeindet. Erst 1954 wurde der Ort wieder eigenständig und fiel an Niederösterreich zurück.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Figur der Heiligen Corona in Hennersdorf
Katholische Pfarrkirche Hennersdorf hl. Andreas
Wirtschaft und Infrastruktur War früher Hennersdorf eher eine landwirtschaftliche Gemeinde, so gibt es heute etliche Gewerbe- und Industriebetriebe.
Wirtschaftssektoren Von den zwölf landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden sechs im Haupt- fünf im Nebenerwerb und eine von einer Personengemeinschaft geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 114 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 62 im Baugewerbe und fünf in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (70), Verkehr (42), soziale und öffentliche Dienste (32) und freiberufliche Dienstleistungen (31 Mitarbeiter). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)12151116Produktion15618187Dienstleistung8259200180 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 754 Erwerbstätige in Hennersdorf. Davon arbeiteten 105 in der Gemeinde, 86 Prozent pendelten aus.
Unternehmen Wienerberger AG: Das bedeutendste Unternehmen ist die Wienerberger AG mit seiner Österreichzentrale im Ort und einem der modernsten Ziegelöfen Europas. Diese Ziegeleien an der damaligen „Straße nach Italien“ (Heute Triester Straße) wurden 1775 von Alois Miesbach gepachtet und bildeten das Fundament für das heutige Unternehmen Wienerberger. Dieses Unternehmen hat hier durch die vielen Ziegeleien, die um die Jahrhundertwende zum 20. Jh. entstanden, seinen Ursprung genommen.
mini|250px|Hennersdorf um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Verkehr mini|Der Bahnhof Von Hennersdorf aus erreicht man auf dem Straßenweg die Gemeinden Leopoldsdorf, Vösendorf und Achau. Im Zuge der Eröffnung der S1, der Wiener Südrandumfahrung, wurde ein LKW-Fahrverbot für den Ort realisiert. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erfolgt über die Pottendorfer Linie, die den Ort mit Wien Hauptbahnhof (ehem. Südbahnhof) und Wiener Neustadt an Werktagen im Stundentakt verbindet. Der 2018 eröffnete neue Bahnhof befindet sich in Hochlage als Viadukt, er ist mit Sichtziegeln ausgeführt, dies erinnert an die Tradition der Ziegelherstellung. Die Buslinie 266 des Verkehrsverbund Ost-Region bedient das Ortszentrum Hennersdorfs und gewährleistet eine umsteigefreie Fahrt nach Schwechat, Kledering, Oberlaa, Leopoldsdorf, Vösendorf und Siebenhirten. In Oberlaa und Siebenhirten besteht Anschluss an die Wiener U-Bahn und in Schwechat an die „Flughafenschnellbahn“.
Öffentliche Einrichtungen In Hennersdorf befindet sich ein Kindergarten.
Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat mit 19 Mitgliedern erhielt bei den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ und 1 Grüne. Bei den Gemeinderatswahlen 2025 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat: 12 ÖVP, 5 SPÖ, 1 Grüne, 1 FPÖ. Bei der konstituierenden Sitzung des Hennersdorfer Gemeinderates am 16. Februar 2025 wurde Thaddäus Heindl einstimmig als Bürgermeister bestätigt. Partei20252020201520102005ProzentMandateProzentMandate%Mandate%Mandate%MandateBürgermeister Heindl - VP Hennersdorf1)61,391260,521353,481029,48635,057Team Brauneder SPÖ + Unabhängige 2)24,09527,64546,52961,041252,3810Die GRÜNEN Hennersdorf8,9718,201FPÖ5,5413,630Hennersdorfer Bürgerinitiative9,48111,332 1) trat vor 2015 als „Hennersdorfer Volkspartei“ und 2015 und 2020 als „Liste Hausenberger - Hennersdorfer Volkspartei“ an
2) trat vor 2020 als „Sozialdemokratische Partei-Liste Kremzar“ und 2020 als „SPÖ Team Doris DI Giorgio“ an
Bürgermeister
1934–1938 Franz Teifer (VF) 1938 Leopold Pötzelsberger (NSDAP) 1938–1954 Eingemeindung nach Wien 1945–1947 Franz Teifer (ÖVP) (als Ortsvorsteher) 1947–1953 Carl Förster (SPÖ) (als Ortsvorsteher) 1953–1958 Josef Abert (SPÖ) (1953–1954 als Ortsvorsteher) 1958–1967 Josef Postl (SPÖ) 1967–1980 Walter Kreuter (SPÖ) 1980–2002 Friedrich Sommerer (SPÖ) 2002–2015 Kurt Kremzar (SPÖ) Nr. 1501, April 2015 2015–2021 Ferdinand Hausenberger (ÖVP) seit 2021 Thaddäus Heindl (ÖVP)
Partnergemeinden Hennersdorf pflegt seit 1976 partnerschaftliche Beziehungen zum Ortsteil Neuweiler der Gemeinde Weil im Schönbuch in der Nähe von Böblingen in Baden-Württemberg, Deutschland. Eine zweite Partnerschaft gibt es seit 2006 mit Hennersdorf in Schlesien (Tschechien), heute Jindřichov ve Slezsku.
Literatur
Weblinks
die offizielle Seite der Gemeinde Hennersdorf HenWeb, die Hennersdorfer Webseite hunderte Fotos und Berichte aus dem Gemeindeleben
Einzelnachweise