mini|Marie-Agnes Strack-Zimmermann (2024) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|180px|Unterschrift Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Autogramm) deutsche Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (* 10. März 1958 in Düsseldorf als Marie-Agnes Jahn) ist eine deutsche Politikerin (FDP). Sie ist Mitglied des FDP-Präsidiums und des Europäischen Parlaments. Dort ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung (SEDE)www.europarl.europa.eu und Mitglied des Vorstands der liberalen Renew-Fraktion.www.europarl.europa.eu Von 2008 bis 2014 war sie Erste Bürgermeisterin und damit Stellvertreterin des Oberbürgermeisters von Düsseldorf. Von 2017 bis 2024 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags und dort von 2021 bis 2024 Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Als Spitzenkandidatin ihrer Partei und der Europapartei ALDE wurde sie bei der Europawahl 2024 in das Europäische Parlament gewählt.
Leben Strack-Zimmermann wurde 1958 als Tochter des Volkswirts und Bankmanagers Wolfgang Jahn (1918–2005) und dessen Frau Maria Gabriele, geb. Beck (1924–2018), in Düsseldorf geboren. Nach einigen Jahren im katholischen Mädcheninternat Heimschule Kloster Wald im südlichen Baden-Württembergdjournal.de machte sie 1978 ihr Abitur am Mataré-Gymnasium in Meerbusch. Anschließend studierte sie bis 1983 Publizistik, Politikwissenschaft und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und schloss ihr Studium mit dem Magister artium ab. 1986 wurde sie an der LMU mit der dort eingereichten Arbeit Bilder aus Amerika: Eine zeitungswissenschaftliche Studie über die USA-Berichterstattung im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) zum Dr. phil. promoviert. Danach war Strack-Zimmermann von 1989 bis 2008 als selbstständige Verlagsrepräsentantin für den Nürnberger Jugendbuchverlag Tessloff tätig, für den sie Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen und im nördlichen Rheinland-Pfalz betreute.
Sie ist mit dem Verlagsvertreter Horst Strack-Zimmermann (* 1941) verheiratet und hat drei erwachsene Kinder (eine Tochter und zwei Söhne) sowie drei Enkelkinder.Strack-Zimmermann: Familie, Ehemann – Die wichtigsten Infos, Berliner Morgenpost vom 20. Februar 2024 Sie bezeichnet sich als gläubige Katholikin.
Politische Karriere mini|hochkant|Marie-Agnes Strack-Zimmermann (2019 im Deutschen Bundestag) Strack-Zimmermann ist seit 1990 Mitglied der FDP und war von 2014 bis 2024 Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Düsseldorf. Zuvor war sie bereits stellvertretende Kreisvorsitzende. Von 2013 bis 2019 war sie stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundespartei. Als solche war sie für die Themen Kommunales, Soziales und Gesundheit verantwortlich. Seit 2019 ist sie auf Vorschlag des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner Beisitzerin im Bundesvorstand der FDP. Seit März 2022 ist sie gewählte Beisitzerin im Bezirksvorstand des FDP-Bezirksverbandes Düsseldorf. In ihrer Funktion als Mitglied des FDP-Präsidiums und -Bundesvorstandes ist Strack-Zimmermann kraft ihres Amtes kooptiertes Mitglied im Landesvorstand der FDP Nordrhein-Westfalen. Von September 2023 bis Juli 2024 war Strack-Zimmermann in ihrer Funktion als Spitzenkandidatin der FDP zur Europawahl 2024 Gast im FDP-Präsidium. Seit Juli 2024 ist sie als Leiterin der FDP-Delegation im Europäischen Parlament wieder Mitglied des FDP-Präsidiums. Sie wurde auf dem Europaparteitag der FDP am 28. Januar 2024 in Berlin offiziell zur Spitzenkandidatin gewählt.
Kommunalpolitik in Düsseldorf Von 1999 bis 2004 war sie Bezirksvertreterin in der Bezirksversammlung im Stadtbezirk 7 (Düsseldorf). Von der Kommunalwahl 2004 bis 2023 war sie Mitglied im Rat der Stadt Düsseldorf. Von 2005 bis 2009 war sie Vorsitzende der Ratsfraktion der dortigen FDP, von 2009 bis 2014 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Von 2008 bis 2014 war sie Erste Bürgermeisterin und Stellvertreterin des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Düsseldorf. Vom 26. Mai 2014 bis zum 25. September 2017 war sie wieder Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion. Ebenso war sie von 2009 bis 2014 stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland. Von 2014 bis 2018 war sie dort stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion. Am 1. Juni 2018 gab sie aufgrund ihres Bundestagsmandats ihr Mandat in der Landschaftsversammlung Rheinland ab. Strack-Zimmermann gehörte weiterhin der FDP-Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland und dem Fraktionsvorstand weiter als sachkundige Bürgerin und stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss, im Krankenhausausschuss 2 und im Ausschuss für Personal und allgemeine Verwaltung an. Bei den Kommunalwahlen 2020 kandidierte sie als Oberbürgermeisterin für die FDP in Düsseldorf. Hierbei erzielte die FDP in Düsseldorf bei der Ratswahl mit 9,2 % der Stimmen das zweitbeste Ergebnis seit 1964 und das beste Ergebnis aller kreisfreien Städte in NRW. Strack-Zimmermann selbst erzielte bei der Oberbürgermeisterwahl ein Ergebnis von 12,52 % der Stimmen. Mit Wirkung zum 1. Februar 2023 legte sie ihr Ratsmandat nieder.
FDP-Bundestagsabgeordnete (2017–2024) Bei der Bundestagswahl 2017 war Strack-Zimmermann Direktkandidatin im Wahlkreis Düsseldorf I. In ihrem Wahlkreis erzielte die FDP mit 19,7 % der Zweitstimmen das deutschlandweit beste Zweitstimmenergebnis für die Freien Demokraten. Strack-Zimmermann zog über Listenplatz 2 der Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen in den 19. Deutschen Bundestag (2017–2021) ein.
In dieser Legislaturperiode war Strack-Zimmermann ordentliches Mitglied des Verteidigungsausschusses, ordentliches Mitglied des Ausschusses für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen sowie stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses. Für die Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag war Strack-Zimmermann verteidigungspolitische Sprecherin und Sprecherin für Kommunalpolitik. Ebenso war sie Vorsitzende der Arbeitsgruppe (AG) Verteidigung und der AG Kommunalpolitik der Fraktion sowie Mitglied der AG Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen.
Strack-Zimmermann war außerdem seit Januar 2019 Mitglied im ersten Untersuchungsausschuss des Verteidigungsministeriums, der auf Antrag von FDP, Grünen und Linken zur Aufklärung der sogenannten „Berateraffäre“ im Bundesverteidigungsministerium eingesetzt wurde.
Strack-Zimmermann ist des Weiteren Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO.
Für die Bundestagswahl 2021 wurde sie von der FDP Düsseldorf im Wahlkreis Düsseldorf I (106) erneut als Direktkandidatin nominiert. Dabei erreichte sie als Viertplatzierte 13,9 % der Erststimmen und verfehlte ein Direktmandat. Auch kandidierte sie wieder für die FDP Nordrhein-Westfalen auf Platz 2 der Landesliste. Über diese zog sie zum zweiten Mal in den Bundestag ein. Entgegen dem Bundestrend konnte die FDP in Strack-Zimmermanns Wahlkreis das Zweitstimmenergebnis jedoch nicht steigern; sie büßte im Vergleich zur Wahl 2017 3,8 Prozentpunkte ein. Insgesamt verlor die FDP in NRW bei den Zweitstimmen im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 jedoch ebenso 1,7 Prozentpunkte. Das Zweitstimmenergebnis der FDP im Wahlkreis von Strack-Zimmermann war NRW-weit das beste Zweitstimmenergebnis für die FDP.
Im 20. Deutschen Bundestag war Strack-Zimmermann ordentliches Mitglied des Verteidigungsausschusses und stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses. Sie wurde am 15. Dezember 2021 in der konstituierenden Sitzung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages auf Vorschlag der FDP-Bundestagsfraktion mit 94,74 % der abgegebenen Stimmen aller ordentlichen Mitglieder zur Ausschussvorsitzenden gewählt. Aufgrund ihrer Wahl in das Europäische Parlament legte sie ihren Vorsitz mit Wirkung zum 12. Juni 2024 nieder. Ihr folgte Marcus Faber nach.
Sie reiste am 12. April 2022, zu einem frühen Zeitpunkt nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, gemeinsam mit Michael Roth (SPD), dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, und Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen), dem Vorsitzenden des EU-Ausschusses, als erste hochrangige Vertreter des Bundestages nach Lwiw (Lemberg) in die Westukraine. Sie führten dort Gespräche mit mehreren hochrangigen Vertretern des ukrainischen Parlaments, besuchten ein Krankenhaus mit Verwundeten des Krieges und eine von Russland zerstörte Raffinerie.
Nach dem Einzug ins Europaparlament legte sie zum 15. Juli 2024 ihr Bundestagsmandat nieder, Nachrücker war Fabian Griewel.
Koalitionsverhandlungen 2017 und 2021 Bei den schlussendlich gescheiterten Sondierungsgesprächen nach der Bundestagswahl 2017 zwischen CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen über eine Jamaika-Koalition gehörte Strack-Zimmermann als stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende zum Kernverhandlungsteam. Sie kritisierte im Anschluss an die Gespräche, dass Bundeskanzlerin Merkel die FDP bei den Sondierungsgesprächen nicht ernst genommen habe und dies einer von vielen Gründen gewesen sei, dass die FDP die Gespräche abgebrochen habe.
Bei den Verhandlungen zur Ampelkoalition zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP nach der Bundestagswahl 2021 leitete Strack-Zimmermann von Seiten der FDP die Arbeitsgruppe „Gute Lebensverhältnisse in Stadt und Land“ und war als Verteidigungspolitikerin Teil der Arbeitsgruppe „Außen, Sicherheit, Verteidigung, Entwicklung, Menschenrechte“.
FDP- und ALDE-Spitzenkandidatin zur Europawahl 2024 Im April 2023 sprachen sich die Landesvorsitzenden der FDP einstimmig für Strack-Zimmermann als Spitzenkandidatin der Freien Demokraten für die Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2024 aus. Am 20. April 2023 nominierte der FDP-Bundesvorstand sie einstimmig als Spitzenkandidatin. Auf dem FDP-Bundesparteitag 2023 betonte Strack-Zimmermann in ihrer Rede, dass mit dieser Nominierung für sie ein persönlicher Wunsch in Erfüllung gehe. Laut eigener Aussage schlug Strack-Zimmermann die Kandidatur dem Parteivorsitzenden Christian Lindner selbst vor. Auf dem Europaparteitag der FDP in Berlin am 28. Januar votierten 553 Delegierte bei 50 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen, d. h. über 90 Prozent der Delegierten, für ihre Nominierung als Spitzenkandidatin. Am 20. März 2024 wurde sie zudem zur Spitzenkandidatin der Europapartei Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa gewählt, der die FDP angehört.
Bei der Europawahl 2024 am 9. Juni 2024 erhielt die FDP 5,2 % der Stimmen in Deutschland, was einem leichten Minus von 0,2 Prozentpunkten entsprach. Aufgrund der gestiegenen Wahlbeteiligung erhielt die FDP jedoch insgesamt 31.863 Stimmen mehr als 2019. Die FDP konnte ihre fünf Mandate im Europäischen Parlament halten, Strack-Zimmermann errang als Spitzenkandidatin eines dieser Mandate und gehört seit dem 16. Juli erstmals dem Europäischen Parlament an. In ihrer Heimatstadt Düsseldorf erhielt die FDP mit 11,2 % das deutschlandweit beste regionale Ergebnis.
Ambitionen auf den Bundesvorsitz Nach dem Rückzug Christian Lindners von der Parteispitze nach der Bundestagswahl 2025 zählte Strack-Zimmermann zu den diskutierten Nachfolgern, erteilte einer möglichen Kandidatur jedoch Anfang März eine Absage, mit dem Hinweis, die FDP gehöre „in die Hand Jüngerer“ als der damals 66-Jährigen.
Nach der angekündigten Neuwahl des gesamten FDP-Bundesvorstands auf dem Bundesparteitag Ende Mai 2026 in Berlin gab Strack-Zimmermann bekannt, den Bundesvorsitz nun doch anzustreben, aufgrund ihres Mandats im EU-Parlament jedoch nur als Teil einer Doppelspitze mit etwa Henning Höne. Nachdem Höne seinerseits kurze Zeit später seine Einzelbewerbung für das Amt verkündet hatte, zog sie ihre Kandidatur zurück und gab ihre Unterstützung für Höne bekannt.