Elbigenalp (Lechtalerisch auch „Duarf“ genannt) ist eine Gemeinde des Bezirks Reutte in Tirol (Österreich) mit Einwohnern (Stand ). Sie ist 33,09 km² groß und befindet sich auf 1039 m Seehöhe. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Geographie Die Gemeinde liegt ungefähr in der Mitte des Lechtals. Das Gemeindegebiet ist gebildet durch verschiedene Dörfer und Rotten entlang der Lechtalstraße, und zwar Köglen, Elbigenalp, Untergiblen, Obergrünau, Untergrünau und Obergiblen. Vom Lech in einer Höhe von knapp über 1000 Meter steigt das Gemeindegebiet nach Süden zur Ruitelspitze (2580 m) in den Lechtalper Alpen und nach Norden zu den Allgäuer Alpen an. Hier sind die höchsten Berge Großer Krottenkopf (2656 m), Marchspitze (2610 m) und Kreuzkarspitze (2587 m).

Die Gemeinde hat eine Fläche von 33,09 Quadratkilometer. Davon sind 7 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 24 Prozent Almen, 38 Prozent Wald und 29 Prozent hochalpines Gebiet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (Einwohner Stand ): Elbigenalp () Köglen () Obergiblen () Obergrünau () Untergiblen () Untergrünau ()

Nachbargemeinden

Geschichte Der Name leitet sich von Eelbigen Alp = „elmige Alpe“, also „mit Ulmen bewachsene Alpe“, ab. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Elbigenalp 1312. Seit dieser Zeit ist der Ort politischer und kirchlicher Mittelpunkt einer Großpfarre im Lechtal. Bekannt ist Elbigenalp auch durch seine Häuser mit Fresko- und Stuckarbeiten, die an die Maurer und Stuckateure erinnern, die auch im Ausland tätig waren. Auch prominenter Besuch stellte sich ein: Im Dengelhaus hielt sich Königin Marie von Bayern mit ihren Söhnen zwischen 1865 und 1887 im Sommer öfter auf.

Bevölkerungsentwicklung

mini|Pfarrkirche Elbigenalp mini|Ölberg-Kapelle Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Elbigenalp: Die Pfarrkirche steht in einem freien Feld und ist von einem Friedhof mit zwei Kapellen umgeben. Ölberg-Kapelle hl. Kreuz nördlich des Dorfes auf einem Felsvorsprung Kapelle hl. Sebastian in Griesau Kapelle hl. Anna in Obergrünau Kapelle hl. Josef in Untergrünau Museum mit dem Nachlass des Lithographen Anton Falger im Gemeindeamt. Der aus Elbigenalp stammende Maler, Graveur und Lithograph Anton Falger hat für seinen Heimatort zwei Totentanzzyklen gemalt. Der erste ist ein aus 18 Holztafeln zusammengesetztes und gerahmtes Tafelgemälde (108 × 272 cm), das heute an der Ostwand der Kapelle oberhalb der Treppe zum Beinhaus hängt; auf dem Holzrahmen jeder Tafel ist die todgeweihte Person benannt und der Dialog mit dem Tod niedergeschrieben. Einige Tafeln sind signiert, einige auf 1840 datiert. Weil es sich um das Hauptwerk des Künstlers handelt, sollen die handelnden Personen genannt werden: Papst, König, Künstler, Richter, Bürger, Soldat, Kind, Mutter, Arzt, Knabe, Braut, Großmutter, Bauer, Reicher, Bettler, Mörder, Magd, Todtengräber. Der zweite Totentanz besteht aus 14 Einzelbildern, die paarweise in 7 Mauernischen auf den Mauerputz gemalt sind; es fehlen hier die Szenen mit Bürger, Knabe, Großmutter und Mörder. Der Künstler hat bewusst die Tradition des Totentanzes an der Friedhofsmauer aufgegriffen. Signaturen oder Datierungen sind nicht mehr sichtbar; die Entstehungszeit muss vor 1876 liegen.Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 253–258.

Wirtschaft und Infrastruktur Eines der größten CD- und DVD-Presswerke Europas, kdg mediatech (vorm. Koch Records), nahm von Elbigenalp seinen Ausgang.

Bildung Fachschule für Kunsthandwerk und Design Elbigenalp

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 11 Mandataren. Partei202220162010ProzentMandateProzentMandate%MandateListe für Elbigenalp – Bürgermeisterliste Gerber Markus (FE) 1)84,351040,75536,80Bürgerliste für Elbigenalp (BFE)15,651Gemeindeliste Neu 2)35,31438,33Neutrale Liste13,07118,57Für Faires Miteinander10,871Giblerliste PRO6,30 1) Die Liste kandidierte 2010 unter dem Namen „Liste für Elbigenalp“ und 2016 als „Für Elbigenalp – Bürgermeisterkanditat Markus Gerber“.

2) Die Liste kandidierte 2010 unter dem Namen „Gemeindeliste“

Bürgermeister bis 2016 Bernhard Singer seit 2016 Markus Gerber

Wappen Blasonierung: Auf schwarzem Dreiberg eine grüne Ulme im silbernen Schild.Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 34/1972 (Digitalisat).

Das 1972 verliehene Gemeindewappen symbolisiert als redendes Wappen den Ortsnamen („mit Ulmen bewachsene Alpe“).

Persönlichkeiten mini|Epitaph von Joseph Anton Koch, Rom, Campo Santo Teutonico In Obergiblen wurde 1768 der Maler Joseph Anton Koch geboren. In Elbigenalp selbst wurde der Lithograf Anton Falger (1791–1876) geboren, der vom Maler Karl Selb aus Unterstockach ausgebildet wurde und später Engelbert Kolp (1840–1877) und Kochs Neffen Josef Alois Knittel Zeichenunterricht gab. Das Leben von Knittels Nichte Anna Stainer-Knittel (1841–1915) wiederum bildete die Vorlage für den Roman „Die Geierwally“. Joseph Michael Schnöller (1707–1767), Baumeister und Architekt Anton Lumpert (1757–1837), Beamter und Politiker, Bürgermeister von Wien 1823–1834 Marie von Preußen (1825–1889), Königin von Bayern, hatte ein Landhaus in Elbigenalp Ignaz Philipp Dengel (1872–1947), Historiker Nikolaus Falger (1888–1960), Politiker der CS, Abgeordneter zum Nationalrat 1926–1927 Franz Josef Lang (1894–1975), Pathologe und Hochschullehrer an der Universität Innsbruck Rudolf Geisler-Moroder (1919–2001), Holzbildhauer Peter Kaufmann (* 1970), Musiker und unter anderem von 1990 bis 2007 Kollege von Toni Knittel beim Bandprojekt Bluatschink

Literatur Richard Lipp: Außerfern. Der Bezirk Reutte. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 1994, ISBN 3-7022-1927-7, S. 73f.

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1312